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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Rotlichtmeile unter dem Neumarkt
 
Erstunken und erlogen
 
Nach der Bettensteuerkommt die Krawattensteuer
 
Mikrowelle statt Streusalz
Zwischenüberschrift:
Hamburger Geschäftsmann will 3,5 Millionen Euro investieren
 
Solidarbeitrag zur Haushaltssanierung – Ein Euro pro Tag
 
Kurt Rudek entdeckt Nebeneffekt der Energiesparbirne
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrücks neue Unterwelt: Im Neumarkttunnel entsteht eine Rotlichtmeile mit Eros-Center und mehreren Sex-Shops.
Osnabrück. Jetzt ist es heraus: Ein Hamburger Investor will im Neumarkttunnel eine unterirdische Rotlichtmeile mit einem Eros-Center und mehreren Sexshops eröffnen. Die Stadt wittert eine Chance, aus der defizitären Passage Gewinne zu ziehen.
Oberbürgermeister Boris Pistorius hat den Deal eingefädelt. Der Hamburger Barbetreiber Rako Zakic kündigt an, dass er 3, 5 Millionen Euro in Osnabrücks neue Unterwelt investieren will. " Nach Kaffee Partner und der Spedition Koch wieder ein Beleg, dass Osnabrück ein wirtschaftsfreundlicher Standort ist und bleibt", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.
Der Rat hat beschlossen, die Neumarkt-Passage zum Jahresende zu schließen. In den vergangenen Jahren gab es verschiedene Ideen für eine Weiternutzung. Als unterirdische Disco war der Tunnel schon im Gespräch, als Archiv für das benachbarte Landgericht und als Fahrradgarage. Doch alle diese Überlegungen zerschlugen sich, bevor sie konkreter wurden.
Schon im März 2009 hat der Rat beschlossen, die Neumarkt-Passage einem Investor zu übertragen oder mit Ablauf des Jahres 2010 zu schließen. Jetzt hat die Stadt mit Rako Zakic einen Investor gefunden. Der 49-jährige Ex-Profiboxer betreibt in Hamburg mehrere Nachtclubs, Eros-Center und andere Vergnügungsbetriebe.
Die Stadt verdient mit
Zu seinen Plänen in Osnabrück wollte der hanseatische Geschäftsmann noch keine Einzelheiten nennen. Seine Sprecherin Natascha Kokoschka kündigte aber an, " dass diese Stadt endlich das Nachtleben bekommt, das sie verdient". Am Neumarkt werde ein " Highlight für Vergnügungsgäste" entstehen. Besucher würden aus der ganzen Region erwartet, vom nördlichen Ruhrgebiet bis an die Nordsee, von Hannover bis nach Holland. Osnabrück werde schon bald " kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte" sein.
In der Politik stießen die neuen Pläne für den Neumarkt-Tunnel auf breite Zustimmung. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde begrüßte die Investitionsentscheidung und betonte: " Der Neumarkt war immer schon ein verkehrsreicher Platz, und das soll er auch bleiben."
Endlich gebe es ein vernünftiges Konzept, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Henning. Mit der Entscheidung für das Eros-Center blieben der Stadt nicht nur 5, 5 Millionen Euro für die Verfüllung des Tunnels erspart. Jahrelang sei der Neumarkt-Keller ein Zuschussgeschäft gewesen. Doch jetzt zeichne sich ab, dass die Stadt mit der tot geglaubten Passage " richtiges Geld" verdienen könne.

Till
Erstunken und erlogen
Es gibt Geschichten, die sind erstunken und erlogen und stehen trotzdem in der Zeitung. Wie kann das sein? Diese Frage ist berechtigt, zumindest am 1. April und am 31. Dezember. Seit Jahrzehnten schon gibt es Tills Silvesterpunsch, und jedes Jahr fallen einige Leser auf die von der Redaktion ausgebrüteten Zeitungsenten herein. Vielleicht, weil die eine oder andere Geschichte so gut ins Bild passt. Am Freitag unterhielt sich ein Passant im Neumarkttunnel mit einer Verkäuferin über die Zukunft der Geschäfte. Eine Kundin bekam das mit und rief den beiden zu: " Hier kommt ein Eros-Center rein!" Sie hatte die Zeitung gelesen und Tills Silversterpunsch für bare Münze genommen. Till freut sich über das uneingeschränkte Vertrauen, schämt sich aber auch ein bisschen über den bösen Scherz. Amüsant war auch die Reaktion eines Lesers, der sich seinen eigenen Reim auf die Geschichte machte - in 40 Zeilen. " Der Rubel rollt im Untergrund - die Stadtfinanzen sind gesund", heißt es da zum Beispiel. Till räumt ein, dass natürlich auch die Krawattensteuer und die Streusalzlampe frei erfunden waren. Und Till verspricht feierlich, fortan keine Zeitungsenten mehr zu bringen. Jedenfalls nicht vor dem 1. April! Bismorgen
E-Mail: till@ noz.de

WAHR UND UNWAHR

Wahr ist, dass die städtische Kunstschule an der Nobbenburger Straße wegen unzureichender Fluchtwege geschlossen wurde.
Unwahr ist, dass die Verantwortlichen nun die Flucht nach vorn antreten und konsequent ein städtisches Gebäude nach dem anderen schließen.
*
Es ist Tatsache, dass Kaffee Partner seinen Firmensitz von Wallenhorst nach Osnabrück verlegt.
Es ist nur ein Gerücht, dass der Wallenhorster Bürgermeister Ulrich Belde deshalb von Kaffee auf Tee umgestiegen ist.
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Es trifft zu, dass die Wetterdaten für Osnabrück neuerdings in Belm gemessen werden.
Es trifft nicht zu, dass dadurch das Wetter in Osnabrück besser geworden ist.
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Wahr ist, dass der Osnabrücker Rechtsanwalt Olaf Tank, gegen den 3800 Strafanzeigen vorliegen, auf seinem Mercedes den Slogan Verbrechen lohnt sich doch! spazieren fährt.
Unwahr ist, dass Olaf Tank diesen Slogan neuerdings auch auf seinem Briefkopf verwendet.

Polizeiwaffe
Softknüppel: Polizeipräsidentin Heike Fischer präsentiert den neuen sogenannten leichten Schlagstock der Polizei, der ab 2011 in Osnabrück zum Einsatz kommen soll. Seine weiche Auspolsterung vermeidet schwere Verletzungen bei Demonstranten und gewaltbereiten Fußballfans. Trotzdem, so haben Psychologen in langjährigen Studien herausgefunden, verschafft er den Beamten Respekt und wirkt somit hochgradig deeskalierend. Sollte es dennoch zu massiver Gewalt gegen Polizeibeamte kommen, ist im Kern des Softsticks″ der altbewehrte Einsatz-Mehrzweckstock integriert, der in Sekundenschnelle eingesetzt werden kann.

Fotos:
Michael Hehmann

OSNABRÜCK. Die Bettensteuer tritt mit dem neuen Jahr in Kraft, aber sie allein kann Osnabrücks Haushaltsloch nicht stopfen. Stadtkämmerer Horst Baier setzt deshalb auf die Krawattensteuer. Sie soll zum 1. Februar 2011 wirksam werden. Weitere Steuern und Abgaben sind geplant.
Einen Euro soll das Tragen einer Krawatte pro Tag kosten bei einer Fliege erhöhtsich der Betrag auf zwei Euro. Ab sofort gibt es im Stadthaus Krawattenchips, die sich unauffällig auf der Rückseite des Binders befestigen lassen und jeweils für einen Tag gültig sind. Das OS-Teamwird Schlipsträger ab Februar kontrollieren.
Wer eine Krawatte trage, trage auch Verantwortung, erklärte der Erste Stadtrat Horst Baier in einem Pressegespräch. Genau genommen handle es sich nicht um eine Steuer, sondern um eine Abgabe. Mit dieser Abgabe unterstreiche der Träger einerKrawatte, dass er auch in schwerer Zeit zu seiner Stadtstehe. Es sei eine Ehre, sich mit einem Solidarbeitrag für die Sanierung des Haushalts zu engagieren. Er selbst werde mit gutem Beispiel vorangehen, kündigte Baier an.
Der Rat hat der Krawattensteuer mit großer Mehrheitzugestimmt. Auf den Einwand, dass damit fast ausschließlich Männer zur Kasse gebeten werden, reagiert der Stadtkämmerer gelassen. Zum 1. März werde eine Lippenstiftsteuer für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen. Geschlechtsneutral ist dagegen die Regenschirmsteuer, die zum 1. April in Kraft treten soll. Es folgen eine Cabriosteuer zum 1. Mai und eine Mountainbikesteuer zum 1. Juni.
Die Abgaben, die in der zweiten Jahreshälfte dazukommen, sind noch nicht im Detail festgelegt. Aus dem Rathaus sickerte durch, dass über eine Pralinensteuer, eine Kinderwagensteuer und eine Designerbrillensteuer nachgedacht wird.

Bildtext:
Das wird teuer: Schlipsträger zahlen ab Januar einen Euro proTag in die Stadtkasse.
Foto:
dpa

OSNABRÜCK. Der Winterdienst schafft es kaum, die Nebenstraßen von Schnee zuräumen, und Streusalz wird zum knappen Gut. Kurt Rudek (62) aus Pye hat vielleicht die Lösung: Mikrowelle statt Salz.
Der ehemalige Elektroingenieur ist per Zufall auf einen bislang wenig beachteten Nebeneffekt chinesischer Energiesparbirnen gestoßen. Zu Hause hatte der Ruheständler nach und nach alle Glühbirnen durch Sparlampen ersetzt auch in der Außenbeleuchtung. Der Weg zur Haustür wird von hüfthohen Laternen erhellt. Rudek staunte: Im Lichtkegel dieser Lampen schmolz der Schnee dahin, obwohl die Birnen kaum Wärme abstrahlen und kalt wie Eis sind. Rudek hatte einen ganzen Karton dieser Birnen von einem polnischen Händler im Internet billig gekauft. Im klein gedruckten Text des Beipackzettels stieß er auf einen Hinweis: die Euro-Vorschrift DX1648/ 2010. Sie besagt, dass die Birnen Mikrowellen mit geringem die lektrischen Verlustfaktor″ abstrahlen. Im Klartext: Die Strahlen sind für Menschen ungefährlich, wirken aber (wie in einer Mikrowelle in der Küche) auf Wassermoleküle: Das Eis schmilzt.
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die Birnen genehmigt″, sagt Rudek. Er schlägt vor, die Straßenlaternen mit diesen Lampen nachzurüsten. Die Birnen sind billig, sparen Energie und Streusalz. Was will manmehr? Wer sich von der Wirkung überzeugen will, schau ein Rudeks Garten: Der Rasen ist fast grün.

Bildtext:
Hilfe von oben für den Winterdienst? Kurt Rudek aus Pye hat entdeckt, dass Mikrowellen auschinesischen Sparbirnen den Schnee rasch schmelzen lassen. Er schlägt vor, nach und nachdie Straßenlaternen umzurüsten.
Foto:
Colourbox
Autor:
Till, Wilfried Hinrichs, Rainer Lahmann-Lammert, Ulrike Schmidt


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