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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Maulwürfe tappen in Mausefallen
Zwischenüberschrift:
Tierschützer: Verkauf ist erlaubt, der Einsatz nicht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Georgsmarienhütte. Gabi Ganseforth ist leidenschaftliche Tierschützerin. Der Umgang mit Maulwürfen bereitet ihr derzeit Sorgen. Berichte in den Medien über den Einsatz von Schlagfallen gegen die unter Naturschutz stehenden Tiere haben die GMHütterin aufgeschreckt. Bei einer intensiveren Beschäftigung mit dem Thema bemerkte sie, dass auch im Raum Osnabrück nicht immer mit erlaubten Mitteln gegen die manchmal nervenden Erdwerfer vorgegangen wird.
Von Heike Dierks - Ihre Kritik entzündet sich an den sogenannten Wühlmausfallen, die in mehreren Geschäften der Region verkauft werden. Einige Typen dieser Fallen können Tiere töten, Wühlmäuse stehen nicht unter Artenschutz. " Die Benennung der Fallen ist ein Witz", sagt die engagierte Tierfreundin. Ihr Vorwurf: Die Wühlmausfallen werden verbotenerweise auch gegen Maulwürfe verwendet. " Die Aussage, diese Fallen nur gegen Wühlmäuse einzusetzen, ist eine Ausrede."
Weiter beklagt sie: " Das ist doch paradox: Der Maulwurf steht unter Artenschutz. Der Verkauf entsprechend verwendbarer Fallen ist erlaubt, der Gebrauch nicht. Diese Regelung ist schwammig."
Ein GMHütter habe in seinem nicht umzäunten Vorgarten mehrere derartige Fallen aufgestellt. Als die Tierschützerin vier Exemplare bei einem Spaziergang entdeckte, entschärfte sie diese.
" Wenn Kinder an diese Schlagfallen gehen, ist der Finger ab", warnt die GMHütterin. Es kam zum Gespräch mit dem Besitzer. Der habe behauptet, die Geräte gegen Wühlmäuse zu nutzen, und mit einer Anzeige gedroht. " Doch die Fallen saßen in einem Maulwurfshaufen. Wühlmäuse buddeln ganz anders", hält Ganseforth dagegen. Als sie später erneut Fallen im Garten des Mannes bemerkte, informierte sie die Polizei, die einen Einsatzwagen vorbeischickte. " Die Fallen sind jetzt weg", atmet die Tierfreundin auf.
Dass diese Geschichte kein Einzelfall sein dürfte, ahnt sie. Sie möchte die Menschen dazu bewegen, nicht zu " pingelig" zu sein wegen der unschönen Maulwurfshügel in ihrem Garten. Denn eigentlich sind Maulwürfe nützlich: Sie vertilgen Schädlinge und sind Indikator eines gesunden Bodens. Wer sie dennoch loswerden will, sollte sie vertreiben. Zum Beispiel durch Geräusche, Erschütterung oder den Gestank von Holunderjauche und Buttersäure. Viele Märkte bieten derartige Hilfsmittel und Geräte an.
Vertreiben statt töten
Um Missverständnisse oder auch gezielten Missbrauch zu verhindern, fordert Ganseforth, die Wühlmaus-Schlagfallen gar nicht erst in den Handel zu bringen. Einigen Anbietern trug sie ihr Anliegen vor. Viele Geschäfte erklärten, die Kunden darüber zu informieren, diese Fallen nicht gegen Maulwürfe einsetzen zu dürfen. " Wir weisen darauf hin, dass Maulwürfe nicht getötet, nur vertrieben werden dürfen. Aber was der Kunde letztlich macht, ist für uns nicht zu kontrollieren", sagt etwa Sebastian Werner, Leiter der Gartenabteilung beim Hagebaumarkt in GMHütte-Harderberg. Die meisten Kunden griffen nach Mitteln zum Vertreiben.
Auch die Mitarbeiterinnen der Postenbörse in Bad Iburg, wo bisher ebenfalls Wühlmausfallen verkauft wurden, geben den Interessierten alternative Tipps zum Vergraulen, etwa durch Bier oder Hundehaare. Dennoch hat das Unternehmen inzwischen auf die Kritik reagiert und am Montag alle Filialen aufgerufen, die Fallen aus dem Sortiment zu nehmen, wie Gebietsleiterin Marita Schengber berichtet. " Das ist eine positive Nachricht", freut sich Gabi Ganseforth.

Bildtext:

Unter Artenschutz stehen Maulwürfe. Trotzdem rücken überempfindliche Gartenbesitzer den possierlichen Tieren mit unerlaubten Mitteln zu Leibe.

Foto: dpa


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