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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Shopping-Center für den Neumarkt?
 
Ein Magnet ist die große Hoffnung
Zwischenüberschrift:
Investor hat Interesse am Standort rund um den Wöhrl-Komplex - Stadt noch nicht festgelegt
 
Cima-Gutachter sagen Shopping-Center auch schädliche Nebenwirkungen voraus
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Es gibt neue Pläne für ein Shopping-Center rund um den Wöhrl-Komplex am Neumarkt. Im Gespräch sind 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche - das ist die Größenordnung von L+ T. Die Politiker aus dem Rat sollen in den kommenden Wochen die Frage beantworten, ob Osnabrück ein solches Zentrum haben will.
Als Investor für das Millionenprojekt steht die mfi AG aus Essen in den Startlöchern - ein Unternehmen, das Einkaufscenter in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern gebaut hat. Den Kontakt hatte der Osnabrücker Immobilienkaufmann Theodor Bergmann hergestellt. Oberbürgermeister Boris Pistorius bestätigte, dass er seit fast zwei Jahren regelmäßige Gespräche mit Bergmann führe, um die Planungen am Neumarkt voranzubringen.
Parallel dazu hat die Stadt ein Gutachten bei der Cima Beratung And Management GmbH Lübeck in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen eines solchen Zentrums auf den Einzelhandel der Innenstadt zu untersuchen. Unter bestimmten Voraussetzungen empfehlenswert, allerdings nicht ohne Nebenwirkungen, lautet das Resümee der Lübecker Marketingstrategen (siehe auch den nebenstehenden Artikel).
Mit dem Gutachten in der Schublade hofft Oberbürgermeister Pistorius jetzt auf breite Zustimmung im Rat. Obwohl er als Befürworter des Einkaufszentrums gilt, hält er sich auffällig zurück: Er wolle nichts vorgeben, sagt der erste Mann der Stadt. Jetzt habe der Rat das Wort.
Von einem attraktiven Shopping-Center am Neumarkt versprechen sich Stadtplaner eine Belebung der südlichen Innenstadt und vor allem der Johannisstraße. Die Pläne von Theodor Bergmann und der mfi AG zielen nicht nur auf das Karree zwischen dem Neumarkt und der Seminarstraße, auch eine Verlängerung bis zur Großen Rosenstraße wird ins Kalkül gezogen.
" Die Grundstücke sind verfügbar, und die Planungsabsichten werden gemeinsam mit den derzeitigen Grundstückseigentümern verfolgt", erklärte Bergmann auf Anfrage. Ziel sei eine zeitgemäße Geschäftshausbebauung unter Einbeziehung des grün gekachelten Eckhauses.
Ob einzelne Gebäudeteile abgerissen oder erhalten würden, müsse von Fall zu Fall entschieden werden, heißt es in der Stellungnahme des Immobilienkaufmanns.
Ihm gehören verschiedene Gebäude am Neumarkt, unter anderem das Neumarkt-Karree und das grün gekachelte Haus, zudem besitzt er Rechte an der Neumarkt-Passage. Zu seiner Motivation erklärte Bergmann, er wolle die Neuordnung dieses Stadtquartiers voranbringen und kooperativ mit den weiteren Partnern begleiten.
Ob der Rat ein Einkaufszentrum am Neumarkt unterstützt, ist derzeit offen. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es Vorbehalte aus mehreren Fraktionen. Befürchtet wird, dass durch die Investitionen am Neumarkt andere Teile der Innenstadt ins Hintertreffen geraten könnten.

Bildtext:

Das Ende der grünen Kacheln ist in Sicht: Ein Shopping-Center am Neumarkt mit magnetischer Anziehungskraft für kaufkräftige Kunden könnte die südliche Innenstadt und die Johannisstraße beleben.

Foto:

Gert Westdörp

OSNABRÜCK. Nicht kleckern, sondern klotzen: Das legt die Cima Beratung und Management GmbH aus Lübeck in ihrer Wirkungs- und Verträglichkeitsanalyse für ein Einkaufszentrum am Neumarkt nahe. Die Empfehlung an die Stadt lautet dennoch, eine Obergrenze von 22 800 Quadratmetern Verkaufsfläche festzulegen. Einnoch größeres Projekt gefährde das Gleichgewicht der innerstädtischen Lagen″.
Nach Ansicht der Lübecker Gutachter ist ein Shopping-Center rund um den Wöhrl-Komplex nur sinnvoll, wenn zugleich der Neumarkt umgestaltet wird. Sonst werde die Barrierewirkungdurch die breite Fahrbahn nicht aufgehoben. Es müsse gelingen, Anbieter zu gewinnen, die sich vom Standardbesatz anderer Innenstädte abheben″. Nur so könne ein Magnet entstehen, der da svorhandene Angebot sinnvoll ergänzt, statt nur mitihm zu konkurrieren″.
Einschränkend vermerken die Cima-Gutachter, dass ein neues Einkaufszentrum am Neumarkt auch dann schädliche Nebenwirkungen für Teile der Innenstadt haben werde, wenn ein innovativer Mietermix gefunden werde. Das gelte speziell für Randlagen wie Möserstraße, Wittekindstraße, Öwer de Hase und Teile der Georgstraße, also auch für Galeria Kaufhof und das frühere C& A-Gebäude.
Profitieren würden aber die an den Neumarkt grenzenden Teile der Großen Straße und der Johannisstraße.
Der mittlere Abschnitt der Großen Straße sei mit dem modern aufgestellten Magneten″ L+ T stark genug, sichim Wettbewerb zu behaupten. Sofern das Bekleidungshaus Peek & Cloppenburg an seinem jetzigen Standortbleibe, werde sich auch der Nikolaiort mit Herrenteichsstraße und Kamp behaupten.
Für die Kamp-Promenade, die bislang über keine optimale Branchen- und Mieterstruktur″ verfüge, stehe dagegen einiges auf dem Spiel, vor allem für den Fall, dass Saturn an einen neuen Standort ziehe. Die bevorstehende Wiederbelebung des ehemaligen Woolworth-Grundstücks sei aber ein erster Schritt für eine positive Entwicklung.
Unter dem Strich fassendie Gutachter zusammen, dass es durch ein neues Einkaufszentrum am Neumarkt zu Verschiebungen in den Handelslagen der Innenstadt kommen werde. Langfristig könnten gewisse C-Lagenihre Funktion als Einzelhandelsstandort ganz verlieren″.
Auf der anderen Seite werde sich der Neumarkt ohne ein neues Shopping-Centernicht von seinem Schmuddelimage befreien können.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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