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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Höheres Schulgeld, weniger Mädchen
Zwischenüberschrift:
Februar 1911: Die Stadt pflanzte Linden an der Meller Straße und der Iburger Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Haushaltslöcher waren schon im Februar 1910 ein Thema. Die städtischen Kollegien stellten fest, dass erhöhte Schulgelder für die höhere Mädchenschule das Finanzloch nicht hatten schließen können, denn es waren weniger Mädchen angemeldet worden als erwartet. Auch die neue 9. Klassenstufe in der Bürgerschule, der Schule " für die Mittelklasse", wurde noch nicht in gewünschtem Maße angenommen.
In der Volksschule am Schlosswall musste eine Dampfheizung eingebaut werden, am Pottgraben fehlte noch die Schulwärterwohnung - unzählige kleine und größere Finanzbedürfnisse waren zu berücksichtigen. Der Kämmerer der Stadt konnte aber die Zuschusshöhe klar beziffern und genehmigte rund 940 000 Mark zu den anfallenden Kosten von über 1, 3 Millionen. Über die Deckung der Differenz wurde lange disputiert.
Die Anpflanzung von Linden an der Meller Straße und der Iburger Straße wurde mehrheitlich beschlossen. Auf den Einwand, man möge die Bäume so pflanzen, dass sie einer späteren Straßenerweiterung nicht im Wege stünden, erwiderte Stadtbaurat Lehmann, dass die Straßen bereits überdurchschnittlich breit seien. Nur die späteren Gasleitungen müssten mit den Anpflanzungen koordiniert werden.
Wieder stritten die Herren um die hohe Nachforderung für den Umbau des historischen Rathauses. Fast jeder Bürgervorsteher meldete sich zu Wort, alle diskutierten dieses Thema leidenschaftlich mit. Zuletzt erbrachte die Abstimmung mit 11 zu 9 Stimmen die Annahme des nicht unerheblichen Betrages - auch in Zeiten knapper Kassen.
Wieder einmal war die Gaststätte Vitischanze zu verpachten. Wer das Restaurant über der Altstadt ab Juli 1911 beziehen wollte, musste sich beim Stadtbauamt melden.
Ein norddeutsches Bahn-Prestige-Objekt, der Lloyd-Express zwischen Hamburg und Genua, wurde im Februar wieder eingestellt. Ungünstigerweise lagen seine Fahrzeiten fast parallel zu denen eines D-Zuges, der ebenfalls beste Anbindungen an die süddeutschen, italienischen und Schweizer Bahnen hatte. Somit nutzten die meisten Reisenden den wesentlich günstigeren D-Zug, und der zweite Versuch einer Riviera-Verbindung von und nach Nordwestdeutschland war vorerst gescheitert.
Strengsten Frost brachte im Februar ein lang anhaltendes Hoch über Nordeuropa. Da die Triebe an Bäumen und Büschen durch die Wärme der vergangenen Wochen schon sehr weit fortgeschritten waren, versprachen die Wetterkundigen einen rasch eintretenden Frühling nach der Frostperiode.
Ende Februar absolvierten 25 Oberprimaner im Gymnasium Carolinum ihre Reifeprüfung. Zehn der jungen Männer mussten nicht in die mündliche Prüfung. Die Abiturienten beabsichtigten, unterschiedliche Studiengänge zu absolvieren: Jura, Theologie, Medizin und Tiermedizin, Naturwissenschaft, Mathematik, Pharmazie und Hochbau hießen die Ziele, nur einer wollte Kaufmann, ein weiterer Banker werden.
Mit Nachdruck versuchte der Tierschutzverein die Stadt zu überzeugen, diese aber blieb uneinsichtig: Hunde waren auch weiterhin in der Straßenbahn nicht erlaubt!
Eine neue Art von elektrischem Licht machte vor hundert Jahren von sich reden, die Osnabrücker lasen davon erstaunt in den Tageszeitungen. Das Neueste auf dem Gebiet der Beleuchtungstechnik war das Neonlicht. William Romsay hatte das Gas zuerst entdeckt, das 57-mal leichter als Luft ist. Die erste Neonröhre des Physikers Claude war sechs Meter lang. Bei 1000 Volt Spannung erzeugte sie ein Licht, das heller war als 1320 Kerzen, berichtete das Osnabrücker Tageblatt.
Ebenso erstaunlich fanden die Osnabrücker die Nachricht, dass vom Eiffelturm aus eine drahtlose Telegrafenverbindung nach Kanada stattgefunden hatte, über eine Distanz von über 6000 Kilometern. In der Notiz wurde der Depeschenaustausch als " Übertragung sogenannter tönender Funken" bezeichnet.

Bildtext:

Die Vitischanze war im Februar 1911 wieder einmal zu verpachten. Hier eine kolorierte Ansichtskarte aus dem Jahr 1917.
Autor:
Christiana Keller


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