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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Füttern hilft gefiederten Freunden
Zwischenüberschrift:
Vögel finden im Schnee kaum noch Nahrung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Streit ums Futter: eine Meise und ein Zeisig. Foto: dpa
Osnabrück. Ski fahren, Rodeln, Schneemann bauen - während sich Groß und Klein am herrlichen Winterwetter erfreuen, wird die weiße Pracht im Garten für so manches Tier zum Verhängnis. Vor allem für die Vogelwelt birgt der Schnee Risiken. Denn bei geschlossener Schneedecke finden die Tiere nahezu kein Futter. Und das bisschen Nahrung, das sie doch ausfindig machen, ist bei den eisigen Temperaturen selbstverständlich tiefgefroren.
Von Stephanie Kriege - Doch ein Vogel muss seine Körpertemperatur permanent konstant halten - und die liegt bei rund vierzig Grad. Soll der Mensch den Tieren nun zu Hilfe eilen, ihnen die Nahrungssuche abnehmen und sie im heimischen Garten füttern?
" Eigentlich nicht", meint der Osnabrücker Ornithologe Dr. Gerhard Kooiker. " Die Vögel hier sind an harte Winter gewöhnt. Wem es zu kalt ist, der fliegt halt woanders hin." Andererseits schade eine Fütterung nicht. " Wer Spaß dran hat, kann natürlich trotzdem Körner oder Weichfutter rauslegen." Letzteres könne zum Beispiel aus Haferflocken und Rosinen bestehen. " Die sollte man mit Pflanzenöl als energetischem Träger übergießen", rät Kooiker. Auch gekochte Kartoffeln oder Nudeln werden von Insektenfressern wie Rotkehlchen gerne gefressen.
Nicht nachvollziehen kann der Osnabrücker Ornithologe die Auffassung seines Kollegen Peter Berthold. Der Professor vom Max-Planck-Institut für Ornithologie plädiert für eine ganzjährige Fütterung der Vögel. Grund: Durch die Industrialisierung habe der Mensch den Tieren ihre artgerechte Umgebung geraubt und ihnen so die natürliche Nahrungsgrundlage entzogen.
" Obstbäume pflanzen"
Samen und Wildkräuter seien auf den behandelten Äckern und Wiesen kaum noch zu finden. " Vögel, die das ganze Jahr über gefüttert werden, brüten eher und legen mehr Eier." Darüber hinaus würden mehr Jungtiere überleben. So blieben die Artenvielfalt und die Populationsgröße erhalten. Gerhard Kooiker sieht das anders: " Wir geben nun einmal die Landschaft vor, und die Vögel müssen sich anpassen." Bessere Strukturen zu schaffen sei maßgeblich: " Wir sollten zum Beispiel mehr Obstbäume anpflanzen, anstatt die Vögel direkt zu füttern." Darüber hinaus komme das Füttern ohnehin nur häufig vertretenen Arten wie Tauben oder Amseln zugute. Professor Berthold kontert, darüber dürfe man sich nicht wundern, wenn man nur einmal im Jahr füttere. Erst bei ganzjähriger Fütterung könne man bis zu siebzig Arten im eigenen Garten beobachten.
Und wie sieht es mit Nisthilfen aus? " Auch hier gehen die Meinungen auseinander", so Kooiker. " Eigentlich soll man gerade die alten Bäume schützen. Außerdem fördern solche Nisthilfen wieder gerade die Arten, die es ohnehin am häufigsten gibt." Dies seien vor allem die Kohl- und Blaumeisen. Möchte man trotzdem Nisthilfen anbringen, sollte man einige Dinge beachten. " Vor allem sollten sie trocken hängen und nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein." Die Westseite sei daher unpassend. Darüber hinaus sollten die Nisthilfen nicht zu hoch angebracht werden. " Im eigenen Garten reichen ein bis zwei Meter", meint Kooiker. Dann könne man die Häuschen noch gut erreichen und einmal im Jahr reinigen. " Außerdem sollte man darauf achten, dass Katzen nicht an die Nisthilfen herankommen." Laut NABU sind Nisthilfen noch in anderer Hinsicht sinnvoll. Denn so könne man die verschiedenen Vogelarten kennenlernen. Bringt man die Nisthilfen auf Schulhöfen an, profitieren sogar die Schüler im Biologieunterricht.

Autor:
Stephanie Kriege


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