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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Rettungsübungen bei minus 26 Grad
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker THW-Jugend besucht russische Junghelfer in Sibirien
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Aus dem Polargebiet zurück sind elf Vertreter der THW-Jugend Osnabrück. Aufgabe der Delegation im russischen Murmansk war es, die Möglichkeiten für die Entwicklung eines Jugendaustausches zu erkunden.
Durchaus gemischt waren die Gefühle der Jugendleiter, als die Maschine der Aeroflot auf der Landebahn des Murmansker Flughafens gegen Mitternacht aufsetzte. Was würde die Gruppe erwarten? Wird die THW-Einsatzkleidung ausreichend gegen die polare Kälte schützen? Die herzliche Begrüßung durch Nadja Moryakova vom " Russian Student Corps of Rescuers (RSCOR)" ließen Bedenken schnell verfliegen.
Der RSCOR arbeitet in der gesamten Russischen Föderation bei der Vorbereitung von Kindern und jungen Menschen auf Notfall- und Krisensituationen. Außer einer allgemeinen Vorbereitung in den Schulen finden sich in eigenständigen Gruppen Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren zusammen, die intensiver an Ausbildungen im Rettungswesen und Katastrophenschutz teilnehmen.
Eine solche Gruppe findet sich an der Murmansker Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität. Jugendliche werden dort von Ausbildern der russischen Katastrophenschutzbehörde - ähnlich der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk - im Umgang mit verschiedenen Geräten trainiert. Die Jugendlichen haben ebenso wie die deutschen Junghelfer die Möglichkeit, später in den Einsatzdienst ihrer Organisation zu wechseln.
Die deutschen Katastrophenschützer staunten über die vielfältigen Aufgaben im russischen Rettungswesen. Deshalb schlugen die Ausbilder eine kurze Übung zur Suche von verschütteten Personen nach einem Lawinenabgang vor. Die Osnabrücker nahmen dieses für sie neue Thema gern an, und nach einer kurzen Einweisung in verschiedene Gerätschaften und deren Handhabung ging es im Murmansker Gebiet in der Nähe von Kirowsk in ein Gebirge. Innerhalb einer knappen Stunde wurden bei Temperaturen von minus 26 Grad mehrere Puppen mit verschiedensten Methoden gefunden und geborgen.
" Großartig", schwärmte der 17-jährige Lennart Menzel anschließend, " ich hätte nicht gedacht, bei dieser Kälte lange im tiefen Schnee arbeiten zu können. Aber die Bewältigung der Aufgabe und die lockere Art der russischen Jugendlichen ließen mich einfach machen." " Genau", bestätigte Patrick Flaspöhler. Und beide grinsten. Festgestellt haben sie auch, dass die THW-Einsatzkleidung durchaus den niedrigen Temperaturen im Polargebiet standhält.
Die Hilfe nach großen Katastrophen wird immer globaler. Es ist selbstverständlich, dass Helfer verschiedener Nationen gemeinsam im Einsatz sind; zuletzt im großen Maßstab nach dem Erdbeben in Haiti. Dass Helfen über Ländergrenzen hinaus als gemeinschaftliche Aufgabe selbstverständlich ist, müssten schon Jugendliche erkennen, betonte Ingo Henke, Referent des Bundesjugendleiters für internationale Beziehungen, während des Gesprächs mit dem Führungskreis des russischen Katastrophenschutzes. " Dies zu erkennen ist eines der Ziele, warum junge Retter aus Osnabrück und Murmansk zusammen trainieren und üben."
Die Vertreter der THW-Jugend Osnabrück trafen deshalb eine Vereinbarung über die weitere Zusammenarbeit. In den nächsten Jahren sollen Jugendbegegnungen jeweils im Sommer in Deutschland und im Winter in Russland stattfinden. Daran können bis zu fünfzehn Junghelfer teilnehmen. Unterstützung dafür gibt es von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch.

Bildtext:

Zum Programm gehörte auch die Besichtigung des atomgetriebenen Eisbrechers " Lenin". Die jungen Leute vom Technischen Hilfswerk stellten erfreut fest, dass die THW-Einsatzkleidung auch polartauglich ist.

Foto: privat
Autor:
pm


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