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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schlitterpartie beim Gemüsekauf
Zwischenüberschrift:
Wochenmarkt am Domhof durch Glätte auf weiten Strecken nahezu unpassierbar
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Blick auf den Boden war am Wochenende auf dem Markt am Dom für jeden Besucher dringend geboten. Fotos: Gert Westdörp,
OSNABRÜCK. Der Osnabrücker Wochenmarkt hat viele Seiten: Er ist Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel aus lokaler Produktion, Treffpunkt für Freunde und Familien, wirtschaftliches Standbein vieler Marktbeschicker und nicht zuletzt auch Aushängeschild für die Stadt. Am Samstag hatte er noch einen weiteren Aspekt: Er wurde zur überwiegend geschlossenen Eisfläche und " Schlittschuhbahn".
Von Ullrich Schellhaas - Trotz Tauwetters bot sich auch am späten Vormittag auf dem Markt am Domhof ein oft katastrophales Bild: Neben dem Dom und in zahlreichen Gängen zwischen den Ständen behinderte eine zentimeterdicke Eisschicht das Vorankommen. Besucher rutschten auf den spiegelglatten Flächen durch die Gegend oder schoben, wie auf rohen Eiern, ganz vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Und an den Ständen, neben den Verkaufsgesprächen, beherrschte ein Thema die Unterhaltungen: der Zustand des Platzes.
" Wir sind nur Marktleute, bitte wenden Sie sich an das Bürgertelefon der Stadt" hing als handgeschriebenes Pappschild an einer Bude, deren Betreiberin das Thema Nummer eins wohl schon nicht mehr hören konnte. Die Frau, die lieber ungenannt bleiben möchte, sagte: " Der Wochenmarkt ist Werbemittel und Aushängeschild für die Stadt - und die tun hier nichts für uns."
Eine weitere Marktfrau, ebenfalls lieber ungenannt, bezeichnete den Platzzustand als " Katastrophe" und zeigte ihre vom Streusalz, das sie privat aufgewendet hatte, aufgerissenen und geröteten Hände vor. Und Marktkundin Stefanie Diekmann meinte: " Das kam ja jetzt nicht plötzlich und unerwartet, dass heute Markt ist. Da hätte man doch schon mal in den Tagen vorher ein wenig Salz streuen können."
Doch es gab auch andere Stimmen: " Die Stadt tut schon, was sie kann", äußerte Clemens Wessel, der Vorstand der Marktbeschicker. Weil die Wochenmärkte gerade mal kostendeckend für die Stadt seien, erwartete er keine großen Räumaktionen. " Deshalb haben wir auch aus der Vereinskasse einige Tausend Euro aufgewendet, um die anderen Plätze räumen zu lassen." Das habe leidlichen Erfolg gebracht. Nur am Domhof sei eben das Problem, dass das historische Pflaster den Einsatz schweren Geräts nicht zulasse und dass es durch die unterschiedlichen Nutzungen als Park- und Marktfläche schwierig sei, einen Verantwortlichen zu finden.
Diese liegt ein Stück weit bei Helmut Siemonowski, dem Marktmeister der Stadt Osnabrück. Doch der hat seiner Ansicht nach alles Notwendige veranlasst: " Wir haben heute Morgen um 5 Uhr den Platz mit Splitt abgestreut, doch dann kam Regen, und alles ist wieder festgefroren." Außerdem werde das Streugut von den Kunden verteilt und so die Flächen zusätzlich wieder glatt. Ein früherer Einsatz sei wegen der parkenden Autos nicht möglich. Und für eine Absage des Marktes habe er keine Veranlassung gesehen. " Dafür war die Situation doch noch nicht extrem genug", sagte er und betonte die Verantwortung auch den Händlern gegenüber.
Und auch einzelne Marktbesucher sahen das alles nicht so dramatisch: " Nun stellt euch mal nicht so an, das gehört doch in der Jahreszeit dazu", rief ein Herr, der das Thema wohl auch schon nicht mehr hören konnte.
Autor:
Ullrich Schellhaas


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