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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Frühjahrsputz unterm Kettenschutz
Zwischenüberschrift:
Die Stadt reinigt den Vorplatz des Hauptbahnhofs - Dabei sind die Fahrräder im Weg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mitte März beginnt die Stadt Osnabrück mit dem Frühjahrsputz auf dem Bahnhofsvorplatz. Die dort abgestellten Fahrräder müssen für einen Tag verschwinden. Einige werden wohl nicht wiederkommen.
Die meisten Menschen bevorzugen Plätze, die sauber und aufgeräumt sind. Beim Fahrradabstellplatz des Osnabrücker Hauptbahnhofs ist das anders. Der ist so beliebt, dass ihn die Mitarbeiter der Stadt in den vergangenen Jahren nur notdürftig reinigen konnten. Das jedenfalls sagte Baurat Wolfgang Griesert, als er den Reinigungsplan vorstellte.
In den vergangenen zehn Jahren hätten die Reinigungskräfte immer nur zwischen den Fahrrädern säubern können, sagte Griesert. Schließlich stünden zu jeder Tages- und Nachtzeit 400 bis 500 Räder dort. Nun soll es an die Feinarbeiten gehen: Mitarbeiter der Stadt werden das Pflaster und die Zwischenräume säubern, Löcher im Belag ausbessern und beschädigte Fahrradbügel erneuern. " Der Bahnhofsvorplatz ist so etwas wie die Empfangshalle der Stadt", sagte Griesert. Und die soll künftig wieder glänzen.
Dafür allerdings müssen die Fahrräder weichen. Zumindest zeitweise. In fünf Abschnitten werde der Platz gereinigt, sagte Karin Heinrich, Fachbereichsleiterin Bürger und Ordnung. Am 15. März geht es los. Zwei Wochen später folgt der zweite Abschnitt. Die übrigen Termine sind der 12. und 26. April sowie der 15. Mai. Jeweils 14 Tage vor der Reinigung werde der betreffende Bereich per Flatterband und Plakate gekennzeichnet, sagt Heinrich. Besitzer sollen die Chance erhalten, ihr Fahrrad rechtzeitig umzuparken. Eine Alternative bietet eine mobile Abstellanlage mit 120 Plätzen, die nach der Aktion an eine der städtischen Schulen geht.
Stehen am Reinigungstag noch Fahrräder in dem Abschnitt, bringt die Stadt diese in die benachbarte Radstation. Dort können die Besitzer sie dann innerhalb der folgenden sechs Monate abholen. So hätten beispielsweise auch Studenten, die sich eine Zeit lang im Ausland aufhalten die Chance, ihr Fahrrad zurückzuholen, sagt Griesert. Nach Ablauf der sechs Monate gehen die gut erhaltenen Fahrräder dann an das Fundbüro.
Teile und komplette Räder, die nicht mehr nutzbar sind, entsorgt die Stadt. Das gehört mit zum Visitenkarten-Schönhalte-Konzept. Griesert spricht in diesem Zusammenhang von einem " positiven Nebeneffekt der Entschlackung". Schon im Winter habe er Fotos an die zuständigen Mitarbeiter verschickt von Fahrrädern auf dem Bahnhofsvorplatz. Alle seien mit einer dicken Schneedecke überzogen und offensichtlich nicht mehr in Gebrauch gewesen, sagte Griesert. Solche Räder gelte es zu entsorgen. Zwar sortierten die Mitarbeiter schon seit Jahren regelmäßig schrottreife Gefährte aus, sagte Griesert, aber in großem Stil sei das noch nicht passiert. Außerdem suche die Polizei nach Diebesgut.
Die Fahrräder am Hauptbahnhof bewegen die Verwaltung und die Politik seit Jahren. Ideen wie ein Parkverbot und eine Vierwochenfrist kamen auf, wurden aber mit Blick auf geltendes Gesetz wieder verworfen. Nun soll die Reinigungsaktion das Problem verringern.
Langfristig wird das nicht reichen. Deshalb überlegen die Planer, ob es angemessene Ausweichflächen gibt. Griesert brachte in diesem Zusammenhang den Platz an der Humboldtbrücke ins Gespräch. Doch das könne nur in einem Gesamtkonzept beschlossen werden - heißt: Der Bahnhofsvorplatz bleibt Diskussionsthema.

Bildtext:

Kreatives Parken: Wer sein Fahrrad am Bahnhofsvorplatz festketten will, muss über die gewöhnlichen Lösungen hinausgehen. Auf die Fußgängerwege achten dabei nur wenige.

Foto:

Gert Westdörp
Autor:
Michael Schiffbänker


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