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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Droht Osnabrück eine Taubenplage?
Zwischenüberschrift:
Stadt findet keinen Taubenvater mehr - und will erst einmal abwarten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. London, Venedig, Hamburg, Hannover: Viele Großstädte haben ein Taubenproblem - Osnabrück nicht. Das könnte sich allerdings bald ändern, denn die Stadt findet keinen Taubenvater mehr, der ehrenamtlich, unauffällig und effizient die Plage aus der Luft bekämpft.
Taubenkot greift Sandstein, Lack und Metalle an. Der Schaden, der an historischen Gebäuden entsteht, ist irreparabel und teuer. Dass die verwilderten Haustauben in Osnabrück kaum Schaden anrichten, verdankt die Stadt einem älteren Herrn, der die Tiere für eine geringe Aufwandsentschädigung in einen Taubenschlag lockte und einfing.
In der Dominikanerkirche und in der Bischöflichen Kanzlei waren solche Lebendfallen installiert. Verirrten sich beringte Brieftauben auf den Dachboden, gab der Taubenvater sie zurück an ihre Besitzer. Die eingefangenen Straßentauben wurden getötet und als Futtertiere an den Zoo weitergegeben.
Kein Job für zartbesaitete Naturen, aber eine Alternative zu Giftködern und Unfruchtbarkeitspillen, mit denen andere Städte - meist ohne Erfolg - die Ausbreitung der unerwünschten Kulturfolger einzudämmen versuchen. Vor allem die Denkmalschützer wissen die Arbeit des Taubenvaters zu schätzen. Doch der letzte Amtsinhaber hat vor knapp einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. Und ein Nachfolger habe sich trotz intensiver Suche nicht gefunden, bedauert Karin Heinrich vom Fachbereich Bürger und Ordnung.
In einer Woche wird sich der Ratsausschuss für Feuerwehr und Ordnung mit dem Problem befassen. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag der Verwaltung, künftig keinen Taubenvater mehr zu beschäftigen und damit jährlich 1750 Euro einzusparen.
Das kann teuer werden
Fachbereichsleiterin Karin Heinrich rechnet nicht mit einer Taubenplage, wenn die Stadt auf die Bekämpfung verzichtet. Das zeigten auch Erfahrungen aus anderen Städten. Zudem weist sie darauf hin, dass es in Osnabrück ja schon verboten sei, Straßentauben zu füttern. Und Beschwerden über Tauben habe es in den vergangenen Monaten mit einer Ausnahme gar nicht gegeben. Dem steht die Befürchtung entgegen, dass sich die Straßentauben explosionsartig vermehren könnten. Auf diese Gefahr hat der frühere Taubenvater Ferdinand Wilken immer wieder hingewiesen. Immerhin ist bekannt, dass Tauben schon nach sechs Monaten geschlechtsreif sind und bis zu 20 Nachkommen pro Jahr ausbrüten können.
Für den Fall, dass es in Osnabrück zu einer Taubenplage kommt, hält die Verwaltung einen Plan B bereit. Dann könne die Stadt ja eine gewerbliche Schädlingsbekämpfungsfirma einschalten, lautet die Überlegung. Einschränkend heißt es allerdings in der Ausschussvorlage, dann " dürfte der bisherige Kostenrahmen nicht ausreichen".

Bildtext:

Füttern verboten: Auf dem Trafalgar Square in London gibt es eine Taubenplage. Demnächst auch in Osnabrück?

Foto: dpa
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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