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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schon wieder: Radler im toten Winkel
Zwischenüberschrift:
Bei Unfall mit Lastwagen schwer verletzt - Fünf Todesopfer seit 2001
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schon wieder ein lebensgefährlicher Fahrradunfall mit einem abbiegenden Lkw: Ein 41-jähriger Mann erlitt schwere Verletzungen, als er am Donnerstagmorgen von einem Lkw-Fahrer übersehen wurde. Der Unfall ereignete sich an der Einmündung vom Johannistorwall in die Johannisstraße.
Von Rainer Lahmann-Lammert - Es passierte um 10.05 Uhr: Ein schwerer Lkw aus Weißrussland war auf dem Johannistorwall unterwegs. Beim Rechtsabbiegen in Richtung Iburger Straße übersah der 26 Jahre alte Mann am Steuer den Radler, der geradeaus in Richtung Hauptbahnhof fahren wollte.
Der Radfahrer wurde von dem schweren Truck überrollt. Nach Polizeiangaben erlitt er dabei schwere Beinverletzungen. Glück im Unglück: Es soll sich nicht um lebensgefährliche Verletzungen handeln.
Zurück blieb ein demoliertes Fahrrad, dessen platt gewalztes Rahmenrohr erschreckend eindrucksvoll zeigte, welch ein Gewicht ein solcher Lastzug auf die Straße bringt. Die Polizei sperrte den Kreuzungsbereich ab, um den Unfall aufzunehmen. Währenddessen musste der Verkehr einschließlich der Busse umgeleitet werden.
Erst am Mittwoch hatte es am Berliner Platz einen ähnlichen Unfall mit glimpflichem Ausgang gegeben. Dabei hatte sich die Radlerin gerade noch in Sicherheit bringen können. Seit 2001 sind in Osnabrück fünf Radler durch abbiegende Lkw ums Leben gekommen.
Im Juli 2009 passierte es am Fürstenauer Weg: Eine 78-jährige Frau verlor auf ihrem Rad das Gleichgewicht, stürzte und wurde von einem Tieflader überrollt.
Ein 59-jähriger Radfahrer starb im Januar 2009, als er unter einen abbiegenden Kipper geriet. Der Unfall ereignete sich auf dem Johannistorwall an der Einmündung zur Kommenderiestraße. Er verlief nach dem gleichen Muster wie das Unglück von gestern.
Im Juni 2006 wurde ein 81-jähriger Radfahrer an der Buerschen Straße/ Ecke Alte Poststraße von einem abbiegenden Lkw überrollt. Auch er war sofort tot. An dieser Stelle war bereits im November 2001 eine 60-jährige Radlerin von einem rechts abbiegenden Laster überrollt und tödlich verletzt worden.
Im Mai 2004 ereignete sich ein tödlicher Unfall auf der Hansastraße: Der Fahrer eines Lasters bog nach rechts ab und überfuhr eine 25-jährige Studentin.
Das Problem ist immer wieder der tote Winkel. Darauf weist Polizei-Pressesprecherin Anke Hamker hin. Vom Führerhaus eines schweren Lastwagens sind Radfahrer kaum zu erkennen und in bestimmten Positionen sogar unsichtbar. Mit Zusatzspiegeln lasse sich diese Sichtlücke verringern, sagt Anke Hamker.
Seit dem 1. April 2009 müssen aufgrund einer EU-Richtlinie Lastwagen (ab 3, 5 Tonnen) mit verbesserten Rückspiegeln ausgerüstet sein, die den toten Winkel minimieren. Dennoch: Es bleibt ein unsichtbares Feld. Lkw aus Osteuropa und Lastwagen des Baujahres 2000 oder älter fallen nicht unter die Spiegel-Richtlinie. Die Nachrüstkosten liegen bei etwa 150 Euro pro Fahrzeug.

Bildtext:

Beim Rechtsabbiegen vom Petersburger Wall in die Johannisstraße überrollte ein Lkw-Fahrer einen Radler, der dabei schwere Verletzungen erlitt.

Foto: Michael Hehmann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, Wilfried Hinrichs


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