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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Guckloch in die Tiefen des Piesbergs
Zwischenüberschrift:
Stadt plant Forschungsbohrung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Deponie Piesberg (unten rechts) könnte sich eventuell einmal als Goldgrube für die Stadt Osnabrück entpuppen, wenn hier Stoffe enthalten sind, deren Bergung sich angesichts knapper werdender Rohstoffe einmal lohnt. Foto: Gert Westdörp
swa Osnabrück. Vom Kostenfaktor zur Goldgrube - aus der Mülldeponie Piesberg könnte noch etwas werden. Jetzt soll untersucht werden, welche Wertstoffe aus dem jahrzehntealten Müllhaufen gehoben werden können.
" Zur Feststellung des möglichen Ressourcenpotenzials der Deponie könnte die Tiefenbohrung im , Greifertrockenbohrverfahren? mit einem Durchmesser von ca. 1600 bis 2000 Millimetern durchgeführt werden", heißt es in reinstem Verwaltungs-chinesisch in einer Mitteilung für den Betriebsausschuss des Osnabrücker Service-Betriebs. Im Zuge der Rekultivierung der ehemaligen Zentraldeponie Piesberg muss in Kürze ohnehin ein weiterer Sickerwasserbrunnen im westlichen Teil der Altdeponie hergestellt werden.
Der Grund: Es gibt neue Daten darüber, wie sehr sich das Sickerwasser in der Deponie staut. Eine Sanierung der Wasserableitung steht bevor. Bei diesen Arbeiten wird ohnehin eine Tiefbohrung durch den gesamten Deponiekörper nötig, die bis in eine Tiefe von 65 bis 70 Metern führt.
Normalerweise wird eine solche Bohrung mit einem Durchmesser von rund 600 bis 800 Millimetern mit ei nem Schneckenbohrer durchgeführt.
Im Gegensatz zu dieser normalen Tiefbohrung, wie sie bereits zehnmal seit 1993 für verschiedene Sickerwasserbrunnen durchgeführt wurde, könnte nun das Greifertrockenverfahren gewählt werden. Der Vorteil wäre ein wesentlich größeres Müllvolumen aus den verschiedenen Füllzeiten der Altdeponie (1976-1999). Die erwartete Müllmenge von rund 125 Kubikmetern könnte dann schichtenweise im Hinblick auf die mögliche Gewinnung von Rohstoffen und deren stoffliche Wiederverwertungsmöglichkeiten wissenschaftlich überprüft werden.
" Ein Vorstoß in die richtige Richtung zur Umsetzung des Ratsauftrages zur Rohstoffgewinnung aus Osnabrücker Deponien", bewerteten Fritz Brickwedde, Fraktionsvorsitzender der CDU, und Josef Thöle, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses Service-Betrieb, das Vorhaben der Verwaltung. Thöle hatte im Sommer die Idee von einem Besuch beim Gießener Abfallforscher Professor Stefan Gäth nach Osnabrück mitgebracht.
" Wir sind uns sicher, dass es ausreichende Fördermöglichkeiten gibt, die dieses Greifertrockenbohrverfahren finanziell unterstützen", meint Thöle. Dieses Modellvorhaben, aus dem sich wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rohstoffgehalt und Verwertungsmöglichkeiten ziehen ließen, soll von der deutschen Rohstoffagentur und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt begleitet werden. " Darauf können wir aufbauen und unsere Altdeponie gewinnbringend nutzen", so Brickwedde.

Kommentar
Die Gelegenheit beim Schopf packen
Von Michael Schwager - Die Situation ist günstig. Mitten in der Diskussion um knapper werdende Rohstoffe könnte die Stadt mit ihrer Deponie am Piesberg ein Modellprojekt anschieben. Neben dem Imagegewinn für die Stadt als Standort wissenschaftlicher Forschung und der Chance für örtliche Wissenschaftler tut sich auch finanzieller Nutzen auf. Sicher, das ist Zukunftsmusik: Aber vielleicht stecken in der alten Müllgrube ja wirklich Stoffe, die man einmal wirtschaftlich nutzen kann. Zweitens könnte Geld gespart werden. Die Millionen, die für Rekultivierung der Deponie zurückgelegt wurden, könnten vielleicht zumindest während der Zeit der wissenschaftlichen Erkundung auf der hohen Kante bleiben. Falls sich dann herausstellt, dass im Piesberg was zu holen ist, könnten sie zur Erschließung der Goldmine am Stadtrand dienen.
Autor:
swa


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