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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Um das Schicksal des hochsperrigen Turmes
Zwischenüberschrift:
Der Festungsturm an der Johannismauer soll der Ringbahn weichen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Bürgerliche Vereinigung der Neustadt hat sich dafür ausgesprochen, den alten Turm an der Johannismauer abzubrechen, da er der glatten Durchführung des Ringverkehrs im Wege steht. Ein Zeuge aus Osnabrücks Vergangenheit soll damit den Verkehrsanforderungen weichen. Nun fehlt es allerdings auch nicht an Stimmen, die ihn erhalten wissen möchten. Wie der Rat der Stadt darüber bestimmen wird, ruht noch im Schoße der Zukunft.
Osnabrücks Bürger hängen am Althergebrachten. Das hat sich schon gezeigt, als in den siebziger Jahren die Wälle abgetragen wurden, um der Ausweitung des Stadtkerns Raum zu geben. Stehen blieben nur die alten Walltürme, erhalten blieb auch der Herrenteichswall, um dessen Zukunft noch um die Jahrhundertwende ein öffentlicher Kampf ausgetragen wurde, der erst mit der Errichtung des Bergmannsbrunnens am Wallaufgang endgültig entschieden wurde.
Der Neustadt sind zwei Festungstürme geblieben: neben dem erwähnten Turm an der Johannismauer nur noch der Plümers Turm am Wall. Auch dieser hat einmal im Meinungsstreit gestanden. Das war, als 1906 das Ratsgymnasium gebaut wurde. Er behindert zweifelsohne den Gesamteindruck des schmucken Schulhauses. Heimatfreunde fanden, daß durch den Turm eine vorteilhafte Aufteilung der monumentalen Front des Gymnasiums erreicht werde, und sie blieben Sieger. Plümers Turm, benannt nach einem dort früher wohnhaften Einwohner, hieß ursprünglich Wulfesturm und die spätere Klubstraße, heute Hans-Böckler-Straße, Wulfeskuhle. Er hatte nicht gerade eine " strategische" Bedeutung im Festungsring, sondern sollte vor allem den landwirtschaftlichen Zugang zur Wüste sichern wie auch den Schmuggel fernhalten, da einst fast alle in die Stadt eingeführten Waren mit einer Akziseabgabe belegt wurden.
Jetzt geht es also um die Zukunft des Turmes an der Johannismauer. Seine Größe und Höhe weisen auf seine einstige Bedeutung für die Sicherung der Neustadt hin. Das Haupttor der Neustadt war das Johannistor, östlich davon lag die Holtporte, von wo aus die Stadtmauer nach Norden, dem Pottgraben entlang zur Neuen Mühle führte, die Bischof Bruno 1253, also vor 700 Jahren, erbaut hatte. Die Mühlenpforte schloß den Haseübergang. Von dort aus stieß dann die Mauer beim Augustiner-Kloster (Justitzgebäude) an die Befestigung der Altstadt. Im Westen war das Martinitor, die Katharinenpforte und Plümers Turm, An der Kommenderiestraße stand der Schweineturm.
1470 erscheint der Riemsloher Turm, von dem nicht ganz sicher ist, wo er zu suchen ist. Doch läßt die Benennung einer Mauer " tuschen sunte Johns und Rymesloer torne" darauf schließen, daß er dem Johannistore benachbart gewesen ist. Stüve spricht in seiner Stadtgeschichte die Vermutung aus, daß es sich dabei um den später " hochsperriger Turm" genannten handelt, der 1514 als hoher und 1524 als hochsperriger Turm bezeichnet wird. Einen weiteren Turm auf der kurzen Strecke bis zum Johannistor werde man wohl nicht annehmen dürfen.
Gewiß kann bei diesem alten Turm nicht von besonderen architektonischen Werten gesprochen werden, immerhin aber war er die Verkörperung eines Stückes der alten Stadtgeschichte und für die Neustadt bemerkenswert. Die neue Zeit hatte ihn noch einmal in den Dienst der Sicherheit gestellt, indem er als Luftschutzbunker ausbetoniert wurde. Jetzt ist die Zeit gekommen, daß über sein Schicksal endgültig entschieden wird.


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