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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Äußerst menschliche Insekten
Zwischenüberschrift:
Musiktheater Lupe zeigt neues Musical "Ameisenkäfer & Co"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wo ist eigentlich die Gottesanbeterin? Kathrin Orth vom Musiktheater Lupe schaut sich suchend im Saal des Piesberger Gesellschaftshauses um, bis es ihr wieder einfällt: Die muss sich ja noch die Haare machen.
Ja, genau, auch eine Gottesanbeterin muss sich um ihre Frisur kümmern. Jedenfalls dann, wenn sie von einer menschlichen Darstellerin gespielt wird. In diesem Fall ist das Jule, die für die Rolle im neuen Musical des Musiktheaters Lupe ihre Haare unter einen Doktorhut stecken muss. So macht das Insekt einen besonders Ehrfurcht erregenden Eindruck. Und außerdem " hat der Hut eine ähnliche Form wie der Kopf der Gottesanbeterin", sagt Jule.
Ihr Kostüm hat die 13-Jährige sich selbst zusammengestellt. Genau wie alle anderen 26 Kinder zwischen 8 und 15 Jahren, die in " Ameisenkäfer & Co" mitspielen. Ameisen, Schmetterlinge und Leuchtkäfer tummelten sich deshalb in der Probenwoche im Saal des Gesellschaftshauses. An nur fünf Tagen haben Kathrin Orth und Ralf Sie benand vom Musiktheater Lupe das neue Stück mit den Mädchen und Jungen entwickelt und geprobt, Tanzchoreografien und Gesangsparts inklusive.
Eine " grobe Story" hätten er und Kathrin Orth bereits schon vor der Probenwoche gehabt, erklärt Ralf Siebenand. Auch die Songs haben sie geschrieben. Doch für die vielen Details haben die Kinder selbst gesorgt. Sie haben etwa entschieden, welche Insekten überhaupt in der Geschichte vorkommen. Welchen Charakter sie haben. Und eben auch, welche Kostüme sie tragen.
Haargenau wie ihre Artgenossen in der Natur sehen die Insekten hier nicht aus. Aber fast. Die fleißigen Ameisen etwa tragen Rucksäcke, die Leuchtkäfer Stirnlampen. Und Henrietta (13) hat ihrer Klarinette spielenden Grille ein paar bunte Strümpfe verpasst. " So ist es ein Kostüm", erklärt sie, warum sie sich für das Accessoire entschieden hat.
Apropos Musik. Die spielt natürlich eine wichtige Rolle. Einige Kinder singen sogar ein Solo. Etwa Luisa (10), die als Stinkwanze eine entscheidende Rolle hat. " Ich bin schon aufgeregt", gibt sie zu. Vor ihrem Gesangseinsatz tritt die Wanze aber zunächst als " Ersatz-Glühwürmchen" mit den anderen Glühwürmchen bei den Vorbereitungen zur Insektiade an. So wird die Olympiade der Insekten genannt, die in der Geschichte des Musicals gerade in Vorbereitung ist. Weil es aber noch keine Disziplinen gibt, schlagen alle Insekten mögliche Wettkampfarten vor, die die Jury aus Gottesanbeterin, alternder Stabheuschrecke und der Wespe mit einem kleinen S-Fehler begutachtet.
Die Insekten sind auf ihre Art erstaunlich menschlich. So sei es bei den Tieren in den Stücken des Musiktheaters Lupe immer, sagt Ralf Siebenand. Hier legt denn etwa Christian als Jazz-Schmeißfliege ein Saxofonsolo aufs Parkett. Die Schmetterlinge mit ihren bunt bemalten Stoffflügeln tanzen lieber Hip-Hop als Ballett. Und auch die Käfer erinnern mit ihren fiesen Charakteren sehr an die Menschenwelt. " Wir sind Geschäftsleute und böse", erklären Felix (11), Lea (9), Elisabeth (10), Moritz und Janos aus der Käfergruppe, in der sich alle schwarz-weiß anziehen.
Die fiesen Käfer rauben den anderen Insekten das Wasser und wollen so für das kühle Nass abkassieren. Ob sie damit Erfolg haben? Das wird sich bei den Aufführungen von " Ameisenkäfer & Co" am Samstag, 26. Februar, um 15 Uhr und Sonntag, 27. Februar, um 11 Uhr im Piesberger Gesellschaftshaus zeigen. Karten gibt es unter Tel. 05 41/ 1 20 88 88.

Bildtext:

Ein Insekten-Musical proben die Kinder des Musiktheaters Lupe im Piesberger Gesellschaftshaus

Foto:

Hermann Pentermann
Autor:
Anne Reinert


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