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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Ledenhof bleibt eine Dauerbaustelle
Zwischenüberschrift:
Ausschuss lehnt Sanierung nach altem Muster ab - 60 000 Euro Unterhaltungskosten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
An allen Ecken und Enden bröselt es. Belebt ist der Platz nur donnerstags, wenn dort der Wochenmarkt stattfindet oder wenn sich dort Demonstranten sammeln. Fotos: Klaus Lindemann
Osnabrück. Es war einmal eine gute Idee. Der Platz über der neuen Tiefgarage am Ledenhof sollte zum Treff- und Ruhepunkt werden. Urbanes Leben zwischen Wasserfall und Blumenbeeten. Aber das wirkliche Leben ist anders: bröckelnde Mauern, störende Treppen. Das bleibt vorerst so, denn es fehlt noch die zündende Idee für die Neugestaltung.
Von Wilfried Hinrichs - Professor Helge Bofinger gewann 1976 den Wettbewerb zur Neugestaltung des Ledenhofes. Im Kern hat sein Entwurf bis heute Bestand - doch es fehlt seit 2004 ein ganz wesentliches Gestaltungsmittel: das Wasser. Die Brunnentechnik siechte über Jahre dahin, bis nichts mehr richtig funktionierte. Die Wasserspiele wurden schließlich abgestellt, denn eine Modernisierung hätte zu viel Geld gekostet.
Es reichte nur für etwas Kosmetik. 80 000 Euro stellte die Stadt 2006 für Schönheitsreparaturen zur Verfügung. Die marode Bühne wurde abgerissen. An ihre Stelle kam, wie auf dem Rest des Platzes, roter Klinker. Damit wurde auch der zur Industrie- und Handelskammer gelegene Wasserfall aufgefüllt. Das zweite Wasserbecken wurde bepflanzt, von ihm kündet nur noch die Mauer, von der einst das Wasser rieselte. Die Treppen Richtung Pflege- und Altenheim wurden geflickt, schadhafte Mauern ausgebessert. Parallel riss die Osnabrücker Parkstätten-Gesellschaft (OPG) die alten Eingänge zur Tiefgarage ab.
Das war aber keine Dauerlösung, der Verfall schritt voran. Stadtbaurat Wolfgang Griesert bezifferte in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses die Unterhaltungskosten auf jährlich 60 000 Euro. Davon sind 25 000 Euro für den Wege- und Platzbau nötig, 25 000 Euro braucht der Servicebetrieb für die Pflege der Grünanlagen und Sauberhaltung. 10 000 Euro kostet es die OPG, das Oberflächenwasser immer in die richtigen Kanäle zu lenken.
Die Verwaltung legte dem Ausschuss nahe, eine Grundsanierung auf der Basis des Bofinger-Konzeptes von 1976 in Angriff zu nehmen. Kosten: grob geschätzt zwei Millionen Euro.
" Die Summe muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen", sagte Katharina Pötter (CDU). Sie sagte deutlich " Nein". Das Konzept aus den Siebzigerjahren sei " weitestgehend gescheitert". Der Platz sei leblos und wegen der vielen Treppen und Einbauten wenig funktional. Jens Meiser (Grüne) stimmte grundsätzlich zu. Die Treppen, Mauern und Geländer erschwerten die Nutzung des Platzes und wirkten sich auf den Wochenmarkt nachteilig aus. Er wünsche sich, dass bei den neuen Planungen eine Querung zum Schloss in Betracht gezogen wird.
Marita Sliwka (FDP) sagte kurz und bündig: " Der Platz ist so nicht funktionstüchtig, die zwei Millionen wären rausgeschmissenes Geld." Ulrich Hus (SPD) brauchte nur vier Worte: " Es ist alles gesagt."
Der Ausschuss forderte die Verwaltung auf, sich über eine grundlegende Neugestaltung des Platzes - in Abkehr vom Bofinger-Konzept - Gedanken zu machen. Denn in einem Punkt stimmten alle Ausschussmitglieder mit Stadtbaurat Griesert überein: Die Unterhaltungskosten müssen reduziert werden. " Wir verbrennen hier richtig Geld", sagte Griesert.
Helge Bofinger besitzt die Urheberrechte. Ohne seine Zustimmung darf der Platz nicht verändert werden. Die Urheberrechte erlöschen aber, wenn die Stadt eine Neukonzeption mit einem erneuten Wettbewerb in Gang setzt.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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