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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
19 Häuser unter einem Dach
Zwischenüberschrift:
Briten-Viertel wird zur Öko-Gemeinschaftssiedlung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Mensch lebt nicht gern allein: 19 Privatleute haben sich zur " Initiative Gemeinschaftssiedlung Sonnenhügel" vereinigt und 19 ehemals britische Reihenhäuser gekauft. Das Ziel: eine ökologische Gemeinschaftssiedlung. Es ist echte Pionierarbeit.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) meldete Anfang März routinemäßig den Verkauf der Reihenhäuser am Bunzlauer, Glogauer und Gleiwitzer Weg. 19 Wohneinheiten seien im Paket verkauft worden. Es habe bei privaten Anlegern und gewerblichen Investoren " reges Interesse" gegeben.
Von wegen Routine. Vorangegangen war ein zweijähriger, " intensiver gruppendynamischer Prozess", wie der Sprecher der Initiative, Christoph Dünnwald, mit einer Spur Selbstironie schildert. Am Anfang war eine Idee, eine lockere Zusammenkunft - aber keine Struktur und kein passendes Objekt. Erst als die Briten-Wohnungen am Sonnenhügel auf den Markt kamen, gewann auch der Gedanke der ökologischen Gemeinschaftssiedlung Konturen. Das Quartier in guter Stadtlage mit kompakten Strukturen erfüllt ein entscheidendes Kriterium: In der Mitte liegt eine Spielfläche, die für das geplante Gemeinschaftszentrum bestens geeignet ist.
Fast wöchentlich saßen die Interessenten im vergangenen Jahr zusammen, um ihrem Wohnprojekt ein tragfähiges juristisches Fundament zu geben. Vorbilder gibt es nicht: " Wir mussten uns alles erarbeiten", sagt Christine Holle. Das Prinzip: Jeder Interessent kauft sein Haus individuell und beteiligt sich zu einem Neunzehntel an der Gemeinschaftsfläche, zu der der Spielplatz und die Garagen gehören. So sei sichergestellt, dass sich niemand der Gemeinschaft entziehen könne und sich dieses Grundprinzip automatisch auf etwaige Nachnutzer übertrage. Vorschriften für den ökologischen Standard der Häuser gibt es dagegen nicht. " Das ist jedem selbst überlassen, ganz nach den finanziellen Möglichkeiten", sagt Doris Giese vom Sprecher-Kreis.
Jedes Reihenhaus musste haargenau bewertet werden. Die Wohnungen sind 50 Jahre alt und verfügen über 74 Quadratmeter Wohnfläche, die Grundstücke sind etwa 200 Quadratmeter groß. Im Schnitt kostet ein Reihenhaus 85 000 Euro.
Der anfangs große Interessentenkreis schrumpfte auf einen harten Kern von 25 Kaufberechtigten zusammen - für 19 Reihenhäuser. Wer scheidet aus, wer bekommt welches Haus? Fragen, die genug Zündstoff bergen, um ein Gemeinschaftsprojekt dieser Größenordnung zum Scheitern zu bringen. " Die Hausverteilung ging aber relativ einfach", berichtet Christoph Dünnwald. Beim entscheidenden Treffen seien die Tische in der Form der Siedlung aufgestellt worden. Und zur Überraschung aller gelang die Verteilung schon am ersten Abend.
Im Herzen des Quartiers soll das Multifunktionshaus entstehen. Vielleicht aus Holz, Strohballen oder Lehm - konventionell wird hier eben nicht gedacht. Das Haus soll 50 Menschen Platz bieten und für Kurse, Sport oder Feste genutzt werden. " Es gibt noch ganz unterschiedliche Vorstellungen", so Christoph Dünnwald. Er sagt es gelassen. Wer dieses Projekt so weit gebracht hat, lässt es an der Geschäftsordnung für das Gemeinschaftshaus gewiss nicht scheitern.
Auch an die Finanzierung der gemeinsamen Aktivitäten haben die 19 Öko-Siedler gedacht: Die Garagen, die in das Gemeinschaftseigentum eingebracht wurden, werden an die Hausbesitzer vermietet. Die Mieteinnahmen fließen in den Betrieb des Gemeinschaftszentrums.

Bildtext:

Die Initiative Gemeinschaftssiedlung Sonnenhügel hat 19 Reihenhäuser aus dem Bestand der britischen Wohnungen gekauft. Herzstück soll ein Gemeinschaftszentrum werden, finanziert von den Hausbesitzern. Auf dem Bild (von links): Doris Giese, Christine Holle und Christoph Dünnwald.

Foto:

Klaus Lindemann
Autor:
Wilfried Hinrichs


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