User Online: 3 | Timeout: 10:59Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein kunterbuntes Schneckenhaus
Zwischenüberschrift:
Im Christlichen Kinderhospital weisen Farben den jungen Patienten den Weg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Säuglinge liegen am Strand und in den Dünen, die Schulkinder im Wald, auf der Wiese und am Meer. Und die jungen Patienten der Tagesklinik erforschen die Arktis. Bunt werden die Stationen im neuen Christlichen Kinderhospital Osnabrück, und ihre Namen sind für Kinder leicht zu merken.
Der schneckenhausförmige Neubau zwischen Johanniskirche und Marienhospital steht. Abgesehen von der ungewöhnlichen Form ziehen vor allem die gelben und orangefarbenen Fenster die Blicke auf sich. Drinnen fällt der Blick auf die Wendeltreppe, die von der ersten Ebene im Erdgeschoss bis hoch in die fünfte Ebene reicht. Der Clou: Von der zweiten Ebene in die große Empfangshalle verläuft neben der Treppe eine Rutsche. " Die Kinder würden wahrscheinlich gerne auch von ganz oben herunterrutschen", lacht der neue Geschäftsführer Michael Winkler.
Der Haupteingang gegenüber der Johanniskirche führt in eine Halle, die förmlich zum Spielen und Toben einlädt. In Kürze werden dort Fliesen verlegt. Die darunterliegende Fußbodenheizung sorgt dafür, dass es auch für die Kinder nicht zu kalt wird, dieüber den Boden krabbeln.
Schon vorstellbar ist der Tresen, an dem künftig die Eltern und die kleinen Patienten empfangen werden. Mütter mit Säuglingen finden links neben der Eingangstür einen separaten Wartebereich mit Wickelkommode und einer kleinen Küchenzeile, um Fläschchen zuzubereiten.
Für alle anderen geht es weiter zu Paul, " Pädiatrische Aufnahme und Logistik". Seitlich von der ovalen Halle gehen die Untersuchungszimmer und die Ambulanz ab. Hier finden die ersten Untersuchungen statt. Wenn das Kind dann auf die passende Station kommt, hat es diese aufregenden und manchmal angstbesetzten Prozeduren schon hinter sich und kann sich auf dem Zimmer einleben.
Unter der Sonne
Das Christliche Kinderhospital geht aus einem Zusammenschluss der Abteilungen für Kinder- und Jugendmedizin im Kinderhospital und im Marienhospital hervor. Das neue Haus ist direkt an das Marienhospital angedockt und kann zum Teil bestimmte große Untersuchungsgeräte mit nutzen. Die einzigen jungen Patienten, die nicht über den Haupteingang oder den diskreten Nebeneingang für ansteckende Krankheiten hereinkommen, sind die Akutfälle, die über die Notaufnahme des Marienhospitals kommen.
Sie könnten auf der Intensivstation aufgenommen werden. " Unter der Sonne" heißt der Bereich mit 21 Betten auf der fünften Ebene. Dort stehen bald auch 14 Betten für Frühgeburten aus dem Klinikum, die bei Bedarf mit dem Babynotarzt befahren werden. Damit wird die Zusammenarbeit zwischen Kinderhospital und Klinikum auf diesem Gebiet ebenso weitergeführt wie die Zusammenarbeit mit dem Marienhospital.
In gelben Tönen ist auch die vierte Ebene gestaltet. Hier sind es die Dünen, in den 23 Betten für Frühgeborene und kranke Säuglinge stehen, dazu jeweils eine Liegestatt für die Mutter, je zwei Mütter teilen sich ein Badezimmer. Am Strand stehen weitere 23 Betten für Säuglinge und Kleinkinder speziell mit Nervenkrankheiten.
Darunter wird es grün: In der Waldabteilung stehen 23 Betten für Schulkinder und Jugendliche, weitere 17 auf der Wiese mit den Schwerpunkten Mukoviszidose, Asthma, Diabetes und Neurodermitis. Auf der zweiten Ebene (die mit der Rutsche in die Empfangshalle) liegen am Meer die Zimmer für Schulkinder, und in der Arktis gibt es 15 Plätze für tagesklinische Patienten.
Sicherheit ohne Gitter
Gelb wie der Strand, grün wie der Wald oder blau wie das Meer sind auch die Badezimmer gefliest. Die Spiegel über den Waschbecken sind vorne nach oben gekippt, damit sich auch die Kleinsten noch gut sehen können. Die Fenster in den Zimmern sind tief nach unten gezogen. Auch vom Bett aus ist der Blick hinaus möglich. Auf den tiefen Fensterbänken ist das Sitzen ausdrücklich erlaubt. Die Scheiben der Fenster, die von innen geöffnet werden können, sind durch eine dicke zweite Glasscheibe gesichert. Kein Gitter stört den Blick nach draußen oder vermittelt gar ein Gefühl, eingesperrt zu sein.
Die Krankenzimmer sind durch Glasscheiben einsehbar. Eltern können bei Anwesenheit eine Jalousie herunterlassen, um die Privatsphäre zu schützen. Wer nicht ans Bett gebunden ist, findet auf allen Ebenen Spielzimmer und Spielbereiche.
Am 8. April ist offizielle Schlüsselübergabe, zu der auch Bettina Wulff, die Frau des Bundespräsidenten, erwartet wird. Die anschließenden zwei Monate werden genutzt, um dem Kinderhospital den letzten Schliff zu geben.
Mitte Juni ist die Öffentlichkeit zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, ehe Ende Juni die Kinder- und Jugendabteilungen des Kinderhospitals und des Marienhospitals in ihr neues Domizil umziehen. Ab 1. Juli läuft das Christliche Kin derhospital mit vollem Betrieb.

Bildtext:

Große Lichtkuppeln machen die darunterliegenden Räume hell und freundlich. Auf dem Dach soll künftig eine Fotovoltaikanlage umweltfreundlichen Strom erzeugen.

Fotos: keine Angaben
Autor:
Ulrike Schmidt


Anfang der Liste Ende der Liste