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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bis Mittwoch Wohnstraßen geräumt?
Zwischenüberschrift:
Zwölf Radlader im Schnee-Einsatz - Kurt Santjer: Die Fahrer müssen höllisch aufpassen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kurt Santjer Foto: Jörn Martens
Osnabrück. Auf vielen Wohnstraßen liegt der Schnee noch knöcheltief. Autos scheinen am Straßenrand eingefroren, eingekeilt zwischen Eisklumpen und Schneebergen. Wann erreicht der Räumdienst auch die kleinen Straßen? Kurt Santjer, beim Osnabrücker Servicebetrieb für den Winterdienst zuständig, hofft, dass am Mittwoch alle Straßen frei sind.
Von Wilfried Hinrichs - Herr Santjer, Sie sind aber schwer zu erreichen?
Ich bin etwas angespannt. Das Telefon steht nicht still, und es ist schwierig, den Bürgern plausibel zu machen, dass man 1200 Anliegerstraßen, die auch noch zugeparkt sind, nicht von heute auf morgen räumen kann.
Wie erklären Sie es denn den Bürgern?
Zwölf Radlader sind zurzeit Tag und Nacht in der Stadt im Einsatz. Das Problem ist: Wohin mit dem Zeug? Der Schnee muss irgendwo auf Nebenflächen, Grünstreifen - oder wo er nicht stört - abgekippt werden. In den Anliegerstraßen ist es außerdem eng, die Radlader-Fahrer müssen höllisch aufpassen, wie sie sich mit ihrem schweren Gerät zwischen parkenden Autos und Schneebergen bewegen können. Nach sechs bis sieben Stunden am Steuer sind die Fahrer erschöpft. Das ist ein wirklich anstrengender Job, der höchste Konzentration erfordert. Die Bürger sollen sich das gern anschauen, wie lange es dauert, eine Straße frei zu räumen, und welche Kosten zu erwarten sind.
Wird der Schnee nicht abgefahren?
Nein, nur aufgehäuft. Abfahren wäre noch aufwendiger, kostenintensiver und würde noch länger dauern.
Gibt es Prioritäten?
Nein. Zuerst haben wir auf Zuruf gearbeitet. Wenn jemand anrief, ist ein Radlader dorthin gefahren. Das war aber nicht effektiv. Wir haben private Unternehmen eingespannt, die jetzt systematisch Straßenbereiche räumen.
Wie läuft das ab?
Wichtig ist, lange Anfahrten zu vermeiden. Die Firma Willmann räumt deshalb in Sutthausen und Hellern, die Firma Dieckmann ist am Schölerberg und Voxtrup, Dallmann ist in den Stadtteilen Sonnenhügel und Westerberg/ Weststadt unterwegs, die Stadt ist mit ihren Maschinen im Katharinenviertel, Widukindland, Eversburg, Haste und Dodesheide im Einsatz. Ich markiere die Gebiete auf der Karte, und dann geht' s los. Wissen Sie, ich brauche Leute mit Ortskenntnis, denen man nicht lange erklären muss, wo welche Straße ist.
Wird denn die Straße bevorzugt, deren Anlieger am lautesten schreien?
Nein, so läuft das natürlich nicht. Aber wenn eine Straßengemeinschaft sich zusammentut, versuchen wir auch alles, um schnell helfen zu können. Ich hatte Weihnachten den Fall an der Jenny-von-Voigts-Straße in Voxtrup. Das ist eine Sackgasse. Ich habe dem Anrufer gesagt: Wenn Sie es hinbekommen, dass alle ihre Autos wegfahren, kommen wir so schnell wie möglich und räumen. Das hat funktioniert. Ich habe das selbst in die Hand genommen und bin selbst vor Ort gewesen.
Waren Sie an den Feiertagen im Einsatz?
Ich bin seit vier Wochen durchgehend im Dienst und meist nur für ein paar Stunden Schlaf zu Hause. Die normale Fahrbahnstreuung, die Radwegeräumung, die Gehwegstreuung und Innenstadtreinigung laufen ja parallel weiter.
Wie viele Leute sind für den Winterdienst unterwegs?
120 Leute in der Nachtschicht und 120 am Tag. Die Fahrbahnstreuung arbeitet quasi rund um die Uhr. Die Radwegeräumung geschieht von 4 bis 21 Uhr, analog der Satzung. Die Handkolonnen, die die Kreuzungen und Überwege räumen, arbeiten von 4 Uhr bis 21 Uhr. In der Fußgängerzone fahren zwei Schmalspurfahrzeuge auch jeden Tag von 4 bis 21 Uhr. Der größte Anteil aber sind die 700 Stellen im gesamten Stadtgebiet, wo die Stadt Anliegerpflichten hat.
Welche meinen Sie?
Die Gehwege vor Kindertagesstätten, städtischen Liegenschaften oder Grünflächen zum Beispiel. Da muss die Stadt genauso fegen wie jeder private Anlieger auch.
Wie viele Überstunden haben sich in Ihrer Mannschaft angehäuft?
Da habe ich noch keinen Überblick, aber viele Kollegen arbeiten zwölf Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Auch über die Kosten kann ich noch keine Aussage treffen.
Was macht das Salzlager?
Da haben wir Glück. Es sind noch 300 bis 350 Tonnen. Heute soll noch eine Lieferung kommen. Aber beim Lieferanten geht schon keiner mehr ans Telefon - das sagt alles. Das Streusalz wird vom Lieferanten zugeteilt. Lieferengpässe sind an der Tagesordnung, da helfen auch keine schön formulierten Verträge. Die Autofahrer haben inzwischen gelernt, auf einer geschlossenen Schneedecke zu fahren. Und Weihnachten hat man gemerkt, dass es alles etwas ruhiger zuging. Die Bürger hatten wohl mehr Zeit und Muße und fuhren langsamer.
Wann sind alle 1200 Anliegerstraße in Osnabrück geräumt?
Wenn alles wie geplant klappt - sieht die Welt, sieht Osnabrück am Mittwochmorgen schon viel besser aus.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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