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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Was der Krach mit den Ohren macht
Zwischenüberschrift:
Eversburger Grundschüler lernen: Laut ist out - leise ist in
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kinderlärm soll künftig per Gesetz als " natürliches Geräusch" gelten, sodass geräuschempfindliche Erwachsene keine Möglichkeit mehr haben, gerichtlich dagegen vorzugehen. Nichtsdestotrotz stand die Grundschule Eversburg jetzt drei Tage lang unter dem Motto " Laut ist out - Leise ist in".
Dabei ging es aber keinesfalls darum, absolute Stille zu propagieren und die Kinder zum Schweigen zu bringen. Zweck der verschiedenen Aktionen war zwar auch, " den Lärmpegel zu senken", aber vor allem " das Bewusstsein dafür zu stärken, was Lärm für die Gesundheit und für das Lernen bedeutet", wie Schulleiterin Rita Frerich betont.
Von der Firma MBAkustik wurde ein schallarmer Raum eingerichtet, in dem die Schüler das ungewohnte Lernen in leiser Umgebung ohne Hintergrundgeräusche ausprobieren konnten. Ergotherapeutinnen aus dem Stadtteil legten einen Hörpfad an, das Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte ließ die Kinder erfahren, wie es ist, wenn man nur wenig oder gar nichts mehr hört, und die Firma Gerland führte über den gesamten Zeitraum Hörtests durch.
Die vielfältigen Ergebnisse der Eversburger Lärmtage konnten die Grundschüler schließlich am Freitag in ihrer zur Aula umfunktionierten Turnhalle den Lehrern, ihren Mitschülern, aber auch vielen Eltern, die gekommen waren, präsentieren.
Nicht nur im Unterricht, sondern auch in den Pausen und außerhalb der Schule waren Lärmmessungen durchgeführt worden. Dabei hatte mitunter das Geschrei der Kinder einen höheren Messwert als ein vorbeifahrender Zug.
Von Zweitklässlern wurde eine mit unterschiedlichen Instrumenten und Geräuschen untermalte " Klanggeschichte" erzählt. Auch ein " Vorhang der Stille" wurde präsentiert, der daran gemahnt, leise zu sein. Die Theaterszene " Lärm im Klassenraum" sollte darauf aufmerksam machen, dass nicht nur die Ohren wehtun, sondern dass man sich auch schlechter konzentrieren kann, wenn es zu laut ist.
Was das heißt, demonstrierten Erstklässler, indem sie auf Papptafeln die sich steigernden Abstufungen " still", " leise", " laut", " lauter", " sehr laut" und " Lärm" nicht nur anschaulich, sondern auch akustisch präsentierten. Das Publikum war ganz Ohr und spendete am Ende der Präsentationen lauten Applaus. " Manchmal muss Krach eben auch sein", konzedierte Schulleiterin Frerich in diesem Zusammenhang.
Ihr zufolge beklagten sich die erfolgreich geräuschsensibilisierten Schüler unter anderem auch darüber, dass der Pausengong zu laut sei. Bleibt zu wünschen, dass dessen Lärm von den Kindern auch als unnatürliches Geräusch wahrgenommen wurde. Und dass Kinderlärm weiterhin Zukunftsmusik bleiben darf.

Bildtext:

Den Unterschied zwischen laut und leise zeigten die Zweitklässler mit verschiedenen Instrumenten.

Foto: Egmont Seiler
Autor:
mali


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