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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
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Zwischenüberschrift:
Pilotprojekt: Städtebotschafter an der Wittekind-Realschule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Ich hatte mir England immer als ein ganz fremdes Land vorgestellt, wo die Menschen auf der falschen Seite Auto fahren", sagt Ronald. Doch nach zwei Unterrichtsstunden mit Städtebotschafter Alexander Smith aus Derby hat der Zehntklässler gemerkt: Es gibt ziemlich viele Gemeinsamkeiten. In einem Modellprojekt besuchen Smith und seine französische Kollegin Lucile Pineau aus Angers bis Juni regelmäßig die Wittekind-Realschule.
Auf dem Lehrerpult vor dem Städtebotschafter stehen zwei Wimpel: einer mit dem Wappen seiner Heimatstadt Derby, einer mit der britischen Flagge. Davor eine Flasche englisches Bier. Smith gibt sich Mühe, langsam und deutlich zu sprechen, als er den Schülern der 10b Bilder aus Derby zeigt und vom Alltag in der britischen Stadt erzählt.
" Do you have a favourite pub in Derby?", will ein Junge wissen. Ja, er habe einen Lieblings-Pub, antwortet Smith: " Blessington Carri age". Dort laufe alternative Rockmusik, und die Drinks seien günstig, sagt Smith auf Englisch und grinst. Die Sympathien der 15- und 16-Jährigen sind ihm sicher.
Schüchtern sind die Zehntklässler trotzdem. Vor dem Muttersprachler möchten sie keine Fehler machen und achten ganz genau auf Satzbau und Grammatik. Gesprochen wird ausschließlich Englisch. Dass Smith auch Deutsch beherrscht, hat Englisch-Lehrerin Maike Verwiebe wohlweislich verschwiegen.
Damit die Schüler in Gruppenarbeit zur Sprachübung einen ganzen Tag in Derby planen können, hat Smith Touristen-Broschüren mitgebracht. Konzentriert blättern sie und suchen sich Stationen aus: morgens " English Breakfast", dann Sightseeing und abends eine Streiftour durch die Kneipenszene.
" Es ist sehr interessant, die englische Sprache mal akzentfrei zu hören", sagt ein Zehntklässler. Verständnisprobleme habe er nicht gehabt - " und außerdem konnten wir ja Fragen stellen."
Vorbereitet haben die Städtebotschafter ihre Unterrichtsbesuche in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Lehrern. Die französische Städtebotschafterin Lucile Pineau etwa hat mit den Schülern eine Zugfahrt in Frankreich simuliert: Sie mussten Fahrkarten und Métro-Tickets kaufen, Schecks ausfüllen und merkten dabei, dass die komplizierten französischen Zahlen durchaus relevant für den Alltag sind. " Für die Schüler ist dies eine große Abwechslung zum alltäglichen Unterricht", freut sich Anne Westermann, Schulleiterin der Wittekind-Realschule.
Noch mehrmals werden Smith und Pineau den verschiedenen Klassenstufen einen Besuch abstatten. Initiiert hat die Zusammenarbeit zwischen der Wittekind-Realschule und den Städtebotschaftern das Bildungsbüro Osnabrück. " Eigentlich lag nichts näher, als die Städtebotschafter enger mit den Schulen in Kontakt zu bringen", sagt Stadträtin Rita Maria Rzyski. Doch obwohl die Städtebotschafter seit Jahrzehnten eine feste Institution in Osnabrück sind, hätten die Schulen davon bislang kaum Gebrauch gemacht, bedauert der Leiter des Städtepartnerschaftsbüros, Jens Koopmann. " Schade eigentlich, denn wir sind ja da", sagt er.
Ziel sei nun, das Konzept auch auf andere Schulen zu übertragen, erläutert Rzyski. Auch die beiden Städtebotschafter aus Russland und der Türkei könnten den interkulturellen Austausch an den Schulen beleben.

Bildtext:

" Derby ist der zentralste Ort in ganz Britannien", erzählt Städtebotschafter Alexander Smith den Schülern der 10b - auf Englisch, versteht sich.

Foto:

Jörn Martens
Autor:
Sandra Dorn


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