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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Im Mai beginnt das Zählen
Zwischenüberschrift:
Zensus 2011 soll Aufschluss über Bevölkerung geben - Namen werden nicht gespeichert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Mai bis Juli besuchen die 150 Erhebungsbeauftragten in Osnabrück etwa zehn Prozent der Haushalte und befragen die Menschen zu ihren Lebensumständen.Fotos: Michael Hehmann
Osnabrück. Demonstrationen und Krawalle begleiteten im Jahr 1987 die Volkszählung in der Bundesrepublik. Im Jahr 2011 heißt die Volkszählung Zensus. Methode und Akzeptanz haben sich gewandelt. Die Neue OZ erklärt, was hinter dem Zensus steckt, wie er abläuft - und welche Kritik es gibt.
Von Michael Schiffbänker - Die Ziele: Der Zensus verfolgt zwei Ziele. Erstens geht es darum festzustellen, wie viele Menschen in Deutschland leben. Zweitens wollen Bund und Kommunen verlässliche Daten zu Wohnraum, Bildung und Arbeitssituation der Einwohner erheben. Die aktuelle Statistik ist überholt. Sie gründet sich auf Daten der letzten Erhebungen, die der Staat 1981 in der DDR und 1987 im früheren Bundesgebiet durchführte. In den Folgejahren aktualisierten Statistiker die Zahlen mit der sogenannten Bevölkerungsfortschreibung, einem statistischen Verfahren. Durch die neuen Ergebnisse hoffen Bund und Kommunen, künftig zielgerichteter und sparsamer planen zu können. Denn derzeit sei die Bevölkerungsanzahl in Deutschland vermutlich um 1, 3 Millionen überzeichnet, schätzt das Statistische Bundesamt.
Das Vorgehen: Der Stichtag für den Zensus 2011 ist der 9. Mai. Da aber keine Kommune innerhalb eines Tages die benötigten Daten erheben kann, ist ein Puffer eingerichtet. In Osnabrück besuchen von Mai bis Juli die 150 Er hebungsbeauftragten etwa zehn Prozent der Haushalte und befragen die Menschen zu ihren Lebensumständen. Der Zensus hat Stichprobencharakter. Ob sie tatsächlich die angestrebte Zehn-Prozent-Marke erreichten, sei fraglich, sagte Burkhard Tietz, der die städtische Erhebungsstelle leitet.
Die Fragebögen: Der geläufigste ist der für den " normalen Bürger", wie Tietz ihn nennt. Ihn müssen alle volljährigen Mitglieder eines Haushaltes ebenso ausfüllen wie Minderjährige, die einen Haushalt führen. Der Bogen enthält vor allem Fragen nach dem Namen, der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, der Religion, nach Zuwanderungshintergrund und der beruflichen Situation. Weniger ausführlich sind die Fragebögen für Wohnheime und die sogenannten sensiblen Sonderbereiche wie Gefängnisse und Flüchtlingslager. Auf Immobilienbesitzer kann zudem noch ein Fragebogen zur Gebäude- und Wohnungszählung zukommen. Wer will, kann die Fragen auch online beantworten.
Die Auswertung: Alle Fragebögen gelangen in die örtliche Erhebungsstelle. Dort werden sie gesichert verwahrt, bis sie zum Auslesen abgeholt werden. Sicherheit sei für sie ein hohes Gebot, sagte Tietz. " Deshalb arbeiten wir auch räumlich, organisatorisch und personell abgeschottet." Nach dem Auslesen der Daten beginnt die statistische Auswertung.
Die Kritik: Kritiker des Zensus argwöhnen, dass die für die Statistik notwendigen Daten mit dem Namen der Person verknüpft bleiben. Dem widerspricht Jan Scharf vom Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie: " Die Namen sind lediglich Hilfsmerkmale, die Person interessiert im Sinne der Statistik nicht." Deshalb würden sämtliche Namen gelöscht, sobald die Daten statistisch aufbereitet seien. Auch beim Einlesen der Daten per Computer bleibe das Statistikgeheimnis gewahrt, sagte Scharf. Die Kritik, wonach es Schlupflöcher gibt, sei unberechtigt. " Denn wir sind auf dem neuesten Stand der Technik."
Die Kosten: Die Kalkulation sieht nach wie vor einen Aufwand von 360 000 Euro für die Zensusmaßnahme der Stadt Osnabrück vor. Das Land Niedersachsen zahlt davon 135 000 Euro. Die Differenz von 225 000 Euro trägt die Stadt. Um die Kosten zu dämpfen, hat die Stadt keine neuen Mitarbeiter eingestellt, sondern die fünf benötigten von anderen Positionen abgeordnet. Auch die Räume in der Hauptschule Innenstadt, in denen die " Erhebungsstelle Zensus 2011 der Stadt Osnabrück" eingerichtet ist, gehörten schon vorher der Kommune und verursachen daher keine zusätzlichen Kosten.
Informationen des Statistischen Bundesamtes unter www.zensus2011.de »
Autor:
Michael Schiffbänker


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