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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie kam die Stadt zu ihrem Dom?
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Uni-Professor: Gotteshaus wurde in sieben Jahrhunderten immer wieder umgebaut
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Geschichte des Mittelalters ist das Spezialgebiet von Uni-Professor Thomas Vogtherr. Foto: Jörn Martens
Von Prof. Dr. Thomas Vogtherr - Osnabrück. Während der Sachsenkriege Karls des Großen entstanden seit den 770er-Jahren Missionsstationen. Eine dieser Stationen wird in Osnabrück gelegen haben und wurde auf dem Sandhügel westlich der Hase im heutigen Bereich des Doms errichtet. Die erste dort errichtete Kirche war eine Steinkirche, eine einschiffige Kirche mit einer kleinen halbrunden Apsis, eine typische Bauform karolingischer Zeit.
Auch die weitere Entwicklung des Osnabrücker Dombaus verlief in ganz typischer Weise: Nach der Bistumsgründung wurde die Kirche bereits zwischen 800 und 805 ersetzt. Eine kreuzförmige Kirche mit einem Chor im Osten und einem Querhaus zwischen Chor und Langhaus wurde errichtet. Spätestens aber in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts wurde auch diese Kirche schon wieder erweitert und vergrößert. Für die Domheiligen Crispin und Crispinian und deren Reliquien wurde eine adäquate Stätte der Verehrung gebaut, für die verstorbenen Bischöfe eine Begräbnisstätte: So entstand eine unterirdische Krypta.
Unter Bischof Benno II. in den Jahren 1068-88 fand der Weiterbau statt: Das Querhaus wurde weiter ausgebaut. Der Dom erreichte damals etwa das heutige Format. 1100 brannte der Dom ab, eine der zahlreichen Brandkatastrophen mittelalterlicher Kirchen, die im Allgemeinen grundlegende Neubauten zur Konsequenz hatten. Wenig später, jedenfalls noch vor 1120, entstand die Westfassade mit den Turmuntergeschossen, wie sie heute noch zu sehen ist.
Das heutige Aussehen erhält der Dom im 13. Jahrhundert: Langhaus und Querhaus wurden durchgreifend modernisiert, die südlich ans Querhaus angebaute Sakristei wird erbaut. Nach einem nochmaligen Brand von 1254 entstanden Vierung und Chorhaus.
Im 15. Jahrhundert kam der Chorumgang mit den einzelnen Kapellen hinzu, zwischen 1509 und 1544 der heute noch so mächtig aussehende Südwestturm. Er erhielt im 18. Jahrhundert eine barocke Turmhaube, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Dicke Mauern geben diesem Turm eine erheblich größere Standfestigkeit, die man dringend brauchte, um die zahlreichen und schweren Glocken ohne Risiko läuten lassen zu können.
Mehr als sieben Jahrhunderte lang wurde der Dom ausgebaut und umgebaut, bis er den modernen Anforderungen der Neuzeit entsprach. Auf einer vorher wahrscheinlich unbesiedelten Sanddüne entstand ein bedeutendes und die Stadt bis heute prägendes Bauwerk, das in einzelnen Teilen, die auf die verschiedenen Bauphasen zurückverweisen, noch heute seine eigene Geschichte erzählt.
Autor:
Prof. Dr. Thomas Vogtherr


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