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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Kahlschlag machen wir ungern"
Zwischenüberschrift:
Ein Waldstück wird aufgewertet - aber erst die nächste Generation profitiert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Motorsägen kreischen im Wald, Anwohner wittern ökologische Verwüstung. Konflikte dieser Art gibt es in diesen Wochen häufig. Zum Beispiel am Haster Berg. Der zuständige Förster beruhigt die Argwöhner: Für den Wald werde alles besser.
Von Rainer Lahmann-Lammert - An dem Hang oberhalb der Wohnsiedlung standen überwiegend Fichten und zu einem kleineren Teil Laubgehölze. Die Fichte sei kein standortgerechter Baum für diese Lage, urteilt Bezirksförster Wolfram Niehaus und verweist auf Schäden, die vom Borkenkäfer und vom Orkan " Kyrill" angerichtet wurden. " Einen Kahlschlag machen wir ungern", sagt der Forstamtmann, zumal die Komplettabholzung eine teure Angelegenheit sei. Aber in diesem Fall habe er dazu geraten. Denn die preiswerte und ökologisch sinnvolle Naturverjüngung sei nicht infrage gekommen. Wegen der Vorbedingungen.
Elisabeth Grothaus, die Eigentümerin des Waldstücks am Haster Berg, hat sich für standortgerechte Laubgehölze entschieden. Wo ein solcher Wald schon wächst, erneuert er sich kontinuierlich. Im Schatten standortgerechter Bäume bilden sich neue Triebe, die sich bei stärkerem Lichteinfall zu großen Bäumen entwickeln.
Bei dem Waldstück, das Elisabeth Grothaus von ihrem Vater geerbt hat, handelte es sich aber um eine Fichtenmonokultur. Da war nichts zu machen mit Naturverjüngung, es blieb nur der Kahlschlag.
Nun soll die ein Hektar große Fläche mit Rotbuchen und Wildkirschen aufgeforstet werden, im Verhältnis 7: 3. So hat es das Forstamt vorgeschlagen, nachdem der Standort analysiert worden war. Dabei spielen die Bodenverhältnisse, die Topografie, die Sonneneinstrahlung und die Windgefährdung eine Rolle.
Standortgerechte Bäume sind weniger anfällig gegenüber Krankheiten und Windbruch. Von den Rotbuchen und Wildkirschen verspricht sich Waldbesitzerin Elisabeth Grothaus, dass sie einem Orkan wie Kyrill trotzen. In der Vergangenheit kam es vor, dass Bäume in die benachbarten Gärten stürzten und Zäune beschädigten.
Zu allem Ärger stellte sich dann auch noch das Problem, die Stämme abzutransportieren. Denn der Weg am Fuße des Waldstücks ist für schwere Maschinen nicht passierbar, über den steilen Hang ging es auch nicht.
Bei der Aufforstung wird nun großzügiger geplant: Unten bleiben vier Meter für einen Weg frei, ein breiter Strauchstreifen schließt sich an, erst dahinter beginnt der eigentliche Wald. Für die Aufforstung kalkuliert Elisabeth Grothaus etwa 10 000 Euro - diese Summe könne sie mit dem Erlös aus der Abholzung nicht decken, sagt die Waldbesitzerin. Bis der neue Wald Erträge abwirft, dürften 30 bis 40 Jahre vergehen. Eine Generationenaufgabe.

Bildtext:

Ein Kahlschlag ist kein schöner Anblick. Aber die Fläche am Haster Berg wird mit Rotbuchen und Wildkirschen aufgeforstet. Bezirksförster Wolfram Niehaus und Elisabeth Grothaus sind sicher, dass ein schöner neuer Wald entsteht

Foto:

Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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