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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Festglanz zu Weihnachten
Zwischenüberschrift:
Kampf gegen den Schnee 1969
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Lichterglanz und Einkaufsbummel in der Großen Straße: 1953 gab es noch keine Fußgängerzone, doch in der Vorweihnachtszeit war der Autoverkehr verbannt. Im Februar 1969 behinderten große Schneemassen das Autofahren. Fotos: Archiv
Osnabrück. Klasse! Selten haben wir so viele Kommentare zu unseren historischen Fotos erhalten wie zu den Bildern vom Schnee chaos 1969. Der Winter der Superlative ist vielen Osnabrückern noch lebhaft in Erinnerung.
Von Frank Riehemann - Trotz der Schneemassen, die auf dem unbekannten Foto der vergangenen Woche zu sehen waren, haben die meisten OS-Nachbarn erkannt, wo die Aufnahme gemacht wurde: " Das ist der Goethering, links hinten ist das RWE-Gebäude zu erkennen und auf der rechten Seite ist der Weltring-Markt, heute DJ Record-Shop", schrieb zum Beispiel Olli Sandmann.
Ausgerechnet am Wochenende vor dem Rosenmontag kam der große Schnee, und nichts ging mehr. Aber die Karnevalsfeiern wollte sich kaum jemand entgehen lassen. Und so spielten sich im Februar 1969 viele kleine Dramen ab. Monika Hellmann, damals 15 Jahre alt, stellte uns ihre Tagebuchaufzeichnungen jener Tage zur Verfügung: " 16. Februar 1969 (Sonntag): Heute Morgen, als ich aufwachte, waren 25 Zentimeter Schnee gefallen. Am Abend waren es schon 50 Zentimeter. Morgen am Rosenmontag fällt die Schule aus. Osnabrück ist zum Katastrophengebiet erklärt worden. - 17. Februar 1969 (Montag): Den ganzen Tag über hoffte ich, dass die Bürgersteige bis zum Abend frei sein würden. Wir wollten doch im Jugendheim der Heilig-Kreuz-Gemeinde an der Schützenstraße Karneval feiern. Zum ersten Mal mit den Jungs. Meine Mutter hatte mir ein rotes glänzendes Kleid mit schwarzen Punkten genäht, da ich als Spanierin gehen wollte. Der Rock ist verdammt kurz geraten, meinte meine Mutter. Sie wusste ja nicht, dass ich den Saum, nachdem sie den Rock mit dem Reihfaden zur Seite gelegt hatte, noch mal gekürzt hatte und wieder mit einem neuen Reihfaden versehen hatte. Am Spätnachmittag kam mein Vater mit der Meldung nach Hause: ? Die Bürgersteige sind relativ gut geräumt! Mit festen Stiefeln kann Monika doch wohl um 18 Uhr zu Fuß zum Jugendheim gehen.? Hurra, es lebe der Karneval. Es war eine tolle Party! - 18. Februar 1969 (Dienstag): Heute Morgen war wieder Schule, wir haben dort auch noch mal Karneval gefeiert."
Die Schneemassen konnten auch Klaus Stromberg nicht aufhalten. " Rosenmontag bei Hehmann im Schinkel war das Ereignis überhaupt in der Stadt. Accordium war der Veranstalter, und der Saal bei Hehmann platzte regelmäßig aus allen Nähten. Im Jahr 69 allerdings schneite es Rosenmontag den ganzen Tag, und wir hatten abends einen halben Meter Neuschnee. Rosenmontag feiern war aber absolut Pflicht. Taxen fuhren nicht. Wir kämpften uns durch den Neuschnee zu unserer Lieblingsveranstaltung. Selbst meine hochschwangere Frau wollte nicht auf die Feier verzichten. Durch das schlechte Wetter blieb erstmals der Saal relativ übersichtlich. Der Rückweg im Schnee ist unvergessen."
Die Erinnerungen von S. Kaiser an diesen Winter werden dagegen durch ein trauriges Ereignis geprägt: " Im Februar 1969 ist meine Großmutter in Sachsen gestorben. Meine Eltern wollten vom Höltyweg aus nach Sachsen fahren. Allerdings war der Schnee im ganzen Gebiet ungefähr einen Meter hoch. Geräumt wurden nur die Hauptstraßen, der Höltyweg war total dicht. Mein Vater hat sich in der Not dann an die Stadt Osnabrück gewandt, und innerhalb kürzester Zeit war der obere Höltyweg so geräumt, dass mein Vater doch noch zur Beerdigung fahren konnte."
Einige kritische Gedanken zum Thema Schneechaos machte sich Frank Schlieck: " Zu dem Zeitpunkt war ich gerade zwei Jahre, weiß also vom Schneechaos 1969 eigentlich nichts mehr. Aber ich denke, damals hat es zu Recht den Namen Schneechaos gehabt. Wenn ich mir dagegen die paar Flöckchen von jetzt ansehe und was für ein Trara davon gemacht wird - einfach lächerlich."
Eine festliche Stimmung strahlt unser neues Foto aus: die Große Straße und L+ T im weihnachtlichen Glanz im Jahr 1953. Acht Jahre nach Kriegsende herrschte wieder Weihnachtstrubel in der Stadt, und die Menschen drängten sich vor den Schaufenstern. Welche Erinnerungen haben Sie an Weihnachtseinkäufe in Ihrer Kindheit? An welchen Schaufenstern haben Sie sich Ihre Nase platt gedrückt? Wie waren die Straßen damals geschmückt? Gab es bei L+ T schon den riesigen Tannenbaum? Teilen Sie Ihre Geschichten auf OS-Nachbarn.de mit.
Übrigens: Wer bis einschließlich Sonntag Fotos oder Texte in der Rubrik " Weihnachten" auf OS-Nachbarn.de veröffentlicht, kann einen von 36 wertvollen Preisen gewinnen. Weitere Informationen sowie die Teilnahmebedingungen finden Sie auf OS-Nachbarn.de.
Autor:
Frank Riehemann


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