User Online: 1 | Timeout: 21:45Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erbsensuppe in der alten Panzerhalle
Zwischenüberschrift:
Neujahrsgang des Bürgervereins Eversburg zur Winkelhausen-Kaserne
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Blick in die Nachbarschaft: Der Bürgerverein Eversburg besuchte die alte Winkelhausenkaserne. Foto: Joachim Dierks
Osnabrück. " Ach, wären wir bei uns an der Landwehrstraße doch auch schon so weit", seufzte Friedhelm Groß angesichts der Entwicklungsfortschritte auf dem Kasernengelände in Haste. Der Vorsitzende des Bürgervereins Eversburg zog beim 31. Neujahrsgang einen Vergleich mit der ungeklärten Zukunft des Kasernen-Areals der ehemaligen Quebec-Barracks in seinem Stadtteil Eversburg.
Von Joachim Dierks - Viele der seit 1980 stattfindenden Neujahrsgänge des Bürgervereins führten in benachbarte Stadtteile. So auch jetzt der 31. Gang nach Haste. Der Anmarschweg war überschaubar, nämlich von der Pagenstecherstraße über Klöcknerstraße, Kiefernweg und Römereschstraße zum Gelände der Winkelhausenkaserne. In der ehemaligen Panzerhalle der britischen Streitkräfte hatte das gastgebende Speditionsunternehmen Nosta 180 Stühle aufgebaut. Doch das reichte nicht. Mehr als 220 Eversburger wollten wissen, wie weit die wirtschaftliche Nutzung dieses 32 Hektar großen Kasernengeländes gediehen ist.
Das Mobilisierungspotenzial des Eversburger Bürgervereins überrascht immer wieder, in diesem Falle selbst den Vorstand. Es mag damit zusammenhängen, dass die Eversburger Bürgerschaft einiges an Zumutungen abzuwehren hatte, seien es Emissionen von Gewerbebetrieben oder mehrfach fehlerhafte Anliegerbeitragserhebungen seitens der Stadt. Diesmal waren keine Kontroversen auszufechten, und trotzdem war der Zuspruch so groß, dass Friedhelm Groß den Caterer im Scherz anwies, noch zwei Eimer Wasser in die Erbsensuppe zu kippen, damit sie für alle reiche.
Nosta-Geschäftsführer Bodo Richter gab zunächst einen Gesamtüberblick über die bisherigen und die zukünftigen Nutzungen des Kasernengeländes. 1935 bis 1938 hatte die Wehrmacht das Start-und-Lande-Feld des vormaligen Flugplatzes Netter Heide als Kaserne für das Infanterieregiment Nr. 37 umgebaut. Benannt wurde sie nach Oberst Willy Carl Winkelhausen, dem im Ersten Weltkrieg gefallenen Kommandeur der legendären " 78er". Dank des Gleisanschlusses wurde hier in den letzten Kriegsjahren ein Heeresverpflegungslager eingerichtet. Lebensmitteltransporte rollten von hier an die Front.
Der Gleisanschluss ist es auch, der das durch den Abzug der Briten Ende 2008 frei gewordene Areal für die Spedition Nosta interessant machte. Mit Blick auf ihren Großkunden, die Papierfabrik Felix Schoeller, richtete die Spedition Nosta einen Umschlags-Terminal für " Kombinierte Verkehre" ein. Das Schoeller-Stammwerk in Gretesch bezieht Woche für Woche 6000 Tonnen Rohpapier aus dem Zweigwerk Weißenborn bei Dresden. Anstelle von 200 Lkw erledigen nun drei Güterzüge pro Woche, die zwischen Osnabrück und Dresden pendeln, diese Transportaufgabe.
So rollen die Papiergebinde nur neun Kilometer über die Straße, aber 530 Kilometer auf Schienen, was der Umwelt jährlich 6000 Tonnen CO2-Ausstoß erspare, erläuterte Richter. Auf dem Kasernengelände werden die bis zu 30 Tonnen schweren Container von Riesen-Greifstaplern vom Güterwaggon auf den Lkw gehoben und umgekehrt.
Mit einem Teller Erbsensuppe oder einem Glas Glühwein in der Hand verfolgten die Eversburger Neujahrsgänger das imposante Schauspiel, wie einer der " Reach Stacker" genannten Stapler einen Container durch die Luft bugsierte und zentimetergenau wieder auf dem Sattelauflieger absetzte.
Autor:
Joachim Dierks


Anfang der Liste Ende der Liste