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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Halb Atter kocht schon türkisch
Zwischenüberschrift:
Verein baut Kontakt mit Bildungsstiftung aus Iskenderun auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Wir sind wie Familienmitglieder aufgenommen worden, nicht wie Gäste", sagt Mithat Barutcu. Er ist Vorsitzender der türkischen Bildungsstiftung IGEV, die auf Einladung des Vereins " Wir in Atter" eine Delegation zum Kulturpartnerschaftsaustausch nach Atter entsandt hat. Für eine Woche gastierten zehn Türken in deutschen Familien.
Die Gäste zeigten sich beeindruckt, wie herzlich sie empfangen wurden. Die deutschen Familien hatten Willkommensschilder in türkischer Sprache gebastelt. Die Verständigung während des Aufenthalts erfolgte in einem lebhaften Sprachenmix. Einige Gastgeber hatten extra wichtige türkische Wörter gelernt. Im Mittelpunkt des Austauschs stand das nähere Kennenlernen der beiden Kulturen. " Vorurteile können nur im persönlichen Kontakt abgebaut werden", sagt Thomas Kater, stellvertretender Vorsitzender von " Wir in Atter".
Refik Karagöz und Ehefrau Yelda, Atteraner mit türkischen Wurzeln, hatten die Aktion initiiert. Als 2010 in Deutschland die Integrationsdebatte tobte, entschloss sich das Paar, einen Beitrag zur Verständigung zu leisten. " Wir wollen die Integration fördern", betont Refik Karagöz. Als Gründungsmitglieder von " Wir in Atter" besprachen Refik und Yelda Karagöz mit dem Vereinsvorstand um Kater und den Vorsitzenden Jürgen Lamping die Idee einer Partnerschaft mit einem türkischen Verein. Innerhalb weniger Monate wurde das Vorhaben umgesetzt.
Auch in seinen regelmäßigen Kursangeboten sucht der Verein " Wir in Atter" den Kontakt zu Zuwanderern: Am " internationalen Teeklatsch" etwa nehmen zu gleichen Teilen Deutsche und türkische Zuwanderer teil. Seit drei Jahren gibt es einen türkischen Kochkurs. " Halb Atter kocht bereits türkisch", berichtet Lamping.
Die Bildungsstiftung IGEV aus der Hafenstadt Iskenderun in der Südtürkei fördert benachteiligte Jugendliche, die studieren wollen. Vielleicht gelinge es, irgendwann türkische Studenten nach Osnabrück zu vermitteln, überlegte die deutsch-türkische Runde bei einem geselligen Abend im Treffpunkt Atterkirche. Im Lauf der Woche hat der Kreis viel unternommen. Die Atteraner hatten ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet mit einem Rathaus-Empfang in Osnabrück, Besuch der Universität, des Zoos, eines Unternehmens für Solartechnik, Shopping- und Kneipentouren und vielem mehr. Und immer wieder wurde gemeinsam gegessen, getanzt, gesungen und über Politik diskutiert.
Auch viele türkische Migranten aus Osnabrück waren neugierig auf die Gruppe aus ihrer Heimat und beteiligten sich an einigen Aktivitäten. Mittwochabend gab es eine Abschiedsfeier, die türkische Delegation reiste Donnerstag wieder ab. Doch die Partnerschaft soll weitergehen, da waren sich die Beteiligten einig. Für das kommende Frühjahr ist ein Gegenbesuch der Atteraner geplant. " Der Austausch hat innerhalb einer Woche so intensive Verbindungen geschaffen, wie sie sonst erst nach Jahren entstehen", konstatiert der IGEV-Vorsitzende Barutcu zufrieden.

Bildtext:

Vor dem Treffpunkt Atterkirche: die Mitglieder von " Wir in Atter" mit ihren türkischen Gästen und einem türkischen Willkommensschild der deutschen Gastfamilien.

Foto:

Thomas Osterfeld
Autor:
Heike Dierks


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