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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Was von Napoleons Erbe übrig bleibt
Zwischenüberschrift:
Stadt sucht bezahlbaren Weg, um die historischen Friedhöfe als Parks zu nutzen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das alles soll erhalten bleiben: Zerbröselndes Mauergrab der Familie Gosling auf dem Hasefriedhof. Foto: Klaus Lindemann
Osnabrück. Die ersten Toten wurden zur Zeit Napoleons bestattet, die letzten 1995. Aus den beiden historischen Friedhöfen in Osnabrück sollen Parks mit besonderem Charakter werden. Wie das mit einem überschaubaren Pflegeaufwand möglich ist, soll ein Büro für Gartendenkmalpflege in Hannover herausfinden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt das Vorhaben mit 123 000 Euro.
Von Rainer Lahmann-Lammert - Ein Gang über den Hasefriedhof und den Johannisfriedhof bietet Einblicke in zwei Jahrhunderte Osnabrücker Kulturgeschichte. Diesem Erbe fühlt sich die Stadt verpflichtet, obwohl sie es eigentlich nicht bezahlen kann. Denn wenn die beiden historischen Friedhöfe wie beabsichtigt 2015 entwidmet werden, kann ihre Pflege nicht mehr aus den Friedhofsgebühren finanziert werden.
Unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), hat die Stadt jetzt das Landschaftsarchitekturbüro Jens Beck aus Hannover beauftragt, ein Pflegekonzept aufzustellen. Auf der Basis von Denkmalschutz und Naturschutz sollen Empfehlungen ausgearbeitet werden, die in zwei Fachsymposien erörtert und in einem Leitfaden veröffentlicht werden. Nach dem Willen der DBU sollen auf diese Weise auch andere Kommunen von diesen Erkenntnissen profitieren.
Grundlage der Arbeit ist, dass beide Friedhöfe ihren Gesamtcharakter behalten. Als schutzwürdig gelten die großen Bäume, die Mauergräber und einzelne Gräber, die an berühmte Persönlichkeiten erinnern oder wegen ihrer künstlerischen Gestaltung wertvoll sind. Eva Güse, die Leiterin der Friedhofsabteilung, verfolgt aber das Ziel, alle Grabsteine zu erhalten.
Gräber, die nicht mehr von den Angehörigen gepflegt werden, sät die Stadt mit Rasen ein, um den Pflegeaufwand zu begrenzen. Landschaftsarchitekt Jens Beck denkt aber auch über Storchschnabelpflanzen und Blühsträucher nach. Weiterhin willkommen ist aber auch das Engagement des Förderkreises Hasefriedhof-Johannisfriedhof, der aus Spenden Rosen auf Gräber pflanzt.
Bei den praktischen Pflegearbeiten setzt die Stadt auch auf Arbeitslose, die das Arbeitslosengeld II, bekannt als Hartz IV, beziehen. Sie sollen sich durch ihre Projektteilnahme als gärtnerische Pflegekraft qualifizieren. Wer sich bewährt, könne sich auch auf eine frei werdende Stelle im Osnabrücker Servicebetrieb bewerben, vermerkte Eva Güse.
Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, wies beim Pressetermin auf die " wunderbare Verknüpfung" von Denkmalschutz und Naturschutz hin. Als Beispiel für die Artenvielfalt in der Großstadt nannte er den Acker-Gelbstern - eine seltene Pflanze, die in Westniedersachsen nur auf dem Johannisfriedhof anzutreffen sei. " Es wäre wirklich ein Jammer, wenn es nicht gelingen würde, diese Friedhofsparks zu erhalten", fasste Brickwedde zusammen.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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