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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gartenrundgang im Januar
Zwischenüberschrift:
Eine Zierde während des ganzen Jahres
Chinaschilf ein vielseitiges Gras
 
Kleine Vorrichtung mit großer Wirkung
Schneelast für Rhododendron und Buchsbaum oft zu viel
 
Hasen und Kaninchen mögen Lauch auch
Mensch und Tier konkurrieren in diesem Winter um das gesunde Gemüse
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Ingrid Beucke-Adler( Texte und Fotos) - Das auch als Chinaschilf bezeichnete Gras ist eine rhizombildende Pflanze, die nicht sehr wählerisch mit dem Standort ist. Sie wächst sowohl auf Sand als auch in schweren Böden. Die Pflanzen treiben spät aus. Das erste Jahr nach der Pflanzung ist etwas heikel. Bei Trockenheit brauchen sie dann Pflege. Später sind die Tiefwurzler ziemlich trockenheitsresistent. Die Winterhärte hängt von der Sorte ab. In der hiesigen Gegend ist sie im Allgemeinen gut, wenn die Pflanzen erst einmal eingewachsen sind.
Die meisten Miscanthussorten in Kultur stammen aus Südostasien. Wegen schöner Belaubung, ausdrucksvoller Blüten und winterlicher Schmuckwirkung sind die mehr als hundert Züchtungen beliebte Zierpflanzen. Sie sind gut geeignet als Solitäre oder als Höhepunkte in Rabatten sowie für die jetzt immer beliebter werdenden Graspflanzungen in Kiesgärten.
Miscanthus blüht vom Hochsommer bis zum Herbst. Die Blütenstängel eignen sich zum Schnitt. Die meisten behalten aber auch im Winter draußen ihre Flauschigkeit und silberne Farbe. Miscanthusarten können hybridisieren. Man nimmt an, dass das Riesen-Chinaschilf Miscanthus x giganteus, das unfruchtbar ist und nur durch Rhizomteile vermehrt werden kann, auf diese Weise entstanden ist.
In dieser Pflanze, die bis zu vier Meter hoch wird, sehen viele " die" kommende nachwachsende Rohstoffquelle. Seit zwanzig Jahren etwa werden von Institutionen und Landwirten größere Anbauversuche unternommen.
Bei einem EU-Versuchsprojekt unter Mitwirkung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und dem Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe hat sich herausgestellt, dass die Anlage von Miscathusfeldern zwar kostenaufwendig und der richtige Ertrag erst ab dem vierten Standjahr zu erwarten ist. Dass aber dann 15 und mehr Jahre ohne weiteren großen Kapitaleinsatz geerntet werden kann.
Je nach Bodengüte gab es bis zu 24 Tonnen verwertbares Material pro Hektar und Jahr. Der Düngebedarf ist gering, Schädlinge und Wildschäden gäbe es keine, und Unkrautbekämpfung ist auch nur in den ersten Jahren nötig.
Der Rohstoff kann bei der Energiegewinnung und als Faserpflanze verwendet werden. Im Gartenbau, als Vieheinstreu sowie in der Kunststoffindustrie gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten. Die Erwartungen an diese Pflanze mit günstiger Kohlendioxidbilanz sind jedenfalls sehr hoch.
Für Grasenthusiasten ist bei Ulmer gerade die " Enzyklopädie der Gräser" von Rick Darke erschienen, die vollgepackt ist mit Informationen und aussagekräftigen Bildern. Der Verfasser ist ein ausgezeichneter Kenner der Materie. Das hervorragend ausgestattete Buch kostet 99 Euro. Die Gräserfreunde werden finden, dass es jeden Cent wert ist.

Die Schneelast der vergangenen Wochen war für manchen Rhododendron zu viel. Die Sträucher hatten zwar als Schutz vor Verdunstung und Schneebelastung die Blätter leicht eingerollt hängen lassen. Trotzdem war es dem Schnee möglich, dicke Schichten aufzubauen.
Die Froststarre machte die Zweige sehr brüchig. Leider sind es oft gerade die kostbaren Exemplare mit großen Blättern, die Äste durch Bruch verlieren.
Buchskugeln und andere Formschnittgehölze werden durch dicke Schneehauben schnell aus der Form gebracht und geschädigt. Rechtzeitiges Abschütteln ist die beste Vorbeugung. In diesem Jahr waren selbst Obstbäume wie Pflaumen mit ihren vielen kleinenÄstchen von dicken Schneepacken belastet, sodass selbst große Äste abzubrechen drohten.
Das Abschütteln größerer Bäume und hoher oder tief gestaffelter Rhododendren ist nicht einfach.
Ein kleines leicht herzustellendes Werkzeug hilft ganz entscheidend und schont die Gewächse: Ein Teleskopstiel mit einer Werkzeugaufnahme, der möglichst auf vier Meter ausziehbar ist, ist sicher in vielen Gärten vorhanden.
Von einem Kultivator mit drei Zinken, der in die Stielaufnahme passt, wird der mittlere Zinken entfernt und die restlichen beiden erhalten eine Ummantelung durch einen aufgeschobenen Plastikschlauch.
Dadurch ist ein schonender Einsatz möglich, und es lassen sich nicht nur große Rhododendron-Pflanzen zartfühlend abschütteln, sondern es ist auch leicht, weit in andere Bestände hineinzureichen, die von den in diesen Breiten bis jetzt ungewohnten Schneelasten befreit werden müssen.
Auch im Sommer und Herbst macht sich dieser Eigenbau nützlich, etwa zum Schütteln von Pflaumen und Nüssen.

Während in früheren Jahren der frostharte Winterlauch noch direkt vom Beet in die Küche wandern konnte, haben in diesem Jahr die Hasen und Kaninchen alle Porreepflanzen aus dem Schnee gebuddelt und aufgefressen. Zum Glück ist das Angebot überall noch groß, sodass durch die Zubereitung von Lauchgemüse oder von Lauchkuchen die Immunabwehr in diesem nasskalten Wetter wirksam unterstützt werden kann.
" Lauch im Bauch" gilt durch seine bakterien- und pilztötenden Inhaltsstoffe als ideales Darmgesundheitsgemüse. Neben anderen wertvollen Inhaltsstoffen, wie Mangan, Zink und Selen enthält Lauch das schwefelhaltige Senföl Allizin, das dem Gemüse den pikanten Geschmack verleiht.
Rezept für einen herzhaften Porreekuchen:
Eine Springform mit Hefeteig auslegen. Für den Belag zwei große Stangen Lauch in drei Esslöffeln Oliven- oder Rapsöl leicht andünsten und auf dem Hefeteig verteilen. Den Belag mit einer Mischung aus vier Eiern und einem Viertelliter Sahne, gewürzt nach Wunsch mit Salz, Pfeffer, scharfem Paprika und einem gestrichenen Teelöffel Kurkuma, übergießen und mit 150 Gramm geriebenem Käse bestreuen. Bei 190 Grad etwa eine halbe Stunde backen. Nach dem Herausnehmen mit einem Hölzchen probieren, ob die Ei-Käse-Masse völlig gestockt ist.
Der heute angebaute Lauch ist die Kulturform des wilden Ackerlauchs aus dem Mittelmeerraum. Für den Sommerlauch, der im Spätsommer erntereif ist, erfolgt die Aussaat im kalten Gewächshaus oder Kasten im Vorfrühling. Die Jungpflanzen können dann etwa im April ins Freiland kommen.
Für den robusteren Herbst- oder Winterlauch reichen Freilandaussaat im März und Verpflanzen im Frühsommer. Reihenabstände von 40 Zentimetern und Pflanzabstände von 20 Zentimetern geben den Pflanzen Platz zu guter Entwicklung.
In den letzten Jahren haben Schäden durch die Lauchmotte sehr zugenommen. Die Larven fressen sich in die Lauchstangen, wodurch diese ganz oder teilweise unbrauchbar werden. Davor kann eine Bedeckung mit engmaschigen Gemüseschutznetzen schützen.

Autor:
Ingrid Beucke-Adler


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