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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lärmschutzwand: Die Käufer zahlen
Zwischenüberschrift:
Stadt ändert Bebauungsplan für ehemalige Britensiedlung Voßkamp
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Was britische Ohren ertragen mussten, wird für deutsche Ohren gedämpft: Die Stadt plant eine Lärmschutzwand für die Häuser am Voßkamp, um den Geräuschpegel der Rheiner Landstraße zu senken. Dafür - und für den erhöhten Platzbedarf der parkenden Autos - will die Stadt den Bebauungsplan ändern. Die Bürgerbeteiligung läuft schon.
Der Voßkamp ist eine kleine Wohnstraße in der Weststadt, die über den Lotter Kirchweg erreichbar ist. In die acht Doppelhäuser, die bis vor zwei Jahren von britischen Soldatenfamilien bewohnt wurden, ziehen bald neue Bewohner. Schuttcontainer und Dämmplatten zeugen davon, dass einige von ihnen schon mit dem Renovieren begonnen haben.
Damit die Veränderungswünsche der neuen Bewohner nicht in gestalterische Beliebigkeit ausarten, will die Stadt den Bebauungsplan 51 ändern, der dem 150 Meter langen Straßenabschnitt gewidmet ist. Farben und Materialien von Fassaden und Dächern sollen ebenso festgelegt werden wie Hecken aus heimischen Laubgehölzen.
Streitpunkt Bäume
Als Streitpunkt erweist sich die Frage, wie viele Bäume dem Veränderungsdruck weichen dürfen. Schon jetzt steht fest, dass der geplanten Lärmschutzwand stattliche Exemplare weichen müssen. Aber auch die Absicht, mehr Parkraum für Autos bereitzustellen, sorgt für Kontroversen. Denn es zeichnet sich ab, dass dafür ebenfalls Bäume verschwinden werden.
Der Fachbereich Städtebau drängt darauf, Garagen oder Stellplätze für Autos nur innerhalb bestimmter Baugrenzen zu gestatten, um Ruhebereiche auf den Grundstücken unangetastet zu lassen.
Dass eine Lärmschutzwand und kein Lärmschutzwall gebaut werden soll, wird mit dem geringeren Platzbedarf begründet. Einem Wall, so argumentiert der Fachbereich, hätten noch mehr Bäume geopfert werden müssen. Die Lärmschutzwand im Wert von etwa 135 000 Euro bekommen die neuen Eigentümer der 16 ehemaligen Britenhäuser nicht geschenkt. Über ihre Anliegerbeiträge müssen sie das Bauwerk finanzieren. Dazu kommen voraussichtlich Unterhaltungskosten, die jedes Jahr anfallen werden.
Ein Gutachter hat berechnet, dass eine Lärmschutzwand die Geräuschbelastung zwar spürbar reduzieren wird, in den Obergeschossen der Häuser könnte es aber nachts immer noch zu laut sein. Es wird deshalb empfohlen, Schlafräume und Kinderzimmer auf der lärmabgewandten Gebäudeseite anzuordnen.
Im Vorfeld hatte es bei der Stadt Überlegungen gegeben, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) bei der Privatisierung der Häuser einen Aufschlag für die Lärmschutzwand erhebt, um die nachträgliche Kostenbelastung zu vermeiden. Dazu kam es jedoch nicht. Deshalb müssen sich die neuen Voßkamp-Anwohner nun auf eine Rechnung von der Stadt einstellen.
Die Stadt will den Bebauungsplan Nr. 51 in einem beschleunigten Verfahren ändern. Bis zum 22. März haben Interessierte Gelegenheit, die Pläne einzusehen und Bedenken und Anregungen zu äußern. Ausgelegt sind die Pläne im Fachbereich Städtebau, Dominikanerkloster, Hasemauer 1, Obergeschoss, montags bis donnerstags 9 bis 17 Uhr, freitags 9 bis 13 Uhr, Telefon 323-26 51, Internet: www.osnabrueck.de.

Bildtext:

Die Briten sind zurück auf der Insel, jetzt richten sich neue Bewohner in den Häusern am Voßkamp ein. Um ihren Lebensgewohnheiten Rechnung zu tragen, ändert die Stadt den Bebauungsplan, die Bürgerbeteiligung läuft schon.

Foto:

Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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