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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Haseuferweg: Es wird noch einmal teurer
Zwischenüberschrift:
Zusätzlich 300 000 Euro für Bombenräumung und Hochwasserschutz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Baustelle im Fluss: Der 260 Meter lange Abschnitt des Haseuferweges zwischen Neumarkt und Schlagvorder Straße kostet 2, 1 Millionen Euro. 600 000 Euro mehr als ursprünglich kalkuliert. Foto: Jörn Martens
Osnabrück. Zuerst waren es 1, 5 Millionen Euro. Dann 1, 8 Millionen. Jetzt steuern die Kosten des Haseuferweges auf 2, 1 Millionen Euro zu.
Von Wilfried Hinrichs - Der Bau des Haseuferweges scheint die alte Stammtisch-Weisheit zu bestätigen: Öffentliche Bauten geraten am Ende immer teurer als geplant. Für den Stelzenweg an der Hase zwischen Schlagvorder Straße und Neumarkt waren anfangs 1, 5 Millionen Euro veranschlagt. Eine stolze Summe für einen nur 260 Meter langen Fuß- und Radweg. Aber die Hase-Promenade hat etwas Besonderes: Sie wird auf Stelzen geführt, weil die Häuser venedigartig am Wasser stehen. Spaziergängern erschließen sich Stadt und Fluss von einer bislang unbekannten Seite.
Seit Jahrzehnten träumen die Stadtplaner von dieser Passage, die eine zentrale Lücke in dem insgesamt 17 Kilometer langen Haseuferweg quer durch die Stadt schließen und die es Fußgängern ermöglichen wird, abseits der Hauptstraßen vom Neumarkt zum Bahnhof zu gelangen. Doch für diesen Luxus fehlte der Stadt immer das Geld - bis 2009 die große Finanzkrise und das Konjunkturpaket der Bundesregierung kamen. Die Stadt nutzte die Chance.
Zwei Drittel der ursprünglich veranschlagten 1, 5 Millionen Euro zahlt der Bund aus dem Konjunkturpaket. Den Rest steuert die Stadt bei. Doch 2010 stellte sich heraus, dass die alten Pläne mit der heutigen Bauwirklichkeit nicht mehr übereinstimmen. In der Hase musste eine provisorische Baustraße aufgeschüttet werden. Mehrkosten: 300 000 Euro. Weil andere Projekte noch nicht baureif waren, konnte die Stadt das Geld durch interne Umschichtungen aufbringen.
Jetzt ist ein weiterer Nachschlag von 300 000 Euro nötig. Die Baustraße verschlingt zusätzlich 70 000 Euro, die Gründung der Pfähle wird um 45 000 Euro teurer. 60 000 Euro kostet eine ungeplante Suche nach Blindgängern, 30 000 Euro der Hochwasserschutz - eine Folge des großen Regens im August 2010. Weitere Kosten entstanden durch Verbaueinrichtungen, Transport von Bohrgeräten und Erschütterungsmessungen.
Die Mehrkosten werden durch Umschichtungen gedeckt. Weil der Straßenbau am Schnatgang und Pappelgraben auf 2012 und später verschoben wird, stehen Gelder zur Verfügung. Die Stadt muss sich aktuell nicht neu verschulden.
Der Stadtentwicklungsausschuss winkte die Mehrkosten ohne Debatte durch. Jens Meier (Grüne) legte Wert auf die Feststellung, dass es sich beim Haseuferweg nicht um ein " Luxusprojekt" handele, sondern um eine " städtebauliche Aufwertung" und " attraktive Verbindung, die mal nicht dem Autoverkehr dient, sondern Fußgängern und Radfahrern". Anette Meyer zu Strohen (CDU) erinnerte an das Ziel des Konjunkturpaketes, zusätzliche Nachfrage zu schaffen, um die Krise zu überbrücken.
Dank des milliardenschweren Konjunkturpakets der Bundesregierung konnte die Stadt zusätzlich 11, 7 Millionen Euro investieren. Zwei Drittel dieser Summe flossen in die energetische Sanierung von Schulen - in bessere Dämmung, neue Fenster oder effektivere Heizungsanlagen. Ein Teil der Konjunktur-Gelder ging als " pauschale Zuweisungen" an die Kommunen, die damit " sonstige Infrastrukturmaßnahmen" finanzieren können - wie den Haseuferweg. Diese Projekte durften nicht schon im Haushalt veranschlagt worden sein und mussten, um rasch Wirkung zu entfalten, binnen zwei Jahren umgesetzt werden.

Kommentar
Luxus
Von Wilfried Hinrichs - Natürlich ist der Haseuferweg purer Luxus für eine Stadt, die seit Jahren tiefrote Zahlen schreibt. Aber dieser Luxus hat durchaus seinen Sinn: Denn der Bau half, die Wirtschaftskrise zu überwinden. Dank solch zusätzlicher Projekte konnten Firmen ihre Auftragslücken schließen und Belegschaften halten.
Dass das Projekt teurer wird, ist ärgerlich, aber aus der Eile und den Sonderbedingungen des Konjunkturpaktes erklärbar. Hätte die Stadt in Ruhe die Pläne aktualisieren können, wären die wahren Kosten früher bekannt geworden. Deshalb passt dieses Projekt auch nicht in das Schema, wonach öffentliche Bauten generell teurer werden als gedacht.

Autor:
Wilfried Hinrichs


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