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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Eifersucht des Alpakas
Zwischenüberschrift:
Hengst attackiert Tierarzt als vermeintlichen Nebenbuhler
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit einem eifersüchtigen Alpaka-Hengst ist nicht zu spaßen. Spätestens seit seinem letzten Besuch im Zoo Osnabrück weiß das auch Tierarzt Thomas Scheibe.
Franco ist sechs Jahre alt, hat ein grau-weißes Fell und ist ein Alpaka-Hengst der Sorte Macho. Heißt: Pfoten weg von meinen Stuten. Denn Alpaka-Männchen liegt es im Blut, ihre Weibchen und Jungtiere zu verteidigen. Und so zieht Franco alle Register, um Tierarzt Thomas Scheibe von seinem Harem fernzuhalten. " Für Augen- oder allgemeine Untersuchungen muss ich regelmäßig direkt an die Stuten heran. Franco macht diese Aktionen mit seinen Attacken jedoch zu gefährlichen Einsätzen", sagt der Tierarzt.
Denn sobald sich Thomas Scheibe den Weibchen nähert, legt Franco los: Der ponygroße Hengst spuckt, versucht den Tierarzt zu beißen, springt ihn an, um ihn umzuwerfen. " Das ist schon Respekt einflößend", sagt Thomas Scheibe. Denn zum einen ist Franco mit seinen rund 100 Kilo nicht gerade ein Leichtgewicht, zum anderen kann er mit seinen scharfen Vorderzähnen ganz schön zubeißen.
Spucken und beißen
Tierpfleger Marcel Köck versucht deswegen, bei anstehenden Untersuchungen Franco von der übrigen Herde zu trennen. Doch das gelingt nicht immer: Eines Tages attackierte Franco Tierarzt Scheibe derart, dass Köck den Hengst mit einer Schaufel abdrängen musste. Das kann für Zoobesucher schon mal nach einem harten Kampf aussehen. " Aber die Gesundheit des Tierarztes ist genauso wichtig wie die seiner haarigen Patienten", meint Scheibe.
Vor gut vier Jahren ist Franco aus Stuttgart nach Osnabrück gekommen. Wie viel Temperament in dem Hengst mit chilenischen Wurzeln steckt, hat sich recht schnell herausgestellt. " In letzter Zeit hat es aber zugenommen", meint Zoo-Direktorin Susanne Klomburg. " Wenn wir uns am Horizont sehen lassen, springt Franco bereits durchs Gehege."
Zoobesucher müssen aber keine Angst haben: Zum einen ist der Hengst in seinem Gehege sicher verwahrt, zum anderen kann Franco sehr wohl zwischen Besuchern und Mitarbeitern unterscheiden. " Und zwischen Männern und Frauen", ergänzt Klomburg. So wird Franco bei Tierarzt Scheibe richtig biestig, während er beim Besuch einer Tierpflegerin deutlich gelassener bleibt.
Vier Jungtiere
Als besonders aggressiv möchte Klomburg den Hengst aber nicht bezeichnen. " Das ist ein völlig normales Dominanzverhalten, was wir ihm auch nicht abtrainieren werden", sagt sie.
Und schließlich hat sich Francos Platzhirschgehabe auch schon für den Osnabrücker Zoo ausgezahlt: Vier bildschöne Jungtiere stammen von ihm.

Bildtext:

Sehnsüchtig beobachtet Alpaka-Hengst Franco (weißes Fell) seine Stuten, die von Tierarzt Thomas Scheibe im Zoo Osnabrück untersucht werden.

Foto: Michael Hehmann
Autor:
Cornelia Laufer


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