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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neue Kohle für den Musikexpress
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Künstlerin will an Rekord-Wandbild in der Wüste weiterarbeiten und sucht Spender
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

Freut sich auf den zweiten Teil des " Musikexpresses": Künstlerin Angelika Walter mit der Skizze für den zweiten Teil des Gemäldes. Foto: Stefanie Hiekmann
Osnabrück. Eifrige Spaziergänger und Radfahrer wissen sofort, um welchen Stadtteil Osnabrücks es sich hier handelt: Seit fast 25 Jahren hat er ein ebenso farben-, wie lebensfrohes Wahrzeichen, über das täglich tonnenschwere Züge donnern. Gemeint ist der Stadtteil Wüste, der seit 1986 im Besitz des 90 Meter langen " Musikexpresses" ist. Nach mehrjähriger Pause soll dieser nun im nächsten Sommer wieder Fahrt aufnehmen. Dafür sucht die Osnabrücker Künstlerin Angelika Walter jetzt großzügige Spender.
Von Stefanie Hiekmann - Er gilt als das längste Wandbild Deutschlands, vielleicht sogar Europas, das von einer einzigen Künstlerhand erstellt worden ist: Der von Angelika Walter geschaffene " Musikexpress" ist von der Eisenbahnbrücke an der Limberger Straße nicht mehr wegzudenken. Im Sommer 1986 hat die freischaffende Künstlerin den Fantasiezug an die graue Betonwand gebracht. Mit den Jahren hat er sich in den Herzen der Anwohner, Spaziergänger und Kunstliebhaber verewigt. Nur Graffitisprayer meinten es nicht immer gut mit dem Werk und zerstörten es teilweise so stark, dass es mehrmals restauriert werden musste. Viele verschiedene Spender, insbesondere aber der Bürgerverein " Wüste", haben es damals ermöglicht, dass Angelika Walter dem Musikexpress 1994 und 2004 wieder ein farbenfrohes Gewand geben konnte.
Dennoch ist das Kunstwerk für die Osnabrückerin noch nicht beendet: Denn auch die gegenüberliegende Seite der Brücke soll noch Teil des " Musikexpress" werden. " Die Idee stand schon von Anfang an", sagt Angelika Walter. Nur am nötigen Geld hat es bislang gefehlt. " Sonst hätte ich mit der zweiten Seite schon viele eher angefangen."
Sogar das Konzept und die Skizzen stehen schon bereit. Während die erste Hälfte des Musik expresses die Außenansicht auf den instrumentalen Zug zeigt, soll die gegenüberliegende Seite die Innenansicht präsentieren: Man schaut aus den einzelnen Waggons heraus und sieht durch jedes Fenster einen anderen Zustand der Natur. Zwölf Fenster sollen es insgesamt werden, sagt Angelika Walter. " Für jeden Monat eins."
Dass sie diese Innenansicht möglicherweise schon im Sommer 2011 in Angriff nehmen kann, hat die Osnabrückerin auch ihrer Tochter Elena (18) zu verdanken. Denn sie hat ihre Mutter auf eine neuartige Internetplattform aufmerksam gemacht, auf der Künstler, Musiker, Schriftsteller oder andere kreativ schaffende Menschen ihre Projekte vorstellen und die dafür notwendigen Spenden sammeln können. Konkret handelt es sich dabei um die Seite www.startnext.de.
Seit ein paar Wochen hat Angelika Walter die Projektbeschreibung für die zweite Hälfte des " Musikexpresses" hier veröffentlicht. Menschen, die die Aktion " Neue Kohle für den Musikexpress" unterstützen möchten, können ab sofort online daran teilnehmen.
Angelika Walter plant, die zweite Hälfte des Musikexpresses nicht auf einmal, sondern über mehrere Jahre zu erstellen. Hintergrund sind die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren (1986, 1994, 2004). " Ich habe immer im Sommer gearbeitet, und die Brücke hat sich nach und nach zu einem großen Kultur- und Stadtteiltreff entwickelt", berichtet sie. Schulklassen sind gekommen, wenn sie mit Palette und Pinsel unter der Brücke stand, haben ihr zugesehen, sie befragt oder sich inspirieren lassen. " Es hat sich immer mehr eine soziale Komponente entwickelt", sagt Angelika Walter. Die Brücke sei in den Sommermonaten zu einem Treffpunkt geworden, der Menschen verbunden habe.
" Das war eine unglaublich schöne Erfahrung, die mich bis heute nicht loslässt", sagt Angelika Walter. Und genau deshalb möchte sie die " Lücke" schließen und erneut einen Sommer-Kultur-Treff unter der Brücke realisieren. " Ich habe mir vorgenommen immer in den Sommermonaten an dem zweiten Bild zu arbeiten", sagt die Künstlerin. Das habe nicht nur den Vorteil, dass der besagte Treffpunkt wieder zum Leben erweckt werden kann - auch die Finanzierung sei so leichter zu tragen, da sie in vier oder mehr Teilen erfolgt.
Insgesamt kalkuliert Angelika Walter, dass es 25 000 bis 30 000 Euro kosten wird, die zweite Seite vollständig neu zu gestalten. Kostenintensiv sei dabei auch die Vorarbeit, die erfolgen muss, bevor sie überhaupt mit dem eigentlichen Gemälde loslegen kann. Denn Graffitisprayer haben sich in den letzten 25 Jahren intensiv an der zweiten Wand verewigt, zudem ist das Material einfach in die Jahre gekommen und muss restauriert werden.
Für das erste Viertel der zweiten Seite, das Angelika Walter gern in diesem Sommer gestalten würde, sind auf startnext.de 7500 Euro angesetzt. Wer die Künstlerin in ihrem Vorhaben unterstützt, geht nicht mit leeren Händen aus. Denn zum Crowdfunding-Prinzip gehört auch, dass die Spender ein Dankeschön erhalten. Angelika Walter bedankt sich für 20 Euro-Spenden mit einem A3-Druck der Lokomotive des ersten Gemäldes. Für Spenden ab 50 Euro gibt es einen Musikexpress-Kalender, der Motive der bestehenden Brückenseite enthält. Für Spenden ab 1000 Euro verewigt die Künstlerin das Firmenlogo auf dem neuen Bild. Ab 2500 Euro enthält der Spender einen Teil des Originalentwurfs der Osnabrücker Künstlerin.
Informationen erteilt Angelika Walter unter 05 41/ 8 25 15. Spendenportal zur Unterstützung des " Musikexpresses": www.startnext.de »

Crowdfunding
Die Internetseite startnext.de gehört zu sogenannten " Crowdfunding-Plattformen" . Der Name kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den beiden Wörtern " crowd" (Menschenmenge) und " funding" (Finanzierung) zusammen. Gemeint ist die Finanzierung von Aktionen und Projekten über Internetplattformen, die Menschen in aller Welt, eben große Menschenmengen, erreichen.
Wer auf startnext.de ein Projekt sieht, das er gern finanziell unterstützen möchte, überweist die gewünschte Spendensumme auf ein Treuhandkonto . Wenn bis zu einem festgesetzten Termin die für die Projektumsetzung erforderliche Summe zusammengekommen ist, wird dem Künstler die Summe dafür zur Verfügung gestellt. Fehlt jedoch Geld, sodass die Projektumsetzung nicht zustande kommen kann, bekommen die Spender ihr Geld vom Treuhandkonto zurück. hiek

Autor:
Stefanie Hiekmann


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