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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
So schmeckt der Winter
Zwischenüberschrift:
Sport, Ruhe und Genuss: Der Schnee bietet viele Möglichkeiten, um Spaß zu haben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Schnee schmeckt wie Vanille-Eis, meinen Anna (links) und Ava aus der Kindertagesstätte Schölerberg. Die vierjährigen Mädchen brauchten nach dem Bau eines Schneemanns eine Erfrischung.
Osnabrück. Beim Mutter-Kind-Rodeln auf dem Harberg wirbelt der Schnee durch die Luft, wenn Kerstin Avermann und ihr achtjähriger Sohn Magnus den Abhang heruntersausen. Ihre roten Nasen und Wangen leuchten in der weißen Winterlandschaft. Ihre Gesichter strahlen vor allem eine Botschaft aus: Sie haben Spaß. Mutter und Sohn sind sich einig: " Wir lieben den Winter."
Von Thomas Wübker (Text) - Zweieinhalb Stunden lang geht es für Magnus und Kerstin Avermann nur auf und ab. Immer wieder ziehen sie ihren Schlitten die Piste hoch und sausen innerhalb weniger Sekunden hinunter. " Mit Mama macht das Rodeln viel mehr Spaß als alleine", sagt Magnus. " Ich bin Ballast", sagt Kerstin Avermann und lacht.
Auf der anderen Seite der Stadt nutzt Ramona Palme das Gefälle am Schinkelberg zum Abfahrtslauf auf Skiern. " Das ist besser als Schlitten fahren", sagt sie. Für einen Ski-Urlaub fehlt ihr das Geld. Also nutzt sie das Wetter und den Schnee und fährt die Piste unter dem Fernsehturm immer und immer wieder rauf und runter. Nach drei Stunden ist ihr Bewegungsdrang erschöpft.
Dass es in diesem Jahr zwei Winter mit viel Schnee gibt, findet Ramona Palme toll. Anfang des Jahres sauste sie noch mit Gummistiefeln die etwa 100 Meter lange Piste am Schinkelberg herunter. " So haben wir als Kinder Ski fahren gelernt", sagt die 40-Jährige, die aus der Nähe von Bischofswerda in Sachsen stammt. Jetzt trägt sie Schneeschuhe an den Füßen.
Rasante Abfahrten auf Skiern oder Schlitten sind jedoch nicht die einzigen Reize am Winterwetter, findet Magnus Avermann. " Wenn man morgens aufsteht und die Jalousien hoch macht, dann sieht es draußen heller und schöner aus als sonst", sagt der Grundschüler, der sich zudem darüber freut, dass wegen des Wetters die Schule ausfällt. Seine Mutter meint: " Ich mag die Langsamkeit am Winter." Die Natur zwinge nicht nur die Autofahrer, die Geschwindigkeit zu drosseln, sagt sie gelassen, um den nächsten Anlauf für eine rasante Abfahrt auf dem Schlitten zu nehmen.
Das eingefrorene Leben kann vor allem am Rande Osnabrücks genossen werden. Beim Wandern im Nettetal entspannt der 46-jährige Geschäftsmann Martin Rolf. " Alles, was man sieht und hört, ist hell und klar", beschreibt er seine Eindrücke. Die Bäume seien keine graue Masse mehr, sondern gewinnen an Kontur. " Das Wandern im Schnee ist zwar anstrengender, weil ich durch mehr Kleidung mehr Gewicht am Körper trage", sagt er. Aber die Gedanken und Gefühle des einsamen Wanderers im hellen Tal seien ebenso hell und klar wie die Landschaft.
Das Winterwetter sei eine Art Katalysator für die Seele, meint Martin Rolf. Das Beste am Wandern sei aber das " Après Walking": das Heißgetränk zu Hause, um die Kälte zu vertreiben.
Den kühlen Genuss bevorzugen die Freundinnen Anna und Ava. Sie sind vier Jahre alt und lecken gerne am Schnee. " Das schmeckt wie Vanille-Eis", meint Ava. Zusammen mit den anderen Kindern aus der Kita Schölerberg toben sie im Schnee, schlittern mit dem " Popo-Schlitten" über einen Abhang, über den sie im Sommer mit Dreirädern fahren. Ihre Kreativität können sie mithilfe ihrer Erzieherinnen an einem Schneemann beweisen: Der bekommt ein grünes und ein pinkes Auge.
Schneeblind wird der Spaziergänger, wenn er entlang der Bauerschaft Voxtrup geht. Die Rapsfelder, die im Frühling gelb blühen, sind komplett mit weißem Pulver bedeckt. Nur ein einziger Farbtupfer ragt aus der Schneewüste. Der Maibaum der Nachbarschaft wurde zum überdimensionalen Adventskranz umfunktioniert, an dem roten Socken hängen.
Mit rot-weißen Nikolaus-Mützen wandern Johanna (19), Larissa (18), Kristin (16) und Kira (18) über den Weihnachtsmarkt. Sie arbeiten in einem Café in Cloppenburg und sind von ihrer Chefin Ingrid Schand eingeladen worden. " Osnabrück hat den schönsten Weihnachtsmarkt in Niedersachsen", sagt sie. Ingrid Schand hat in Osnabrück studiert und kennt das Budendorf.
Doch nicht die Idylle und die mit weißem Puderzucker bedeckten Dächer der Stände locken das Quintett in die weihnachtliche Friedensstadt. Es ist die Hitze der Feuerzangenbowle. Für die jungen Frauen gibt es im Winter nichts Besseres, als sich mit " heißen Getränken in der kalten Natur" zu erquicken.
Autor:
Thomas Wübker


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