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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Als das Sebastopol brannte
Zwischenüberschrift:
Zehn Jahre ist es her: Ausstellung im EMA-Gymnasium erinnert an das Feuer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vor zehn Jahren wurde das Schulzentrum Sebastopol durch einen Großbrand schwer beschädigt. Zwei Jahre lang dauerte es, bis der Schulunterricht dort komplett wieder aufgenommen werden konnte. Eine kleine Fotoausstellung im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium erinnert nun an das Unglück.
" Ich habe heute noch den Brandgeruch in der Nase." Als EMA-Schulleiter Hartmut Bruns diese Worte bei der Eröffnung ausspricht, nicken seine Kollegen Anne Gussenberg-Westermann (Wittekind-Realschule) und Karl Wurdel (Felix-Nussbaum-Schule) mit den Köpfen. Alle drei haben die Nacht vom 24. auf den 25. Februar 2001 nachhaltig in Erinnerung. Damals, es war die Nacht nach dem Ossensamstag, hatte sie das Telefon aus dem Schlaf gerissen und zum Schulzentrum Sonnenhügel gerufen, das damals noch Sebastopol hieß. Dort war schon eine ganze Reihe von Feuerwehrzügen im Einsatz.
Wie später ermittelt wurde, hatte sich eine Mehrfachsteckdose im Schülercafé " Café Olé" überhitzt, was einen Schwelbrand zur Folge hatte. Es bildete sich eine kritische Zusammensetzung aus verschiedenen Gasen, die sich in einem " Flashover" entzündete. Der über 1000 Grad heiße Gas-Feuerball hatte das Innere des Schulzentrums vollkommen verwüstet. Alle Kunststoffe, selbst Betonteile waren geschmolzen, alles, aber auch alles mit schmierigem Ruß überzogen und mit Brandgeruch behaftet.
Bruns und einige seiner Lehrerkollegen hatten damals in den ersten Tagen Fotos von der Brandstelle gemacht. Die boten jetzt die Grundlage für die kleine Ausstellung in der Schulbibliothek, die an den zehnten Jahrestag des Unglücks erinnert. Zusammen mit ihren Lehrern Thomas Johannsmeyer und Jakob Bartnik haben die EMA-Kunstschüler die Fotos thematisch geordnet, mit grafischen Mitteln aufgepeppt und in Rahmen präsentiert.
Die Schautafeln lassen das Ausmaß der Zerstörung und die Folgen noch einmal Revue passieren. Sie zeigen völlig ausgebrannte, verrußte Räume, in der Hitze geschmolzene Gegenstände, Einsatzfahrzeuge und Helfer. Aber auch das Containerdorf auf dem Schulhof, das zwei Jahre lang den Schulbetrieb gewährleistete. " Das Gymnasium war an über 40 Stellen in der Stadt untergebracht, in anderen Schulen, in Räumen der Universität, in kirchlichen Gemeindezentren, sogar im Nussbaum-Museum", zählte Bruns nur einige von ihnen auf.
Während dieser Zeit wurde das 1980 in Dienst gestellte Schulzentrum komplett entkernt und die Gelegenheit genutzt, es zu modernisieren. Fachräume, die heutige Bibliothek und die Schulcomputer wurden auf aktuellen Stand gebracht. Die Kosten bezifferten sich auf 15, 1 Millionen Euro, wovon die Stadt 1, 7 Millionen übernahm, den Rest zahlte die Versicherung. " Wer hätte damals gedacht, dass dieses Unglück gleichzeitig die Chance für eine Erneuerung geboten hat?", sagte Rektor Wurdel während der kleinen Eröffnungsfeier der Ausstellung.

Bildtext:

Es blieb nicht viel: Ein sogenannter Flashover sorgte dafür, dass selbst Beton im damaligen Schulzentrum Sebastopol schmolz.

Foto:

Archiv/ Michael Hehmann
Autor:
Horst Troiza


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