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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Fischen in der"Matschepampe"
Zwischenüberschrift:

Grundschüler in der Dodesheide lernen Papiermachen von Profis
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Das ist das erstederartige Angebot an unserer Schule"
Dirk Dräther, Lehrer

Osnabrück. Die Schule in der Dodesheide hat eine besondere Premiere erlebt: Auszubildende der Osnabrücker Firma Ahlstrom zeigten den Schülern der Klasse 3b, wie Papier hergestellt wird. Nachdem sie theoretisch den Durchblick hatten, durften die Grundschüler in ihrem Werkraum selbst Papier schöpfen.
" Jetzt hört gut zu, denn besser als die Experten von Ahlstrom kann keiner in Osnabrück die Papierherstellung erklären", wandte sich Klassenlehrer Dirk Dräther zu Beginn der Doppelstunde an die 22 gespannt wartenden Kinder. Dann begannen die angehenden Papiertechnologen Yvette Hornig, Tobias Fark und Melvin Brinkschröder mit ihrer kindgerechten Präsentation. Diese hatten sie in mehrstündigen Sitzungen und in Absprache mit ihrem Ausbildungsleiter Dieter Reichelt selbst vorbereitet.
" Wer weiß, woraus Papier hergestellt wird?", fragte die 20-jährige Yvette Hornig die Kinder. Mehrere Hände schnellten in die Höhe. " Aus Holz", sagten die Kleinen. Die Azubis nickten und veranschaulichten den Kindern anhand von Plakaten den Weg vom Baumstamm zum Papier. Abwechselnd erklärten die drei Auszubildenden des zweiten Lehrjahrs, wie eine Maschine Hackschnitzel aus dem Holz produziert und die Fasern im Wasser weich gekocht und gesiebt werden, bevor der entstandene Zellstoff in einem weiteren industriellen Kreislauf gereinigt, gepresst und entwässert wird. Die Kinder hörten aufmerksam zu.
Dann sollten sie ihnen bekannte Papiersorten aufzählen. Malpapier, Druckerpapier, Taschentücher . . . Als ein Schüler " Esspapier" sagte, war das Gelächter groß. Anschließend durften die Drittklässler Fragen stellen. Sie hatten sich vorab im Internetüber das Thema schlaugemacht und einige Begriffe notiert, die sie nicht verstanden hatten. Also erläuterten die Gäste nun geduldig, was Formrahmen und Primärrohstoffe sind und wie gebleicht wird: nämlich umweltverträglich mit Sauerstoff. Für die Erklärungen gab es spontanen Applaus.
Dann war das Geschick der Grundschüler gefragt: Sie stellten sich in zwei Reihen vor einer großen, mit " Matschepampe" gefüllten Wanne auf. Nacheinander fischten die Kinder, Siebe schwenkend, die Faserstoffe aus dem trüben Wasser. " Das ist cool", sagte der neunjährige Mau rice begeistert, während die frischen Erzeugnisse von den Fachleuten gewalzt wurden. Die Kinder kennzeichneten ihre Kunstwerke und hängten sie zum Trocknen auf eine Wäscheleine. Maurice freute sich darauf, das Papier am nächsten Tag beschreiben zu können. " Das ist das erste derartige Angebot an unserer Schule. Wir versuchen, diese Kooperation mit dem Unternehmen zu etablieren", sagte Lehrer Dräther.
Mike Barde, Betriebsratsvorsitzender bei Ahlstrom, dessen Tochter Hannah-Maria in die dritte Klasse geht, hatte die Aktion angestoßen. Ziel sei es, die Schüler frühzeitig über industrielle Abläufe zu informieren und den Beruf des Papiertechnologen bekannter zu machen; gleichzeitig könnten die Auszubildenden so das Präsentieren üben, sagte Barde.

Bildtext:

So geht' s: Die Auszubildenden machen Papier, die Schüler machen es nach.

Fotos:

Egmont Seiler
Autor:
hedi


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