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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie Experimente bei der Sprachförderung helfen
Zwischenüberschrift:
Professorin: Behinderte besser an Bildung teilhaben lassen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Was passiert, wenn man über eine brennende Kerze ein Glas verkehrt herum stülpt? Klar, das Glas beschlägt, die Kerze erlischt. Erwachsene wissen das. Und Kinder? Es hilft wenig, es ihnen abstrakt zu erklären. Wenn sie das Experiment allerdings selbst ausprobieren, bleibt die Erkenntnis im Gedächtnis der Kleinen haften. Dank dieser Forschungsergebnisse, die die Professorin für Chemiedidaktik Gisela Lück Mitte der 1990er-Jahre angestoßen hat und seitdem treibend verfolgt, hält naturwissenschaftliches Experimentieren zunehmend Einzug in Kindergärten. In der Gründlichkeit bei der Vermittlung von ersten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen im Kindergarten habe Deutschland eine Sonderstellung eingenommen, unterstreicht die Bielefelderin.
Jetzt hat Lück ihre Studien auf Kinder in Sprachförderschulen ausgeweitet. Und ein ermutigendes Resultat erhalten: " Immer wenn Kinder aktiv mit Gegenständen experimentieren, ist die Erinnerung an diese Begriffe doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Methoden." Zugleich hat die Wissenschaftlerin festgestellt, dass diese Kinder einen begeisterten Zugang zur Chemie und Physik finden. " Sie machen keine Experimente, sie zelebrieren sie." Und sie würden dabei die Zuverlässigkeit der Natur erkennen, wenn bei jeder Versuchswiederholung die Kerze erlösche. Weitere Effekte seien eine bessere Konzentrationsfähigkeit sowie die Förderung der Feinmotorik. Sie habe beobachtet, dass Kinder in heilpädagogischen Einrichtungen plötzlich wesentlich aktiver und konzentrierter geworden seien.
Nicht nur aus diesen Ergebnissen folgert Lück: " Wir müssen Behinderte besser an Bildung partizipieren lassen." Behinderung sei kein Stigma fürs Leben. " Es wäre fatal, diese Kinder auszugrenzen, denn dann behindern wir sie ein zweites Mal." Vehement tritt die Bielefelder Professorin für eine höhere Chancengerechtigkeit ein und bedauert, dass die deutschen Bildungssysteme nur für den Normalfall ausgelegt seien. Nicht nur Behinderte, auch Hochbegabte sowie Kinder mit Migrationshintergrund, die oftmals nur eine ungenügende Sprachförderung erhielten, würden aus dem Raster herausfallen.
Lück nimmt nun auch Jugendliche, denen möglicherweise eine bessere Unterstützung in Kindergarten und Schule gefehlt hat, ins Visier. " Wir gehen in Jugendeinrichtungen, die in sozialen Brennpunkten liegen, und bieten auf freiwilliger Basis Experimentiernachmittage an", sagt die Wissenschaftlerin. " Das ist bei den 14- und 15-Jährigen ein Renner."
Autor:
kas


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