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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Amok-Gekritzel: Gesamtschule in Aufregung
Zwischenüberschrift:
Die Hälfte der Schüler blieb am Dienstag dem Unterricht fern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die auf einen Tisch in der Gesamtschule Schinkel gekritzelte Drohung " Amoklauf 08.02.201" legte am Dienstag gestern den Unterrichtsbetrieb lahm. Die Kritzelei war am Montag entdeckt worden. Daraufhin hatte die Schulleitung nach Rücksprache mit der Polizei Eltern und Schülern informiert und den Schulbesuch freigestellt. Rund die Hälfte der Schüler blieb am Dienstag der Schule fern, so die Landesschulbehörde in Lüneburg.
Die hatte die gesamte Information der Öffentlichkeit an sich gezogen. Vor dem Schulgebäude an der Windt horststraße waren morgens demonstrativ zwei Polizeifahrzeuge in Stellung gebracht worden. Außerdem hatte die Polizei zivile Beamte den ganzen Tagüber im Umfeld der Schule platziert.
Viele Pädagogen hielten sich vormittags mangels lernwilliger Schüler im Lehrerzimmer auf. Einige Lehrer hatten jedoch die Drohung als üblen Scherz bewertet und mit den anwesenden Schülern den Unterricht planmäßig durchgezogen. In der Schule selbst gaben die Lehrer vormittags nur Eltern Auskunft. Zwei Mütter zum Beispiel holten gegen 10.30 Uhr ihre Töchter ab. Die Mädchen hatten sich benachteiligt gefühlt, weil sie lernen sollten, während die vorsichtigeren Klassenkameraden zu Hause geblieben waren.
Die Polizei geht von einem üblen Scherz aus. " Die Polizei hat den Hut auf", sagt Susanne Strätz, Pressesprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg. Behörde und Schule folgten den Einschätzungen der Kriminalisten. Man habe die Schmiererei zwar als " ganz üblen Scherz" eingestuft, dennoch den Eltern freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Auch der Kriminologie-Professor Dr. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen in Hannover, teilte die Einschätzung. Elternvertreter und Lehrer wurden bereits am Montagabend über die mögliche Gefahr informiert. Die wiederum informierten einige Eltern und Schüler per Mail. Das erreichte allerdings nicht alle. Im Internet kritisierte ein Vater, dass weder er noch seine Ex-Frau etwas von der möglichen Gefahr mitbekommen hätten. Den Unterricht ausfallen zu lassen hält Kriminologe Pfeiffer für eine Überreaktion, wenngleich - nach Erfurt, Emsdetten oder Winnenden - für eine nachvollziehbare, die keinen größeren Schaden anrichte als einen ausgefallenen Schultag. Eine Fehlentscheidung sei allerdings, öffentlich den Unterrichtsbesuch freizustellen. Wenn tatsächlich eine Gefahr bestehe, müssten alle zu Hause bleiben, wenn wie hier offensichtlich ein mieser Scherz vorliege, müssten alle zur Schule kommen.
In der OS-Community wurden die Vorgänge in der Gesamtschule ausgiebig debattiert. Ein Teilnehmer behauptete sogar, den Amok-Kritzler zu kennen, bekam jedoch wenig später kalte Füße und löschte seinen eigenen Beitrag wieder. Einige Diskutanten begrüßten die Tat als unverhoffte Chance auf einen morgendlichen Besuch der City. Andere bewerteten den Vorfall als " üblen Scherz" und den Täter als " krank".
Für den Übeltäter kann dieser vermutlich makabre Scherz teuer werden. Die Kosten des Einsatzes von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst wird er übernehmen müssen. Die Polizei wies ausdrücklich darauf hin, dass gegen den noch unbekannten Verfasser der Schmiererei ein Strafverfahren nach § 126 StGB eingeleitet wird. Danach wird bestraft, wer den öffentlichen Frieden durch Androhen von Straftaten stört. Der Osnabrücker Kriminologie-Professor Hans-Dieter Schwind empfiehlt jedoch, dem Schüler bei seinen offenkundigen Problemen zu helfen, falls man ihn ermittelt. Und ihm ganz unmissverständlich klarzumachen, dass sein Gekritzel kein Scherz ist.
An der Gesamtschule Schinkel unterrichten etwa 170 Lehrkräfte. Etwa 1650 Schüler besuchen die Schule.

Bildtext:

Polizeipräsenz vor der Gesamtschule Schinkel. Etwa die Hälfte der Schüler war am Dienstag nicht zum Unterricht erschienen, weil ein bislang Unbekannter " Amoklauf 08.02.201" auf eine Schulbank gekritzelt hatte.

Foto: Hermann Pentermann
Autor:
bekr/dk/swa


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