User Online: 1 | Timeout: 13:29Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrück lehnt Bissendorfer Pläne ab
Zwischenüberschrift:
Stadt sieht eigene Ziele durch Gewerbeansiedlung gefährdet - Auch Naturschutz ein Thema
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Bissendorf. Die Stadt Osnabrück wendet sich strikt gegen die Ausweisung neuer Gewerbeflächen in Bissendorf. In ihrer Stellungnahme an die Planungsbehörde des Landkreises kritisiert sie den Flächenverbrauch vor ihrer Haustür und verweigert dem Vorhaben ihre Zustimmung.
Auf einer von drei landwirtschaftlich genutzten Flächen will die Gemeinde Bissendorf Gewerbebetriebe ansiedeln. Zwei von ihnen liegen in der Nähe der Autobahnabfahrt Natbergen. Über die dritte und mit 41 Hektar auch größte Fläche wurde schon vor einem Jahr heftig gestritten. Damals hatte die Gemeinde Bissendorf das Gelände zwischen dem Eistruper Berg und der Siedlung Natbergen als Standort für die Spedition Koch und den Wintergarten-Hersteller Solarlux ins Auge gefasst.
Die Stadt Osnabrück, die sich als Oberzentrum betrachtet, wirft in ihrer Stellungnahme die Frage auf, ob die Planung ihrer Nachbargemeinde überhaupt noch zu der eines Grundzentrums passt. Die neuen Gewerbegebiete zielten nicht darauf ab, den Eigenbedarf für Bissendorfer Betriebe abzudecken, sondern massiv zu expandieren. Das habe jedoch schwerwiegende Folgen auch für Osnabrück. Die Stadt bemühe sich intensiv, den Flächenverbrauch zu minimieren, indem alte Kasernen- und Industrieflächen revitalisiert würden. Wenn die Nachbargemeinde Bissendorf jetzt im großen Maßstab preiswerte Gewerbeflächen auf den Markt werfe, schwäche sie die Standortpolitik der Stadt Osnabrück erheblich. Die Stellungnahme trägt die Unterschrift von Stadtbaurat Wolfgang Griesert. Vom Stadtentwicklungsausschuss wurde sie ausdrücklich begrüßt.
Besonders kritisch wird in Osnabrück die Ausweisung der stadtnahen Fläche an der Natberger Straße gesehen. Sie liege in einem regionalen Freiraum ohne Bezug zum Siedlungsschwerpunkt der Gemeinde Bissendorf. Damit seien Verkehrsprobleme auch im Stadtgebiet vorgezeichnet, heißt es in der Stellungnahme aus Osnabrück. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass die Stadt eine Aufhebung des Lkw-Verbotes auf der Meller Landstraße in Voxtrup auch für die Zukunft nicht beabsichtige.
Als problematisch werden aber auch die Auswirkungen auf den Naturschutz, den Klimaschutz und den Erholungswert der Landschaft bezeichnet. Mit ihrer Planung verbaue die Gemeinde Bissendorf einen 1000 Meter breiten Korridor zwischen der Haseniederung und den Siedlungsgebieten beider Kommunen. Nur ein Fünftel dieses grünen Fingers werde von der geplanten Bebauung verschont. Durch den Bau des Gewerbegebiets könne die Frischluftfunktion dieser Schneise verloren gehen. Denkbar sei, dass darunter auch die Frischluftversorgung der Osnabrücker Innenstadt leide.
Die Stadt verweist zudem auf die Gefährdung von Fledermausquartieren im östlichen Stadtgebiet. Die besonders geschützte Breitflügelfledermaus habe in der Nähe ihre Wochenstubenquartiere. Die Jagdgebiete und Flugrouten reichten in das Plangebiet hinein.

Bildtext:

Stein des Anstoßes ist für die Stadt Osnabrück die Gewerbeplanung der Gemeinde Bissendorf in Natbergen.

Foto:

Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


Anfang der Liste Ende der Liste