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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Volkshochschullehrer fristlos gekündigt
Zwischenüberschrift:
Vorwurf: Illoyalität - Konflikt nach Schimmelsanierung im Haus des Lernens
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schimmel im neuen Haus des Lernens der Volkshochschule (VHS) Osnabrücker Land sorgte im Herbst für Unbehagen bei Schülern und Lehrern. Die Mängel sind inzwischen behoben. Einem Lehrer aber, der im Zuge der Sanierungsarbeiten mit der VHS-Geschäftsführung aneinandergeriet, droht nun der Verlust seines Arbeitsplatzes.
Seine Schüler, darunter junge Erwachsene, die Haupt- und Realschulabschlüsse nachholen, forderten in einer an VHS-Geschäftsführer Jörg Temmeyer gerichteten Petition die Rücknahme der fristlosen Kündigung. Vor und während der Schimmelsanierung hätten Schüler über Beschwerden geklagt. Kopfschmerzen und Übelkeit seien in der Zeit ständige Begleiter gewesen. Einige hatten täglich bis zu sechs oder mehr Unterrichtsstunden in dem Gebäude an der Johann-Domann-Straße in Osnabrück. Der Chemikaliendunst sei in dieser Zeit kaum zu ertragen gewesen. Schüler und auch Lehrer gingen deswegen zum Arzt. Ein anderer Pädagoge, der allerdings nur stundenweise während der Sanierung im November im Gebäude war, bestätigte die Berichte der Schüler auf Anfrage unserer Zeitung. Er kenne das Raumklima auch anderer neuer Schulgebäude. Das sei überhaupt nicht unangenehm gewesen, ganz anders als im VHS-Neubau im vergangenen Herbst.
Die Schüler vermuten nun, dass der energische Einsatz des gekündigten Lehrers für ihre durch die Sanierung beeinträchtigte Gesundheit zum Rausschmiss geführt hat. Das sei nicht so, sagt der VHS-Geschäftsführer. Im Gegenteil: Da er sein Büro im Kreishaus am Schölerberg hat, habe er die Mitarbeiter im Haus des Lernens sogar ermuntert, entdeckte Mängel zu melden, um sie innerhalb der Gewährleistungsfrist vom Bauunternehmen beseitigen lassen zu können. Der gekündigte Lehrer sei seiner Aufforderung auch eifrig nachgekommen - ganz im Sinne der Geschäftsführung.
Worin dann aber der Vorwurf mangelnder Loyalität begründet ist, mit der die fristlose Kündigung bereits beim Gütetermin erklärt worden war, dazu wollen weder Temmeyer noch Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff etwas sagen. Der Landkreis als Träger der VHS halte sich grundsätzlich in schwebenden Gerichtsverfahren bedeckt. Auch der gekündigte Lehrer und sein Anwalt sagen nichts: Gerade weil die VHS-Geschäftsführung seinem Mandanten mangelnde Loyalität vorwerfe, wolle man sich nicht äußern. Der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Osnabrück ist gescheitert. Am 30. März wird verhandelt.
Der feuchte Estrich in den Räumen im Erdgeschoss, der zur Schimmelbildung geführt hat, ist inzwischen trockengelegt. Nach den Weihnachtsferien wurde der Betrieb in den Klassen wiederaufgenommen. Warum der Boden zu nass war, werde noch untersucht, so der VHS-Geschäftsführer. Als Ursache komme der starke Regen im August 2010 in Betracht, der in der Region zu Überschwemmungen geführt hatte. Letztlich sei die Ursache aus Sicht der VHS aber auch unerheblich, weil der Generalunternehmer Züblin, der das Haus des Lernens gebaut hat, die Kosten trägt.
Die von den Schülern beschriebenen Gesundheitsbeschwerden während der Schimmelsanierung will der VHS-Geschäftsführer nicht bewerten. Die VHS habe auf die Kompetenz der vom Generalunternehmer mit der Sanierung beauftragten Firmen vertraut, sagt Temmeyer. Eigene Untersuchungen des Raumklimas, zum Beispiel durch Fachleute des Landkreises, habe es nicht gegeben.

Autor:
Michael Schwager


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