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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Ein Wunsch geht sicher in Erfüllung"
Zwischenüberschrift:
OS-Nachbarn schreiben über Weihnachten - Ursula R. sah 1950 das Christkind
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Joachim Viertel ist seit 28. April Mitglied bei OS-Nachbarn.de - und hat hier die vorweihnachtliche Stimmung in der Osnabrücker Altstadt dokumentiert.
" Also, Kinder, von jetzt an dürft ihr nicht mehr ins Esszimmer! Ihr wisst ja, das Christkind kommt heute Abend!"
Die Jungs grinsten verstohlen. Nur ihre kleine Schwester glaubte noch ans Christkind, hatte es heute früh sogar gesehen! Irgendwas hatte draußen gebrummt, und sie war zum Fenster gerannt. Da war ein schimmerndes Wesen in einem weißen Schleier vorbeigeflogen! Ehrlich! Sie konnte seitdem keinen Moment mehr still sitzen, hopste unentwegt durch den Flur der kleinen Dachwohnung in der Parkstraße.
In der Enge des besagten " Esszimmers", außer den Schlafzimmermöbeln der Eltern war darin noch Vatis Mittagsschlaf-Sofa sowie ein Esstisch mit sechs Stühlen untergebracht, musste auch noch eine Fichte als Weihnachtsbaum ein Plätzchen finden. Vati hatte sie morgens mit seinem nach Benzin stinkenden Dienst-Hanomag direkt vom Bauern in Hagen geholt. Bestimmt waren die Eltern nun dabei, sie silbern zu schmücken.
Peter und Hansi schnüffelten an der Türritze zum Weihnachtszimmer wie junge Hunde: Hm, roch es gut nach Tanne und Pfefferkuchen! Durchs Schlüsselloch war aber leider nichts zu sehen. Die Eltern hatten es von innen zugehängt. Sie kannten ihre Pappenheimer!
Die konnten dieses Jahr erstmals wieder auf ein schönes Geschenk hoffen. Sie waren in der Adventszeit sogar aufgefordert worden, einen Wunschzettel zu schreiben. Einzig Peter, der Älteste der drei, hatte als Neunjähriger schon mal einen geschrieben, zu Hause, in Breslau. Jetzt war er 15. Da wurde es doch langsam Zeit. Ein Wunsch davon ginge bestimmt in Erfüllung, hatte Vati gesagt. Das habe er mit dem Christkind besprochen, zwinkerte er seiner Jüngsten zu.
Peter träumte von einem Fotoapparat. Damit würde der Gymnasiast das Osnabrücker Nachkriegsleben dokumentieren: zum Beispiel den weiten Ausblick vom Dachfenster ihrer Wohnung über die abgeholzten Gärten bis hinüber zur Kiwitt- und Schlossstraße mit den Trümmerlücken oder auch den Blick vom Balkon hinunter auf den Hof, wo ein Bauholzstapel lag, über den in der Dämmerung Ratten turnten. Dann vielleicht noch die Vorder- und Hinteransicht ihres Hauses, die frisch gepflanzten Straßenbäume an der Parkstraße, das neue Fami lien-Damenrad, das Turm skelett der Katharinen kirche, sein Ratsgymnasium und, und, und? Nicht zuletzt die Familie, Vati, Mutti, Oma und die beiden Geschwister.
Hansi, der Elfjährige, sehnte sich schon länger nach einer elektrischen Eisenbahn. Was würde er alles damit anstellen: Landschaften aus Pappmaschee um den Schienenkreis herum bauen, Berge und Täler, Brücken und Dörfer. Alles so anmalen, dass es fast echt wirkt, elektrische Beleuchtungen in winzige Häuschen aus Blechdosen legen, Bachläufe mit Lametta füllen, dass sie silbern schimmerten.
Der listige kleine Bursche hatte eine Idee: Er schrieb: " Ich wünsche mir eine elektrische Eisenbahn" - zehnmal untereinander auf den Wunschzettel. Nur das und nichts anderes. Zur Versöhnung malte er allerlei niedliche Bildchen drum herum. Ein Wunsch wird euch bestimmt erfüllt, hatte Vati gesagt. Also bitte, versprochen ist versprochen!
Die Jüngste, acht Jahre, der auf der Flucht ihre liebe Puppe Schlenkerle abhandengekommen war, die Mutti einst zu ihrem zweiten Geburtstag für sie gestrickt hatte, wünschte sich sehnlichst eine neue, mit Schlafaugen und richtigen Zöpfen. Ach, wenn das Christkind doch auch an eine kleine Sportkarre denken würde, so eine wie ihre Freundin Karin hat. Dann könnten beide Freundinnen gemeinsam ihre Puppenkinder ausfahren.
Langsam wurde es draußen dunkel?
Das Ende der Geschichte und weitere Fotos finden Sie auf www.os-nachbarn.de.


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