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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Osnabrück hat genug Ladenflächen"
Zwischenüberschrift:
Geschäftsleute der Krahnstraße gegen neues Einkaufszentrum am Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Werbegemeinschaft Krahnstraße wendet sich entschieden gegen ein neues Einkaufszentrum am Neumarkt. In Osnabrück gebe es schon genug Ladenfläche, sagt Herlinde Fohs, die neue Vorsitzende der Werbegemeinschaft.
Im Rat wird derzeit diskutiert, ob rund um den Wöhrl-Komplex am Neumarkt ein Shopping-Center mit mehr als 20 000 qm Verkaufsfläche entstehen soll. Der Osnabrücker Immobilienkaufmann Theodor Bergmann hat das Projekt eingefädelt und die Essener mfi AG als Investor gewonnen. Die Stadt verspricht sich von dem Einkaufszentrum eine Belebung des Neumarkts und der südlichen Innenstadt.
Den Geschäftsleuten der Krahnstraße geht die Planung völlig gegen den Strich. Schon in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Passanten zurückgegangen, sagt Herlinde Fohs. Innerhalb der Innenstadt hätten sich die Schwerpunkte verschoben, durch die L+ T-Erweiterung mit dem neuen Parkhaus und durch die Kamp-Promenade. Nach Auskunft von Konsumforschern bewegten sich die meisten Passanten nur in einem Radius von 800 Metern. Die Folge sei ein Frequenzschwund für die Krahnstraße und andere Lagen.
Ein neues Einkaufszentrum am Neumarkt werde diese Entwicklung bedrohlich verschärfen, fürchten die Einzelhändler der Krahnstraße. Sprecherin Herlinde Fohs sieht es aber auch grundsätzlich: " Der deutsche Handel wächst nicht mehr!" Deutschland habe mit 1, 4 qm Verkaufsfläche pro Einwohner inzwischen den Spitzenplatz in Europa. Frankreich komme auf 1, 09, Großbritannien auf 0, 66.
Staubsauger-Effekt
In der Osnabrücker Innenstadt gebe es " mehr als genug" Ladenflächen, vermerkt Herlinde Fohs. Schon jetzt komme es zu einem Verdrängungswettbewerb. Dass mehr Kunden nach Osnabrück kommen, glaubt auch Thomas Wild von der Werbegemeinschaft nicht. Der Einzelhandel verliere weiterhin Anteile an den Internet-Versand. Ein Shopping-Center am Neumarkt werde wie ein Staubsauger die Kaufkraft aus anderen City-Lagen absaugen. Wenn die Stadt den Neumarkt aufwerten wolle, nehme sie in Kauf, dass an anderer Stelle großer Schaden angerichtet werde.
Unter den Einzelhändlern geht die Sorge um, dass die Stadt ungewollt einen Domino-Effekt auslösen könnte. Beunruhigt sind sie über Planspiele, nach denen das Modehaus Peek & Cloppenburg einen neuen Standort suchen soll. Dann werde noch weniger Laufkundschaft kommen, fürchtet die Werbegemeinschaft.
Die Einzelhändler der Krahnstraße sprechen sich dafür aus, dass die Stadt die Pläne für ein Shopping-Center am Neumarkt fallen lässt und sich auf " das Herz von Osnabrück" besinnt, wie es Thomas Wild ausdrückt: Von den Politikern werde zwar stets betont, dass die Altstadt gestärkt werden müsse. Mit ihren Entscheidungen verhalte sich die Stadt aber kontraproduktiv. Herlinde Fohs bringt es auf den Punkt: Eine schöne Altstadt gebe es nur, wenn die Geschäfte gutes Geld verdienten.
Die Werbegemeinschaft Krahnstraße hat einen neuen Vorstand gewählt: Herlinde Fohs löst Hildegard Middelberg als Vorsitzende ab, Franz-Josef Westerholt ist Stellvertreter und Ewald Schwebe Schatzmeister der Kaufleute.

Bildtext:

" Hier ist das Herz der Stadt!", sagt die Werbegemeinschaft Krahnstraße. Herlinde Fohs (Mitte) hat das Amt der Vorsitzenden von Hildegard Middelberg übernommen, Franz-Josef Westerholt ist Stellvertreter.

Foto:

Uwe Lewandowski
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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