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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Pater Franklin zieht alle in seinen Bann
Zwischenüberschrift:
Domschule feiert indischen Priester wie einen Pop-Star
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Viele Fragen hatten die Domschüler an Pater Franklin. Foto: Elvira Parton
Osnabrück. Die Domschule braucht ihren Superstar nicht mehr zu suchen, sie hat ihn gefunden. " So mucksmäuschenstill und hoch konzentriert habe ich 1100 Schüler in einem Raum noch nie erlebt", sagt die stellvertretende Schulleiterin Sabine Müller. Sie steht noch ganz unter dem Eindruck, wie sehr der indische Pater Franklin die versammelte Schülerschaft der Haupt- und Realschule beim Schulgottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche in seinen Bann zog, etwa beim gemeinsamen Gebet oder beim Lied " Jesus in my heart".
Von Joachim Dierks - Seit 30 Jahren unterstützt die Domschule die Hilfsprojekte des katholischen Pilar-Ordens im zentralindischen Bhopal. 1981 hatten Religionslehrer und der damalige Rektor Heinrich Balster den Kontakt zu Pilar-Father Franklin Rodrigues geknüpft. Der Gründer und Leiter von Schulen, Waisenheimen und Lepra-Stationen hat seitdem immer mal wieder seine Unterstützer in Deutschland besucht, zu denen auch der sehr rührige Verein Indienhilfe Wallenhorst gehört - eine Gründung von Balsters Schwiegersohn Jürgen Fluhr in Rulle.
Zuletzt war Pater Franklin anlässlich des Katholiken tages 2008 in Osnabrück. " Meistens klappt es, dass jeder Schüler ihn einmal in seiner Schullaufbahn zu Gesicht bekommt", erläutert Lehrerin Beate Schrempel. Die Fachleiterin Katholische Religion ist davon überzeugt, dass ohne die Besuche das zentrale Spendenprojekt der Schule keine 30 Jahre alt geworden wäre: " Es macht einen Unterschied, ob man mehr oder weniger anonym Geld in einen fremden Erdteil schickt, oder ob das Projekt ein Gesicht hat, ob man den Motor und Garanten des karitativen Zwecks ganz unmittelbar in Person, sozusagen zum Anfassen, in der eigenen Schule zu Gast hat."
Anfassen, das ist es auch, was gerade den Fünft- und Sechsklässlern auf der Seele brennt. Sie wollen ein Autogramm von ihm auf den Handrücken geschrieben haben, sie wollen dem fließend acht Sprachen beherrschenden Pater einmal die Hand schütteln. Und möglichst auch dabei fotografiert werden.
" Frau Müller, dürfen wir unsere Handys mit in die Kirche nehmen?" Das war eine zigfach gestellte Frage. Die Schulleitung sagte Ja, jedenfalls was die Fotografier-Funktion der Handys angeht.
Nach dem Gottesdienst zeigt der Pater vor jeweils etwa 100 Schülern Bilder des Elends, aber auch der Hoffnung, die von erfolgreichen Projekten ausgeht. Der neue Trinkwasser-Brunnen, den die Domschule mit ermöglicht hat, wird in Funktion präsentiert. Zwei Vormittage mit je sechs einstündigen Durchgängen - wird das dem nicht mehr ganz so jungen Priester nicht zu viel? " Überhaupt nicht, die Reaktionen der Kinder sind nie gleich, es kommen immer wieder andere Fragen", schmunzelt der Siebzigjährige.
Viele Fragen gestellt
Und was die Fünftklässler alles wissen wollen: Was suchen die Kinder in dem Abfall? Warum verjagt die Polizei die Kinder aus den Slums? Was machen die Frauen mit den Ziegen? Wie viele Kinder gehen in eine Klasse?
Einzelne Klassen übergeben dem Pater persönlich das, was sie durch Arbeitseinsätze am " Sozialen Tag" vor den Sommerferien eingenommen haben. Sabine Müller dazu: " Es ist gut für die Hilfsprojekte, aber es ist auch gut für unsere Kinder. Sie bekommen eine neue Sicht auf unsere Lebensweise, sie erfahren, dass unser Wohlstand nicht selbstverständlich ist. Und sie lernen, dass Schulbildung die beste Entwicklungshilfe ist, in Indien genauso wie an der Domschule."
Autor:
Joachim Dierks


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