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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zum Kaffee wieder zu Hause?
Zwischenüberschrift:
Bombenentschärfung am Sonntag in der Wüste
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Dieses Mal ist es wohl keine Milchkanne. Im Boden des OSC-Geländes liegt wahrscheinlich eine Fünf-Zentner-Bombe, die am Sonntag entschärft wird. Wenn alles gut geht, können die 15 000 Heimatlosen zum Nachmittagskaffee wieder zu Hause sein.
In sechs Meter Tiefe wird der Blindgänger amerikanischer Herkunft vermutet. Gestern gruben sich die Experten vom Kampfmittelräumdienst an die Bombe heran, legten sie aber noch nicht frei. Wie Karin Heinrich, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt, erklärt, wird der letzte Meter erst abgetragen, wenn " Sicherheit gegeben ist", das heißt, die Evakuierung am Sonntag im Umkreis von einem Kilometer abgeschlossen ist.
15 000 Menschen müssen ihre Wohnungen bis 10 Uhr verlassen haben. Einsatzkräfte von Polizei und Technischem Hilfswerk (THW) patrouillieren durch den Stadtteil und stellen sicher, dass alle Menschen den Gefahrenbereich verlassen haben. Das wird nach den Erfahrungen früherer Bombenräumungen zwischen 12 und 13 Uhr beendet sein. Wenn die Polizei das Signal " Sicherheit" gibt, beginnen die Sprengmeister mit der gefährlichen Arbeit.
Betroffen ist auch das Bischof-Lilje-Altenzentrum des Diakoniewerks an der Rehmstraße. 130 Bewohner werden ab 8 Uhr zum Wohnstift Wes terberg chauffiert. 16 schwerst pflegebedürftige Bewohner werden in den südlichen Teil des Hauses verlegt. Hannelore Hesse, Einrichtungsleiterin für Hauswirtschaft, blickt der Evakuierung gelassen entgegen: " Wir haben ja Übung darin." Vor zwei Jahren war das Küpper-Menke-Stift evakuiert worden, 2006 liefen die Vorbereitungen im Bischof-Lilje-Heim schon auf Hochtouren, als die Entwarnung kam. Damals entpuppte sich die " Bombe" als harmloser Metallklumpen. Ähnliches geschah im Oktober 2010 am Sonnenhügel. Die Sprengmeister stießen auf Reste einer Milchkanne.
So einfach wird es am Sonntag auf dem OSC-Gelände wohl nicht werden. Der mutmaßliche Blindgänger wurde bei den Bauarbeiten am OSC-Kindersportzentrum nicht zufällig entdeckt, sondern bei gezielten Sondierungen gefunden. Denn: 1995 war an gleicher Stelle ein Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Es handelte sich damals um eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit mechanischem Aufschlagzünder. Diesen Bombentyp können die Sprengmeister vor Ort entschärfen, wenn der Zünder nicht verbogen oder beschädigt ist. Anders die Bomben mit Säurezünder. Sie sind heimtückisch. Kleinste Erschütterungen können den Zünder scharfmachen und die Bombe in einem unberechenbaren Augenblick zur Explosion bringen. In Göttingen sind im Juni 2010 drei Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsteams durch die Detonation einer solchen Bombe ums Leben gekommen.
500 Einsatzkräfte von Polizei, THW, Sanitätsdiensten und Feuerwehr werden am Sonntag auf den Beinen sein. Die Evakuierung von 15 000 Menschen ist eine der größeren in der jüngeren Bomben-Geschichte der Stadt. Am 24. November 2002 waren 16 000 Menschen betroffen, als vier Bomben im Umfeld des Bahnhofs zeitgleich entschärft wurden.
Vielen dürfte die hektische Evakuierung im Oktober 2009 am Klushügel noch in Erinnerung sein, als 12 000 Menschen Hals über Kopf gehen mussten. Die Experten sprengten die Bombe mit Säurezünder in der Nacht am Fundort - der dumpfe Knall war in der ganzen Stadt zu hören.

Bildtext:

Der Fundort im OSC-Sportzentrum: In sechs Meter Tiefe wird eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe vermutet. Vor elf Jahren ist an gleicher Stelle ein Blindgänger gleichen Typs entschärft worden.

Fotos:

Jörn Martens

Der Busverkehr im Sperrgebiet ist eingeschränkt
Nach 10 Uhr ist im Evakuierungsgebietkein Ausstieg mehrmöglich. Betroffen sind die Linien 21, 91, 92, 491 und der Flughafen-ExpressX 150. Im Sperrgebiet liegen die Haltestellen Uhlandstraße, Heinrich-Lübke-Platz, Sandgrube, Mittagskamp, Hiärm-Grupe-Straße. Umleitungen ab etwa 11.30 Uhr bis zum Ende der Entschärfung: Linie 21 ab Haltestelle Osnabrückhalle über Heger-Tor-Wall und Lotter Straße zur Haltestelle Hans-Calmeyer-Platz (beide Richtungen). Linien 91, 92, 491 über Heger-Tor-Wall, Lotter Straße, Rheiner Landstraße und An der Blankenburg zur Haltestelle Spitze. Die Busse zum Schulzentrum Eversburg fahren von 8.30 bis11.30 Uhr ab Haltestelle Jahnplatz auf der Linie 92 bis zur Haltestelle Kurt-Schumacher-Damm stadtauswärts. Von dort den Kurt-Schumacher-Damm bis zum Kirchenkamp und ab Lotter Straße direkt zum Evakuierungszentrum.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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