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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tanztreffpunkt und Heiratsmarkt
Zwischenüberschrift:
Bewegte Erinnerungen an die Ludwigshalle im Schinkel - Neues unbekanntes Foto von "Joh. Casp. Dütting's Hotel" am Domhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zwei Gaststätten mit Geschichte: die Ludwigshalle (oben) und das Hotel Dütting (Bild entnommen aus Rudolf vom Bruch, Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück, 4. Ausg. 2004, S. 463, Verlag H. Th. Wenner, Osnabrück, mit Genehmigung). Foto: Archiv
Von Frank Riehemann - Osnabrück. Mehr als 75 Jahre war die Ludwigshalle Hehmann an der Belmer Straße als eine der großen Veranstaltungshallen in Osnabrück und Umgebung bekannt. Bis zu 600 Leute konnten dort feiern. OS-Nachbarin Monika Helmkamp lag ganz richtig mit ihrer Vermutung, dass es da doch zahlreiche Erinnerungen geben müsse. So erreichten uns auf das unbekannte Foto der vergangenen Woche ungewöhnlich viele Geschichten, von denen wir an dieser Stelle leider nur eine kleine Auswahl wiedergeben können.
Die Landgaststätte Hehmann wurde 1898 von Ludwig Hehmann eröffnet und in den folgenden Jahren durch den Anbau eines Saales und einer Kegelbahn wesentlich vergrößert. Horst-Guenther Duesing, ein entfernter Verwandter der Familie, berichtete, dass die Gaststätte auf eine Zollstelle zurückging und Ludwig Hehmann das Geld für den Kauf des Grundstücks von einem reichen Verwandten aus Holland erhalten hatte. Liesel Unger erzählte uns von einem Abi-Ball des Ratsgymnasiums, der kurz nach Kriegsende in der Ludwigshalle stattfand: " Alkohol war sehr teuer. Wir haben selbst gebrannten Schnaps mitgebracht. Haben fünf Reichsmark Korkengeld beim Ober bezahlt und bekamen dann vier Gläser. Heimlich wurde dann auch noch eine kleine Flasche Likör getrunken, natürlich auch selbst gemacht, denn wir wollten ja nicht noch einmal Korkengeld bezahlen."
In den 50er- und 60er-Jahren war die Ludwigshalle der Tanztreffpunkt der Jugend. Neben lokalen Bands wie der Kapelle Sundermann traten dort auch die Band der Rudi-Carrell-Show oder der Schlagersänger Peter Beil auf.
Legendär waren die Karnevalsfeiern mit Elferrat und Büttenrednern. Am Rosenmontag 1960, dem 29. Februar, durfte Marie-Luise Hackmann zum ersten Mal ausgehen: " Mein sechs Jahre älterer Bruder schenkte mir eine Eintrittskarte für den Abend. [?] Ich war sechzehneinhalb Jahre alt. An diesem Abend forderte mich ein Mann auf zum Tanzen. [...] Den Mann heiratete ich 1962."
Marie-Luise Hackmann war nicht die Einzige, die in der Ludwigshalle die große Liebe fand. Die Gaststätte scheint ein richtiger Heiratsmarkt gewesen zu sein: Zahlreiche Leser erzählten uns, dass sie dort den Partner fürs Leben gefunden hatten und sehr glücklich wurden. Heinz Vormbrock - auch er lernte seine Frau bei Hehmann kennen - sorgte unter anderem für den Kuchen im Gartencafé der Gaststätte. Er arbeitete von 1952 bis 1954 als Geselle in der Bäckerei Hehmann, die zu der Gaststätte gehörte, und hatte oft freien Eintritt zu den Veranstaltungen.
An das Ende der Ludwigshalle denken alle mit Wehmut. Helmut B. fasste die letzten Jahre zusammen: " Mitte der 70er-Jahre endete dann die Ära Hehmann. Das Unternehmen wurde verkauft. Der neue Besitzer plante ein Sport- und Wellnesshotel. Der Traum war schnell ausgeträumt - Gre t esch liegt eben nicht im Sauerland oder an der Nordsee. 1978 dann die Zwangsversteigerung des Inventars, bald kamen die Abrissbagger."
Weitere Erinnerungen an die Ludwigshalle finden Sie ebenso wie einige Fotos im Internet unter www.os-nachbarn.de.
Auch das neue unbekannte Foto zeigt eine Gaststätte, " Joh. Casp. Dütting' s Hotel", vormals " Hotel Berg Aetna", am Domhof 9. Horst Grebing stellte es auf OS-Nachbarn.de ein. Zur Geschichte des Hotels konnte er einige Fakten zusammentragen, aber zurzeit nach 1938 fand er keine Informationen mehr. Haben Sie noch Hinweise zu dem renommierten Hotel?
Autor:
Frank Riehemann


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