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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Verkehrsinfarkt auf Großer Straße
Zwischenüberschrift:
Osnabrücks 1a-Lage im Jahr 1960
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Momentaufnahme des Verkehrsgeschehens auf der Großen Straße im Jahr 1960 wirkt wie ein Beweisfoto aus der Fraktion der Straßenbahngegner, Motto: " So geht' s nicht weiter." Zu sehen ist ein Zug der Linie 2, der sich, vom Schölerberg kommend, vermutlich unter ständigem Bimmeln gegen den Autoverkehr in Richtung Haste durchkämpfen muss.
Tatsächlich war das Aus für Osnabrücks umweltfreundliches Nahverkehrsmittel schon zwei Jahre zuvor mit diesem Hauptargument im Stadtrat beschlossen worden. Ganz überwiegend hatte die Straßenbahn keinen eigenen Gleiskörper, sodass es in den beengten Innenstadtverhältnissen immer wieder zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern kam, bei denen die schienengebundene Bahn den Kürzeren zog.
Der Fotograf Alfred Spühr gehört im Übrigen gewiss nicht zu den Straßenbahngegnern. Der fleißige Dokumentarist des Osnabrücker Straßenbahnwesens hat sich das große Verdienst erworben, zwei Wochen vor der Einstellung des Bahnbetriebs noch einmal alles im Bild festgehalten zu haben. Aus dieser Serie stammt das Foto vom 14. Mai 1960.
15 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht die Große Straße noch ganz im Zeichen eines von der Not getriebenen schnellen Wiederaufbaus. Architektonische Geschlossenheit der Straßenfronten war nicht das Thema der 1950er-Jahre gewesen, sondern die schnelle Schaffung von Verkaufsflächen wenigstens im Erdgeschoss.
Die Ecke zum Neumarkt markiert das hoch aufragende Bekleidungshaus Bergmann in der Bildmitte. Drei Häuser davor verkaufte Heinrich Voss Korsagen und Sanitätsbedarf. Das Fachgeschäft existiert als eines der selten gewordenen inhabergeführten Geschäfte bis heute an gleicher Stelle. Rechts daneben war die Musikalienhandlung Rawie, erkenntlich an dem Reklameschild des Hohner-Akkordeon-Spielers. Noch weiter rechts lag auf dem hinteren Grundstück die Brotfabrik Brockmann. Der Bäckereiladen, knapp außerhalb des rechten Bildrandes, sprang einige Meter hinter die Bauflucht zurück. Die Inhaber hatten offensichtlich mit einer Verbreiterung der Großen Straße gerechnet. Seit 2004 befindet sich hier der Durchlass zum Einkaufszentrum Kamp-Promenade.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kündet die dreieckige Dugena-Uhr von Konstanz. Der Werbeträger der Hausmarke des Uhrenhauses Schenk ist über das halbe Jahrhundert im Design moderner geworden, aber als Marke wiedererkennbar geblieben. Von Radio Deutsch hat nur der Name Deutsch-Passage mit dem Durchgang zur Hase die Zeiten überdauert. Ihre Einkäufe trugen die Osnabrücker damals in Netzen oder textilen Einkaufstaschen nach Hause. Die große Zeit der Plastiktüten mit Reklame-Aufdruck begann erst zehn Jahre später.

Bildtext:

Die Große Straße anno 1960 mit Blickrichtung zum Neumarkt zeigt viel Autoblech und eine dagegen ankämpfende Straßenbahn. Das Foto hat uns Alfred Spühr zur Verfügung gestellt.

Foto:

Alfred Spühr
Autor:
Joachim Dierks


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