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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Königreich für Forschung und Lehre
Zwischenüberschrift:
Schloss-Sanierung kostet 4 Millionen Euro - Offizielle Eröffnung am 10. April
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Außen hui - und innen jetzt auch: Vier Millionen Euro hat die Sanierung des Osnabrücker Schlosses gekostet. Nun erstrahlt es auch hinter der Fassade in neuem Glanz, denn die war bereits vor drei Jahren überholt worden.
Schon vor der Tür geht es mit den Neuerungen los. Eine großzügige Rampe führt rechts und links an der Fassade entlang hinauf zum Portal. Sie macht einen der Gründe für die Sanierung des Schlosses sichtbar. Nun ist es behindertengerecht. Während Menschen in Rollstühlen oder mit Gehbehinderung bislang über einen Seiteneingang ins Hauptgebäude gelangten, geht das jetzt bequem über das Hauptportal.
Im Vorraum beugt sich Andreas Henemann über einen Plan des Gebäudes. Während der Architekt der Universität mit der rechten Hand über Striche, Kästchen und Kreise fährt, erläutert er Details der Sanierung: " Es ist jetzt alles behindertengerecht erschlossen und brandschutztechnisch auf dem Stand." Dazu gehören auch die drei Glastüren, die den Vorraum und das Treppenhaus vom Foyer abtrennen.
Klar gegliedert wirkt die Aufteilung nun, wo sich früher Funktionen überkreuzten. Der gläserne Fahrstuhl und die ihn umlaufende Treppe erschließen jetzt alle Ebenen des Schlosses, während der Aufstieg an dieser Stelle zuvor nur bis zur zweiten Etage möglich war. Einen Fahrstuhl gab es nicht.
Lange habe man debattiert, wo dieser am besten platziert sei, erinnern sich Andreas Henemann, Hausmeister Günther Biro und Pressesprecher Utz Lederbogen. " Sogar eine Konstruktion außen am Gebäude haben wir erörtert. Aber das war nur ein Gedankenspiel", sagt Henemann über die Planungen, die einige Jahre dauerten, bis sie ab dem Sommer vergangenen Jahres umgesetzt werden konnten, als die Finanzierung stand.
Mit der Sanierung sind die Spuren der Materialknappheit verschwunden, die nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte. Damals hatten Bomben das Schloss bis auf die Außenmauern und wenige Wände in Schutt gelegt. Von 1948 bis 1955 war es wieder aufgebaut worden, so gut das mit den vorhandenen Materialien eben ging.
Ab 1668 hatte Ernst August von Braunschweig-Lüneburg die Residenz nach italienischem Vorbild errichten lassen. Bereits 1673 war das Hauptgebäude bezugsfertig, während die Errichtung der Seitenflügel noch zehn Jahre dauerte. Der Schlossgarten wurde ab 1674 geschaffen.
1953 zog die Adolf-Reichwein-Hochschule in das Schloss ein, als die Pädagogische Hochschule von Celle nach Osnabrück verlegt worden war. 1969 wurden die acht pädagogischen Hochschulen Niedersachsens zusammengeschlossen. Die Abteilungen Vechta und Osnabrück wurden mit dem am 3. Dezember 1973 verkündeten Gesetz in die neue Universität Osnabrück integriert, die im 1974 mit ihrem Lehrbetrieb begann.
Seither hat die Verwaltung der Universität Osnabrück ihren Sitz im Schloss. Im Hauptgebäude befinden sich heute die Musikwissenschaft, die Evangelische Theologie und seit kurzer Zeit auch die Islamwissenschaften.
Ein zentrales Element des Hauptgebäudes ist die Aula, in der größere Veranstaltungen wie Tagungen, Kongresse, Lesungen und Konzerte stattfinden. Vorsichtig ist der Saal modernisiert worden, der sich über zwei Etagen zieht. " Es ist alles mit der Denkmalpflege abgestimmt", betont Henemann, der von mehreren Büros unterstützt wurde. Darunter sind das Architekturbüro Flatau aus Osnabrück, das Ingenieurbüro Ostendorf und Partner, Bauingenieure und Statiker.
Auffällig sind in der Aula der neue Fußboden, die neue Bestuhlung und die Wandbekleidung, die für eine bessere Akustik sorgen soll. Die Bühne ist nun breiter, die Rückwand aufgearbeitet, neue Technik eingebaut. Sie soll nicht nur für akustischen Genuss sorgen, sondern auch für stimmungsvolles Licht, wie Günther Biro vorführt, indem er die Bühne in zartes Lila taucht.
Durch die großen Flügeltüren geht es ins Foyer, in dem die Universität gern zum Empfang einlädt. Dieser Raum kann nun vergrößert werden, denn der benachbarte Saal dient nun nicht mehr als Vorraum zwischen Musiksaal und Toiletten. Während zu Letzteren jetzt ein anderer Weg führt, wurde der Musiksaal in den zweiten Stock verlegt, wo sich die Musikwissenschaften ohnehin befinden. An seiner Stelle trifft nun der Senat, das höchste Gremium der Universität, seine Entscheidungen. Umgeben ist der Saal von Räumen für Technik, Küche und Organisation.
Mit dem gläsernen Fahrstuhl geht es hinauf indie erste Etage mit denBüros für die Islamische Religionspädagogik und die Evangelische Theologie. Vom Regieraum aus lässt sich durch zwei Fenster das Geschehen in der Aula überblicken.
Außer dem Musiksaal sind in Etage zwei Seminarräume untergebracht. Im Flur ist Linoleum wie ein roter Teppich verlegt - eine Erinnerung an die einst hohen Herrschaften, die im Schloss ein und aus gegangen sind. In Etage drei schließlich sind Büros der Mitarbeiter und ein Computerzimmer für musikpsychologische Experimente zu finden. Außerdem liegen hier die Übungsräume für die Studierenden - doch kaum ein Klang dringt auf den Flur. Die Räume sind gut isoliert, über schmale Schlitze ist zu erkennen, ob die Übungszellen besetzt sind.
Nach einem Blick in den Spitzboden mit Konstruktionen für Statik und Heizung geht es wieder hinunter und durch die große grüne Flügeltür hinaus in die Kälte. Statt aus Holz besteht das Portal nun aus geprägten Blechelementen, die mit Messing umfasst sind. Streng abgestimmt mit dem Denkmalschutz - und mit moderner Technik. Die Flügel lassen sich per Knopfdruck öffnen. Des behindertengerechten Zugangs wegen.
Offiziell eröffnet wird das Schloss am 10. April mit einem Festakt für geladene Gäste, so sagt Utz Lederbogen. Nachmittags ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Bildtext:

Neuer Fußboden, neue Technik, größere Bühne, alter Stil: Die Schlossaula wurde vorsichtig modernisiert. Dazu waren einige Elemente ausgebaut worden.

Fotos:

Universität/ Andreas Henemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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