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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ist es Zeit,einen Schnitt zu machen?
Zwischenüberschrift:
Kastrationspflicht umstritten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Belm. Immer mehr Kommunen greifen durch: Um Katzenplagen in den Griff zu bekommen, haben sie eine Kastrationspflicht für die Samtpfoten eingeführt. Paderborn, Hannover oder Hildesheim wollen die unkontrollierte Vermehrung so unterbinden. Eine Lösung auch für Osnabrück und Umgebung?
Da machen wir uns hier im Moment noch keine Gedanken drüber″, sagt Jürgen Menkhaus vom Landkreis Osnabrück. Seiner Aussage nach kann im Gegensatz zu anderen Regionen in Stadt und Landkreis von keiner Katzenplage gesprochen werden.
Die Aussage kann ich so aber nicht nachvollziehen″, sagt Martina Rüthers. Die Samtpfoten bereiten der Leiterin des Osnabrücker Tierheims schon seit Jahren Kopfzerbrechen. Es werden immer mehr. Gleichzeitig ist die Vermittlungsquote rückläufig.″ Die Konsequenz: Einige der Katzen sitzen hier schon seit Jahren.″
Ausgelegt sei das Tierheim für 70 bis 80 Katzen, so die Leiterin. Es sind aber über 100. Und das schon seit Monaten! Inzwischen seien die Katzen der größte Kostenfaktor für das Tierheim, dessen Trägerverein unter anderem auch für die Kastration von Fundkatzen aufkommt. Bei einer Katze kostet das 120 Euro, bei einem Kater 80 Euro″, erklärt Rüthers.
Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation macht sie sich nicht. Jetzt beginnt wieder die Katzenzeit. Die nächste Schwemme kommt, und wir sind bereits jetzt an der Obergrenze.″ Kann da die allgemeine Kastrationspflicht Abhilfe schaffen? Grundsätzlich würde ich so etwas begrüßen. Aber ist das wirklich umsetzbar?
Diese Frage stellt man sich beim Landkreis auch. Sprecher Menkhaus sagt: Die rechtlichen Hürden sind hoch. Es reicht nicht aus, wenn gesagt wird, die Tierheime sind voll.″ Durchsetzen müssten nicht der Landkreis oder das Veterinäramt die Kastrationspflicht, sondern die Ordnungsbehörden der Kommunen. Dazu ist laut Menkhaus aber eine Gefährdungslage notwendig - also Gefahr für den Menschen durch die Samtpfoten etwa in Form von Krankheitserregern. Und dann müsse geklärt werden, ob wirklich alle Katzen unter das Messer kommen oder nur Streuner. Und wer soll überhaupt für die Kosten aufkommen?
Fragen über Fragen - die für den Katzenschutzbund Osnabrück allerdings längst beantwortet sind. Wir sammeln zurzeit Unterschriften für die Einführung der Kastrationspflicht″, sagt Vorsitzender Andreas Renner. Die Listen liegen bei Tierärzten aus.″ In seinem neuen Domizil im Bissendorfer Ortsteil Krevinghausen betreut der Katzenschutzbund gerade etwa 50 Samtpfoten. Und die Katzenzeit steht ja noch bevor. Auf den Internetseiten des Tierschutzvereins www.katzenschutzbund.com »steht jetzt schon der Aufruf Katzenkinder suchen ein Zuhause″. Unter dieser Adresse können auch Unterschriftlisten angefordert werden.
Katzen, die frei leben, gehen meistens elendig zugrunde″, erklärt Renner. Sie sind oft krank, Verletzungen sind schlecht verheilt, sie haben Würmer.″ Aber einer Katze mag es noch so schlecht gehen, sie vermehrt sich - ungehemmt. Und es ist nicht nur der Nachwuchs der in Freiheit lebenden Tiere, der den Tierschützern Sorge bereit: Auch der ungewollte Nachwuchs von Hauskatzen wird oft ausgesetzt.″
Für einige Kommunen im Landkreis ist die Einführung der Kastrationspflicht für Katzen kein Thema. Wir planen nichts in dieser Richtung″, sagt Dirk Meyer von der Gemeindeverwaltung Belm. Lediglich fünf bis sechs Fundkatzen im Jahr gebe das Ordnungsamt beim Tierheim ab. Wir haben andere Probleme″, sagt Glandorfs Bürgermeister Franz-Josef Strauch knapp. Fundkatzen seien eher selten.
Wir befassen uns durchaus mit dem Thema Kastrationspflicht″, sagt hingegen Torsten Dimek, Leiter des Ordnungsamtes Georgsmarienhütte.

Bildtext:
Viele wilde Katzen gehen elendig ein. Sie leiden an Krankheiten, ihre Wunden verheilen nur schlecht. Der Katzenschutzbund sammelt zurzeit Unterschriften für die Einführung einer Kastrationspflicht.
Foto: Archiv

Kommentar
Katzenbesitzer in der Pflicht
Von Christoph Granieczny - Der Leidensdruck bei den Kommunen ist offenbar noch nicht hoch genug, um die Kastrationspflicht für Katzen in die Wege zu leiten. Die Tierschützer schlagen hingegen schon seit Jahren Alarm. Einen Kompromiss gibt es bei diesem Thema nicht.
Zunächst sind sowieso die Katzenbesitzer gefragt. Jeder, der sich eine Katze anschafft, sollte sich verpflichtet fühlen, sein Tier kastrieren zu lassen. Dieser Schritt sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Doch so tickt der Mensch nicht. Viele sparen sich lieber das Geld für eine Operation. Die Folgen sind leidende Tiere und überfüllte Heime. Das Gejammer ist groß.
Ein altes und kontrovers diskutiertes Thema ist die Einführung einer Katzensteuer. Diese Taxe müssten die Kommunen erheben, so wie es für Hunde längst gängige Praxis ist. Jeder Katzenbesitzer, der nachweist, dass sein Tier kastriert ist, könnte dann von der Steuer befreit werden.
Autor:
Dirk Fisser
 
Christoph Granieczny


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