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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Katastrophaler Zustand
Zwischenüberschrift:
ON-Leser berichtet über Schlaglochstrecke L 98
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (eb) Die ehemalige Kloake hinter dem Dom bescherte Ellinor Fischer und Sara Snowadsky im Dezember 2007 ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Kurz vor Abschluss der Notgrabungen im Garten des Domorganisten stießen die Archäologinnen auf mehrere Hundert Glasscherben, die sich als Bruchstücke kostbarer Trinkgläser herausstellten. Über ihren spektakulären Fund und dessen geschichtlichen Hintergrund berichten Ellinor Fischer und Sara Snowadsky am 19. 1. (Mi., 19.30 Uhr) im Forum am Dom, Domhof 12. Ausgewählte und von der Stadt- und Kreisarchäologie aufwendig restaurierte Gläser werden zudem in den kommenden Wochen in der Blickpunktvitrine″ des Forums präsentiert ergänzt um eine erläuternde Ausstellung. Knapp 400 Jahre ruhten die Scherben in 3 m Tiefe unterhalb des Grundwasserspiegels bedeckt von Schutt und Erde. Während der Fundauswertung stellten wir schnell fest, dass es sich nahezu ausschließlich um Gläser nach venezianischer Mode handelt″, freuen sich die beiden Wissenschaftlerinnen noch immer über ihren ergiebigen Fund. Im frühen 17. Jahrhundert beherrschte Venedig den Handel im Mittelmeerraum und griff wiederholt zu drastischen Mitteln, um diese Vormachtstellung zu bewahren: Den weithin hoch geschätzten Glasbläsern der Insel Murano etwa war es bei hoher Strafe verboten, auf dem Festland für andere Auftraggeber tätig zu werden. Einige von ihnen gingen dennoch in die Fremde und trugen das Wissen um die venezianische Glaskunst bis in den Nordseeraum. Wohlhabende Osnabrücker konnten daher um 1620 solcherlei qualitätvolles Glas auch in Amsterdam kaufen oder bei einem der zahlreichen fahrenden Händler erwerben. Deren Ware war nach venezianischer Mode″ in den Niederlanden gefertigt, vom Original kaum zu unterscheiden und wegen der geringeren Transportkosten viel günstiger. Ein Rätsel dürften die beiden Archäologinnen indes wohl nicht mehr knacken: Warum entsorgte der Besitzer wohl ein Domherr so viele seiner teuren Gläser gleichzeitig in der Abfallgrube seines Hinterhofes? War ihm etwa der Schrank umgekippt, in dem er die guten Stücke aufbewahrte? Oder war eine Festlichkeit doch in ein Gelage ausgeartet?
Autor:
eb


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