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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Originell, ohne witzig zu sein"
Zwischenüberschrift:
Neumarkt: Architekten aus Hengelo gewinnen Investorenwettbewerb
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einen neuen Akzent für den Neumarkt soll der Entwurf aus dem niederländischen Architektenbüro MAS bilden, hier in einer Dämmerungsansicht.
Osnabrück. Etwas windschief sieht er ja aus, der neue Akzent für den Neumarkt. Architekt Rob Beerkens hat es mit seiner Anordnung von unregelmäßigen Mustern und Wölbungen darauf ankommen lassen. Beim Investorenwettbewerb machte das Architekturbüros MAS aus Hengelo gemeinsam mit dem Gronauer Investor Industriebau Hoff und Partner das Rennen.
Von Rainer Lahmann-Lammert - Die niederländischen Architekten gliederten den Baukörper in zwei Teile - einen siebenstöckigen Turm am Neumarkt und einen fünfgeschossigen Komplex am Kollegienwall. Ein flacher Sockel mit zwei Etagen verbindet sie. Dazwischen soll eine begrünte Schneise die " Nachhaltigkeit" des Bauprojekts unterstreichen, wie es Architekt Rob Beerkens formuliert. Mit gläsernen Erkern und Pflanzgefäßen an einem Stahlsystem will er den Einschnitt mit einem " grünen Teppich" auslegen.
Unregelmäßige Formen, Naturstein und getöntes Glas sollen dem Bau ein unverwechselbares Gesicht geben. Die Architekten Rob Beerkens und Ingrid Overkamp verzichteten auf das sonst übliche Staffelgeschoss und verpassten dem Baukörper auf halber Höhe einen Knick, der die obere Hälfte zurücktreten lässt.
Als besondere Herausforderung nahm das Team aus Hengelo die zur Hase gelegene Ostseite. Der Kopfbau mit seiner zufällig erscheinenden Anordnung der Fensterstelen dominiert auch hier, während die Fassade des flacheren Baukörpers gleichförmiger und aufgeräumter wirkt.
Ein Gastronomiebetrieb direkt am Wasser ist Bestandteil des Konzepts, mit einer schwimmenden Terrasse, die mit dem Pegel sinkt oder steigt. Die übrigen Flächen sollen an Geschäfte, Arztpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien vermietet werden. Außerdem sind 14 Wohnungen in den oberen Stockwerken vorgesehen.
Für den Investorenwettbewerb, den die Baubecon Sanierungsträger GmbH im Auftrag der Stadt und der Sparkasse veranstaltet hat, wurden sechs Entwürfe eingereicht. Drei davon kamen ins Finale, und die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Jörg Friedrich aus Hamburg entschied sich am Ende für die deutsch-niederländische Kooperation.
Auch die beiden anderen Beiträge hätten ihre Qualitäten, vermerkte Oberbürgermeister Boris Pistorius am Mittwoch vor der Presse. Die Arbeit des niederländischen Architektenbüros MAS sei aber besonders " originell, ohne witzig zu sein".
Das 1208 qm große Grundstück an der Ecke zwischen Kollegienwall und Wittekindstraße gehört der Sparkasse. Die Gronauer Hoff und Partner GmbH wird es jetzt für 2 Millionen Euro kaufen und die Realisierung vorantreiben. Geschäftsführer Klaus Rosche peilt an, dass im Frühjahr 2012 mit dem Bau begonnen wird. Zuvor müssen die vorhandenen Gebäude mit dem Café Coppenrath abgerissen werden.
Beim Investorenwettbewerb kamen die Echterhoff Projektentwicklung GmbH aus Westerkappeln und die dbi Grundbesitzverwaltungs- und Projektidee GmbH aus Osnabrück auf den 2. Platz. Sie präsentierten einen Entwurf der Architekten Gewers & Pudewill GPAI aus Berlin. Rang 3 ging an die MBN Bau AG aus Georgsmarienhütte, die mit dem Planungsbüro Rohling aus Osnabrück zusammenarbeitete.

Kommentar
Krumm, aber mutig
Von Rainer - Es ist schon mutig, im Land der Quadratschädel von der geraden Linie und dem rechten Winkel abzuweichen. Und das an einem so exponierten Ort wie dem Neumarkt. Was das Architektenbüro aus Hengelo ausgebrütet hat, wird sicher noch Ärger geben und den einen oder anderen Betrachter am Verstand der Stadtväter zweifeln lassen. Gut so, da bleibt die Stadt lebendig.
Eine andere Frage ist, ob mit dem Bauprojekt der Stillstand am Neumarkt überwunden werden kann. Seit über zehn Jahren wird diskutiert, wie viel Verkehr der Platz verträgt. Wenn diese Frage nicht beantwortet wird, bleibt der Neumarkt ein Torso. Auch mit schicken neuen Gebäuden am Rande. Auch hier sind mutige Entscheidungen gefragt.

Autor:
rll


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