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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Wiener Café: "Osnabrücks schönste Bar"
Zwischenüberschrift:
Unbekannte Fotos von der Baracken-Siedlung Berningshöhe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Schattenseiten der Wirtschaftswunderzeit waren in der Baracken-Siedlung auf der Berningshöhe deutlich zu erkennen. Foto: Hartwig Fender
Von Frank Riehemann - Osnabrück. Café, gutbürgerliche Bar, verruchter Klub und Diskothek - das Haus an der Herrenteichsstraße 1 hat eine spannende Geschichte. Das unbekannte Foto der letzten Woche ließ bei unseren Lesern längst vergangene Zeiten wieder lebendig werden.
Irmgard Struchtrup fand in alten Zeitungsartikeln, die ihre Schwiegereltern gesammelt hatten, interessante Daten zum Wiener Café: " Am 27. Februar 1948 wurde ein Teil für ungefähr 60 Personen sehr bescheiden eröffnet. Am 18. Dezember 1948 wurde mit einem Eröffnungskonzert das endgültige Café mit 300 Sitzplätzen eröffnet. Kaum vorstellbar, dass man sich damals sehr um den Mehl- und Zuckervorrat für die Kuchen sorgen musste und dass die Gäste nur mit den nötigen Marken diese genießen konnten. Am 28. Dezember 1949 wurde dann die Wiener Bar eröffnet. [...] Man sprach von der schönsten Bar in Osnabrück."
Das Wiener Café war Treffpunkt für alle Generationen. Karen Marin berichtete von ihrer Mutter, einer Kriegerwitwe, die sich dort mit ihren Freundinnen amüsierte und Ablenkung von den Entbehrungen der Nachkriegszeit fand, und Rainer Sunderdiek schrieb: " Nach dem VfL-Spiel am Sonntag gingen mein Vater und ich, 9 bis 10 Jahre alt, in das Wiener Café, um dort die Großmutter bei Kaffee und Kuchen zu treffen."
An den Tanztee hat Anneliese Miete lebendige Erinnerungen. Ihr Großonkel Hans Kaiser war im Wiener Café Oberkellner. Die 75-Jährige berichtete uns, dass er immer einen Frack oder schwarzen Anzug trug und dafür sorgte, dass alles gut gesittet zuging. Aber eins konnte auch er nicht verhindern: Die Preise waren für die jungen Leute ziemlich hoch, und so gingen die Herren in den Tanzpausen in die Gaststätte nebenan und tranken dort ein Bier.
Mit der Eröffnung des Ocambo-Clubs änderten sich die Zeiten, wie Anne Koch-Gosejacob berichtete: " Er hatte für mich etwas Verruchtes, da es dort ziemlich schummrig war. Auf der kleinen Tanzfläche konnte man nur ganz eng tanzen, denn sonst trat man den anderen Paaren auf die Füße."
Nach dem Ocambo-Club waren verschiedene Diskotheken in dem Gebäude ansässig. Das Village, in das man nur mit " Gesichtskontrolle" hineinkam, wie Rainer Sunderdiek schrieb, und die " Scheune", an die sich Joachim Viertel erinnerte: " Der Tanz in den Mai war dort immer super. Davor gab es dort auch schon eine Diskothek, das Mirage. Dort trat damals das spanische Gesangsduo Baccara mit ? Yes Sir, I Can Boogie? auf."
Mit unserem neuen unbe kannten Foto bleiben wir in den 50er- und 60er-Jahren. Die Aufnahme zeigt die Barackensiedlung auf der Berningshöhe. Behelfswohnungen, dunkle Wäsche auf der Leine, ein VW Bulli, aber auch ein modernes Auto sind zu erkennen. Erinnern Sie sich an diese ärmlichen Unterkünfte? Haben Sie dort oder in der Nachbarschaft gelebt?

Autor:
Frank Riehemann


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