User Online: 1 | Timeout: 11:47Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mit Tradition und Mut in die Arbeitswelt
Zwischenüberschrift:
Programm deMädchenzentrums für junge Mädchen aus streng religiösen Familien
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wer gebildet und gut ausgebildet ist, dessen Wort hat mehr Gewicht. Das wissen auch Gülüstan Genc und Maren Gärtner vom Mädchenzentrum in Osnabrück. Daher bieten die Sozialwissenschaftlerin und die Sozialpädagogin seit knapp einem Jahr ein Programm für Mädchen aus streng religiösen oder - wie Gülüstan Genc es ausdrückt - aus " traditionell orientierten Familien" an. Das Ziel: den Mädchen eine kleine Starthilfe ins Berufsleben zu geben.
Über Schulsozialarbeiter hat das Mädchenzentrum den Kontakt gesucht. Mittlerweile kommt jeden Freitag eine Gruppe Mädchen im Alter von 15, 16 Jahren zusammen. Eigentlich sind sie zu zehnt, aber meistens kommen nur sechs oder sieben, da viele zu Hause sehr eingespannt sind, sich zum Beispiel um den Haushalt kümmern oder auf ihre Geschwister aufpassen müssen.
" Unter den Mädchen sind derzeit muslimische Mädchen, Mädchen aus Indien, Bulgarien und Russland", sagt Gülüstan Genc. Damit diese Gruppe überhaupt gegründet werden konnte, war Überzeugungsarbeit notwendig. " Manche Eltern befürchten, dass wir versuchen, ihre Töchter einzudeutschen", sagt Maren Gärtner. Doch darum geht es in dem Programm nicht.
Gemeinsam mit den Mädchen und unter Rücksichtnahme auf ihren jeweiligen kulturellen Hintergrund soll ein Weg gefunden werden, nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zu erhalten. " Wir helfen den Mädchen zum Beispiel bei der Suche nach Praktika und machen ein Bewerbungstraining", erläutert Genc. Auch über das deutsche Schulsystem sind einige Mädchen nur schlecht informiert. Und schließlich sollen die Mädchen ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln und ihre Individualität schätzen lernen.
Das Programm stößt häufig bei den Eltern der betreuten Mädchen auf Skepsis. Daher haben die beiden Betreuerinnen auch davon abgeraten, die Mädchen in die Zeitung zu bringen. " Einmal hat eine Mutter angerufen und gefragt, ob ihre Tochter denn auch wirklich hier sei", erzählt Genc. " Deswegen ist es wichtig, die Eltern mit ins Boot zu holen", erläutert Gärtner. Die Eltern können sich jederzeit das Zentrum ansehen, und auch einem Elternabend stehen die beiden Frauen offen gegenüber.
Wie bei Problemen oder Interessenkonflikten mit den Eltern in Verhandlung getreten wird, entscheiden die Mädchen. In jedem Fall sollen keine religiösen und kulturellen Gefühle verletzt werden. " Häufig erarbeiten wir einen gemeinsamen Weg und beraten die Mädchen darüber, wie sie womöglich argumentieren könnten", sagt Genc. " Alles andere würde als Einbruch von außen gesehen werden."
Informationen zum Mädchenzentrum gibt es im Internet unter www.maedchenzentrum-os.de.

Bildtext:

Helfen jungen Mädchen beim Schritt ins Berufsleben: Maren Gärtner und Gülüstan Genc vom Mädchenzentrum.

Foto:

Seiler
Autor:
lauf


Anfang der Liste Ende der Liste